Während eine Hitzewelle die Flüsse in ganz Europa austrocknet, steht Kroatien vor einer neuen Herausforderung im Energiesektor. Das Kernkraftwerk Krško hat angekündigt, in der Nacht zum Donnerstag, dem 5. August 2026, die Reaktorleistung schrittweise auf 80 Prozent zu reduzieren. Grund dafür sind extrem hohe Temperaturen und der niedrige Wasserstand der Save, die die Kühlmöglichkeiten der Anlage einschränken.
Aus dem Kraftwerk hieß es, es handele sich um eine vorbeugende und kontrollierte Maßnahme, die zur Einhaltung der Umweltauflagen bezüglich der Flusstemperatur durchgeführt werde. Es wurde auch gewarnt, dass die Leistung weiter reduziert werden könnte, falls sich die hydrologischen Bedingungen weiter verschlechtern. Eine Rückkehr zur vollen Kapazität wird erwartet, sobald es die Wetter- und hydrologischen Bedingungen zulassen.
Minister Šušnjar: "Das System ist sicher, es wird keine Preiserhöhungen geben"
Angesichts der wachsenden Besorgnis der Öffentlichkeit gab Wirtschaftsminister Ante Šušnjar eine Erklärung gegenüber RTL ab und wies die Möglichkeit von Strompreiserhöhungen entschieden zurück. "Es kann nicht zu Preiserhöhungen kommen. Die Versorgung in Kroatien ist sicher, wir haben eine stabile Produktion und einen stabilen Austausch. Das System ist sicher", sagte Minister Šušnjar.
Seine Aussage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem ähnliche Probleme auch in der Nachbarschaft auftreten. Das ungarische Kernkraftwerk Paks, das zur Kühlung auf die Donau angewiesen ist, hat in den letzten Tagen seine Produktion wegen des rekordniedrigen Wasserstands des Flusses schrittweise reduziert. Die ungarischen Behörden haben gewarnt, dass es bei einer Verschlechterung der Bedingungen zum ersten vollständigen Stillstand des Kraftwerks in mehr als vier Jahrzehnten seines Betriebs kommen könnte.
Marktpreise steigen, aber ohne größere Störungen
Obwohl es in den anderen Ländern der Region bisher keine größeren Störungen im Betrieb der Kernkraftwerke gibt, sind die Großhandelspreise für Strom in den letzten Tagen deutlich gestiegen. Dazu haben die Hitzewelle, der erhöhte Energieverbrauch für Kühlung und die geringere Produktion der Wasserkraftwerke beigetragen.
Auf dem kroatischen Markt liegen die Preise für die Lieferung am Folgetag derzeit bei etwa 180 Euro pro Megawattstunde, was deutlich höher ist als die Werte, die während des größten Teils des Sommers verzeichnet wurden. Trotzdem deutet die Aussage von Minister Šušnjar darauf hin, dass sich dieser Marktdruck vorerst nicht auf die Rechnungen der Bürger auswirken wird.