Serbien hat Probleme mit der Donau: Größtes Wasserkraftwerk nur zu einem Viertel ausgelastet
Historisch niedriger Wasserstand der Donau und Hitzewelle gefährden die Stromproduktion, Börsenpreise über 500 Euro pro Megawattstunde.
Historisch niedriger Wasserstand der Donau und Hitzewelle gefährden die Stromproduktion, Börsenpreise über 500 Euro pro Megawattstunde.
Der rekordniedrige Wasserstand der Donau und eine beispiellose Hitzewelle haben in Serbien eine ernste Energiekrise ausgelöst. Das größte heimische Wasserkraftwerk Đerdap arbeitet nur noch mit einem Viertel seiner Kapazität, und das serbische Ministerium für Bergbau und Energie hat am Dienstag, dem 4. August 2026, zu "voller Einsatzbereitschaft aller im Energiesektor" aufgerufen, um die Versorgungssicherheit mit elektrischer Energie zu gewährleisten.
Energieministerin Dubravka Đedović Handanović erklärte, dass die Wasserzuflüsse am Đerdap in Abstimmung mit der rumänischen Seite reguliert würden. Dabei gab sie bekannt, dass die Zuflüsse am Montag, dem 3. August, auf ein historisches Tief von nur 1.450 Kubikmetern pro Sekunde gefallen seien. Aufgrund der ungünstigen hydrologischen Bedingungen im gesamten Verlauf der Donau ist die Stromerzeugung aus Wasserkraft in Serbien erheblich zurückgegangen.
Eine etwas günstigere Situation herrscht an der Drina, wo sich das Pumpspeicherkraftwerk Perućac befindet. Nach Angaben der Ministerin befinden sich derzeit 140 Gigawattstunden Reserven im künstlichen See auf dem Berg Tara. Diese Energiemenge sei, wie sie betonte, "ausreichend, um bei unvorhergesehenen Umständen zu reagieren".
Serbien stützt sich in diesen außergewöhnlichen Umständen auf seine beträchtlichen Kapazitäten in Kohlekraftwerken. Eine Schlüsselrolle spielen die Kraftwerke in Kostolac und insbesondere das Kraftwerk Nikola Tesla in Obrenovac, das vier Blöcke umfasst und jährlich mehr als 50 Prozent des für den heimischen Markt benötigten Stroms produziert.
Die Situation wird durch den Preissprung an der Börse zusätzlich erschwert. Am Montag, dem 3. August, lagen die Strompreise bei über 500 Euro pro Megawattstunde, ein Niveau, das seit der letzten Energiekrise 2022 nicht mehr erreicht wurde. "Alles, was nicht produziert wird, muss bezahlt werden, weshalb es notwendig ist, die Lage maximal zu planen und zu überwachen, mit der erforderlichen Einsatzbereitschaft aller Mitarbeiter im Energiesektor", betonte Ministerin Đedović Handanović.
Die Prognosen der Meteorologen sind dem Energiesektor nicht wohlgesonnen. Ganz Serbien steht am Dienstag unter rotem Wetteralarm, und die Temperaturen liegen zwischen 37 und 39 Grad Celsius, besonders im Norden des Landes. Heißes Wetter wird bis zum Ende der Woche erwartet, mit Höchsttemperaturen von 36 bis 39 Grad. Die Meteorologen warnen, dass bei Spitzen der Hitzewelle, bei direkter Sonneneinstrahlung, das subjektive Empfinden bis zu 48 Grad erreichen könnte.
Selbst die Berge bieten keine Erholung von der Hitze. Auf Zlatibor in Westserbien wurden heute um die Mittagszeit 30 Grad gemessen, und in den kommenden Tagen wird ein Grad mehr erwartet. Das Ausmaß der Dürre an der Donau zeigen eindrucksvoll auch Fotos des historisch niedrigen Wasserstands, die in Vukovar aufgenommen wurden.