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Dürre legt Hitlers Flotte frei: Nazi-Schiffe aus dem Zweiten Weltkrieg tauchen in der Donau in Serbien wieder auf

Extrem niedriger Wasserstand hat Wracks freigelegt, die jahrzehntelang die Schifffahrt blockieren. Ein EU-Projekt plant ihre Bergung bis 2028.

Foto: Wikipedia (Drugi svjetski rat)
Kurz gesagt
  • Aufgrund extremer Dürre und niedrigem Wasserstand der Donau sind bei Prahovo in Serbien Überreste deutscher Kriegsschiffe aus dem Jahr 1944 wieder aufgetaucht.
  • Es handelt sich um Schiffe, die die Schwarzmeerflotte absichtlich versenkt hat, um die Schifffahrtsroute zu blockieren und den Vormarsch der Roten Armee zu verlangsamen.
  • Es wird geschätzt, dass sich etwa 200 versenkte Schiffe auf dem Grund der Donau befinden. Die EU finanziert ein Projekt zur Bergung von 21 Wracks, das bis 2028 abgeschlossen sein soll.
  • Die Bergung ist gefährlich, da einige Wracks noch nicht explodierte Munition enthalten könnten. Die Beseitigung ist entscheidend für die Sicherheit und die Durchgängigkeit des Flussverkehrs.

Aufgrund des extrem niedrigen Wasserstands der Donau, verursacht durch die große Dürre und die extremen Hitzewellen, die Europa in diesem Sommer heimgesucht haben, sind schaurige Überreste der Vergangenheit wieder aufgetaucht. Bei Prahovo in Serbien sind Überreste deutscher Kriegsschiffe aus dem Zweiten Weltkrieg an die Oberfläche gekommen, die vor mehr als 80 Jahren absichtlich versenkt wurden.

Fotos der rostigen Wracks, die jahrzehntelang verborgen auf dem Flussgrund lagen, verbreiteten sich schnell in den sozialen Medien. Der Nutzer Global South World veröffentlichte am 2. August 2026 auf der Plattform X ein Video, das das Ausmaß der aufgetauchten Flotte zeigt, und Reuters berichtete über den ungewöhnlichen Anblick, der sich den Anwohnern und Besuchern bot.

Hitlers Befehl: Dem Feind nichts hinterlassen

Es handelt sich um Schiffe der deutschen Schwarzmeerflotte, die ihre Besatzung 1944 während des Rückzugs vor der Roten Armee absichtlich versenkt hat. Wie Fokus berichtet, hatten Hitlers Streitkräfte den Befehl, dem Feind keine brauchbare militärische Ausrüstung zu hinterlassen.

Der Plan war, dass die versenkten Wracks die Schifffahrtsroute der Donau blockieren und so den Vormarsch der sowjetischen Truppen flussaufwärts verlangsamen. Die Folgen dieser Kriegstaktik sind bis heute spürbar, da die Schiffe seit Jahrzehnten den Flussverkehr erheblich behindern.

Fünf Kilometer lange Blockade

Nach Angaben der Europäischen Investitionsbank (EIB), die strategischer Partner des Bergungsprojekts ist, befindet sich auf einem fünf Kilometer langen engen Abschnitt der Donau bei Prahovo eine hohe Konzentration von Wracks. Es wird geschätzt, dass sich insgesamt etwa 200 Schiffe auf dem Flussgrund befinden, darunter versenkte Frachtschiffe, Schlepper und Lastkähne.

Dies ist nicht das erste Mal, dass die Wracks wieder auftauchen. In früheren Sommern mit Hitzewellen und Rekordtiefständen, zum Beispiel im August 2022, war ein Teil der Schiffe bereits sichtbar.

EU-Bergungsprojekt bis 2028

Um das langjährige Problem der Hindernisse auf der Schifffahrtsroute zu lösen, wurde ein von der Europäischen Union finanziertes Projekt gestartet, das die Bergung von 21 Wracks vorsieht, die die Schifffahrt am meisten behindern. Nach Informationen der EIB wurde ein Teil der Wracks bereits im Jahr 2024 geborgen. Mit Stahlseilen wurden die Schiffe aus dem Fluss gezogen und anschließend von Schlamm befreit.

Der geplante Abschluss der Arbeiten ist 2028. Eine besonders herausfordernde Aufgabe ist die Bergung der bewaffneten Kriegsschiffe, da einige Wracks möglicherweise noch Munition enthalten, was während der Operation ein Explosionsrisiko darstellt.

Wirtschaftliche Bedeutung der Donau-Reinigung

Die EIB betont, dass die Bergung der Wracks auch aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt. Die versenkten Schiffe haben jahrelang zu erheblichen Verzögerungen im Frachtverkehr auf dem Fluss geführt, da sie die Fahrrinne auf einer der wichtigsten europäischen Verkehrsadern verengen. Obwohl der Anblick ungewöhnlich ist, läuft das Leben am Fluss normal weiter, die lokale Bevölkerung und Touristen nutzen die Gelegenheit zum Schwimmen und Bootfahren in der Nähe der aufgetauchten historischen Wracks.

Häufige Fragen
Warum wurden die Nazi-Schiffe in der Donau versenkt? +
Die deutsche Schwarzmeerflotte versenkte ihre eigenen Schiffe 1944 während des Rückzugs vor der Roten Armee absichtlich, um die Schifffahrtsroute zu blockieren und zu verhindern, dass die Ausrüstung in die Hände des Feindes fällt.
Wo genau befinden sich die aufgetauchten Wracks? +
Die Wracks sind bei Prahovo, einem Ort im Osten Serbiens an der Grenze zu Rumänien, auf einem fünf Kilometer langen engen Abschnitt der Donau wieder aufgetaucht.
Wann werden alle Wracks aus der Donau entfernt? +
Das von der EU finanzierte Projekt, an dem auch die Europäische Investitionsbank beteiligt ist, plant die Bergung der 21 problematischsten Wracks. Die Arbeiten sollen bis 2028 abgeschlossen sein.
Besteht bei der Bergung der Schiffe Explosionsgefahr? +
Nach Angaben der EIB könnten einige Wracks noch nicht explodierte Munition enthalten, was während der Bergung ein Explosionsrisiko darstellt und diesen Teil des Projekts besonders anspruchsvoll macht.

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