Aufgrund des extrem niedrigen Wasserstands der Donau, verursacht durch die große Dürre und die extremen Hitzewellen, die Europa in diesem Sommer heimgesucht haben, sind schaurige Überreste der Vergangenheit wieder aufgetaucht. Bei Prahovo in Serbien sind Überreste deutscher Kriegsschiffe aus dem Zweiten Weltkrieg an die Oberfläche gekommen, die vor mehr als 80 Jahren absichtlich versenkt wurden.
Fotos der rostigen Wracks, die jahrzehntelang verborgen auf dem Flussgrund lagen, verbreiteten sich schnell in den sozialen Medien. Der Nutzer Global South World veröffentlichte am 2. August 2026 auf der Plattform X ein Video, das das Ausmaß der aufgetauchten Flotte zeigt, und Reuters berichtete über den ungewöhnlichen Anblick, der sich den Anwohnern und Besuchern bot.
Hitlers Befehl: Dem Feind nichts hinterlassen
Es handelt sich um Schiffe der deutschen Schwarzmeerflotte, die ihre Besatzung 1944 während des Rückzugs vor der Roten Armee absichtlich versenkt hat. Wie Fokus berichtet, hatten Hitlers Streitkräfte den Befehl, dem Feind keine brauchbare militärische Ausrüstung zu hinterlassen.
Der Plan war, dass die versenkten Wracks die Schifffahrtsroute der Donau blockieren und so den Vormarsch der sowjetischen Truppen flussaufwärts verlangsamen. Die Folgen dieser Kriegstaktik sind bis heute spürbar, da die Schiffe seit Jahrzehnten den Flussverkehr erheblich behindern.
Fünf Kilometer lange Blockade
Nach Angaben der Europäischen Investitionsbank (EIB), die strategischer Partner des Bergungsprojekts ist, befindet sich auf einem fünf Kilometer langen engen Abschnitt der Donau bei Prahovo eine hohe Konzentration von Wracks. Es wird geschätzt, dass sich insgesamt etwa 200 Schiffe auf dem Flussgrund befinden, darunter versenkte Frachtschiffe, Schlepper und Lastkähne.
Dies ist nicht das erste Mal, dass die Wracks wieder auftauchen. In früheren Sommern mit Hitzewellen und Rekordtiefständen, zum Beispiel im August 2022, war ein Teil der Schiffe bereits sichtbar.
EU-Bergungsprojekt bis 2028
Um das langjährige Problem der Hindernisse auf der Schifffahrtsroute zu lösen, wurde ein von der Europäischen Union finanziertes Projekt gestartet, das die Bergung von 21 Wracks vorsieht, die die Schifffahrt am meisten behindern. Nach Informationen der EIB wurde ein Teil der Wracks bereits im Jahr 2024 geborgen. Mit Stahlseilen wurden die Schiffe aus dem Fluss gezogen und anschließend von Schlamm befreit.
Der geplante Abschluss der Arbeiten ist 2028. Eine besonders herausfordernde Aufgabe ist die Bergung der bewaffneten Kriegsschiffe, da einige Wracks möglicherweise noch Munition enthalten, was während der Operation ein Explosionsrisiko darstellt.
Wirtschaftliche Bedeutung der Donau-Reinigung
Die EIB betont, dass die Bergung der Wracks auch aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt. Die versenkten Schiffe haben jahrelang zu erheblichen Verzögerungen im Frachtverkehr auf dem Fluss geführt, da sie die Fahrrinne auf einer der wichtigsten europäischen Verkehrsadern verengen. Obwohl der Anblick ungewöhnlich ist, läuft das Leben am Fluss normal weiter, die lokale Bevölkerung und Touristen nutzen die Gelegenheit zum Schwimmen und Bootfahren in der Nähe der aufgetauchten historischen Wracks.