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Serbien hat Probleme mit der Donau: Größtes Wasserkraftwerk nur zu einem Viertel ausgelastet

Historisch niedriger Wasserstand der Donau und Hitzewelle gefährden die Stromproduktion, Börsenpreise über 500 Euro pro Megawattstunde.

Foto: Nebojsa Ilic na Unsplash
Kurz gesagt
  • Das Wasserkraftwerk Đerdap arbeitet wegen des historisch niedrigen Wasserstands der Donau nur noch mit einem Viertel seiner Kapazität.
  • Die Energieministerin warnt, dass die gesamte Produktionslücke zu hohen Börsenpreisen bezahlt werden muss.
  • Ganz Serbien steht unter rotem Wetteralarm, Temperaturen bis 39 Grad, gefühlt bis 48 Grad.
  • Als Reserve dienen das Pumpspeicherkraftwerk Perućac mit 140 Gigawattstunden im künstlichen See sowie Kohlekraftwerke.

Der rekordniedrige Wasserstand der Donau und eine beispiellose Hitzewelle haben in Serbien eine ernste Energiekrise ausgelöst. Das größte heimische Wasserkraftwerk Đerdap arbeitet nur noch mit einem Viertel seiner Kapazität, und das serbische Ministerium für Bergbau und Energie hat am Dienstag, dem 4. August 2026, zu "voller Einsatzbereitschaft aller im Energiesektor" aufgerufen, um die Versorgungssicherheit mit elektrischer Energie zu gewährleisten.

Energieministerin Dubravka Đedović Handanović erklärte, dass die Wasserzuflüsse am Đerdap in Abstimmung mit der rumänischen Seite reguliert würden. Dabei gab sie bekannt, dass die Zuflüsse am Montag, dem 3. August, auf ein historisches Tief von nur 1.450 Kubikmetern pro Sekunde gefallen seien. Aufgrund der ungünstigen hydrologischen Bedingungen im gesamten Verlauf der Donau ist die Stromerzeugung aus Wasserkraft in Serbien erheblich zurückgegangen.

Reserven an der Drina und Rückgriff auf Kohle

Eine etwas günstigere Situation herrscht an der Drina, wo sich das Pumpspeicherkraftwerk Perućac befindet. Nach Angaben der Ministerin befinden sich derzeit 140 Gigawattstunden Reserven im künstlichen See auf dem Berg Tara. Diese Energiemenge sei, wie sie betonte, "ausreichend, um bei unvorhergesehenen Umständen zu reagieren".

Serbien stützt sich in diesen außergewöhnlichen Umständen auf seine beträchtlichen Kapazitäten in Kohlekraftwerken. Eine Schlüsselrolle spielen die Kraftwerke in Kostolac und insbesondere das Kraftwerk Nikola Tesla in Obrenovac, das vier Blöcke umfasst und jährlich mehr als 50 Prozent des für den heimischen Markt benötigten Stroms produziert.

Börse und Appell der Ministerin

Die Situation wird durch den Preissprung an der Börse zusätzlich erschwert. Am Montag, dem 3. August, lagen die Strompreise bei über 500 Euro pro Megawattstunde, ein Niveau, das seit der letzten Energiekrise 2022 nicht mehr erreicht wurde. "Alles, was nicht produziert wird, muss bezahlt werden, weshalb es notwendig ist, die Lage maximal zu planen und zu überwachen, mit der erforderlichen Einsatzbereitschaft aller Mitarbeiter im Energiesektor", betonte Ministerin Đedović Handanović.

Hitzewelle unter rotem Wetteralarm

Die Prognosen der Meteorologen sind dem Energiesektor nicht wohlgesonnen. Ganz Serbien steht am Dienstag unter rotem Wetteralarm, und die Temperaturen liegen zwischen 37 und 39 Grad Celsius, besonders im Norden des Landes. Heißes Wetter wird bis zum Ende der Woche erwartet, mit Höchsttemperaturen von 36 bis 39 Grad. Die Meteorologen warnen, dass bei Spitzen der Hitzewelle, bei direkter Sonneneinstrahlung, das subjektive Empfinden bis zu 48 Grad erreichen könnte.

Selbst die Berge bieten keine Erholung von der Hitze. Auf Zlatibor in Westserbien wurden heute um die Mittagszeit 30 Grad gemessen, und in den kommenden Tagen wird ein Grad mehr erwartet. Das Ausmaß der Dürre an der Donau zeigen eindrucksvoll auch Fotos des historisch niedrigen Wasserstands, die in Vukovar aufgenommen wurden.

Häufige Fragen
Warum hat das Wasserkraftwerk Đerdap die Produktion reduziert? +
Wegen des historisch niedrigen Wasserstands der Donau ist der Wasserzufluss auf nur 1.450 Kubikmeter pro Sekunde gefallen, was das Kraftwerk dazu zwingt, nur mit einem Viertel seiner Kapazität zu arbeiten.
Hat Serbien alternative Energiequellen? +
Ja, die Situation ist an der Drina günstiger, wo das Pumpspeicherkraftwerk Perućac 140 Gigawattstunden Reserven hat, und das Land stützt sich auch auf Kohlekraftwerke, insbesondere auf das Kraftwerk Nikola Tesla.
Wie sind die Prognosen für die kommenden Tage? +
Ganz Serbien steht unter rotem Wetteralarm, und die Temperaturen werden bis zum Ende der Woche zwischen 36 und 39 Grad liegen, mit einem subjektiven Empfinden von bis zu 48 Grad in der Sonne.
Wie wirkt sich die Krise auf die Strompreise aus? +
Die Strompreise an der Börse haben am Montag die Marke von 500 Euro pro Megawattstunde überschritten, ein Niveau, das seit der Energiekrise 2022 nicht mehr erreicht wurde.

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