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Warme Save bedroht Krško: Kroatien ohne Strom für Zagreb?

Das Kernkraftwerk Krško könnte in wenigen Tagen wegen steigender Temperaturen der Save die Produktion drosseln, doch Premier Plenković versichert, dass die Stromversorgung sicher ist.

Foto: Dawid Kochman na Unsplash
Kurz gesagt
  • Das KKW Krško könnte in ein bis drei Tagen mit der Leistungsreduzierung beginnen, da die Save-Temperatur auf den gesetzlichen Grenzwert von 28 Grad steigt.
  • Der vollständige Abschaltprozess des Kraftwerks würde, falls erforderlich, fünf bis sieben Tage dauern und in drei Reduktionsstufen erfolgen.
  • Premier Plenković versichert, dass die Stromversorgung Kroatiens sicher ist und kein Grund zur Sorge besteht.
  • Kroatien erhält aus Krško täglich Strom, der dem Verbrauch von Zagreb entspricht, aber die nukleare Sicherheit ist nicht in Frage gestellt.

Das Kernkraftwerk Krško, das Kroatien täglich eine Strommenge liefert, die dem Verbrauch von ganz Zagreb entspricht, sieht sich einer möglichen Produktionsdrosselung gegenüber. Der Grund ist kein Defekt oder Sicherheitsproblem, sondern der immer wärmer werdende Fluss Save, der zur Kühlung des Reaktors dient.

Nach Angaben von Medaković, einem Vertreter des KKW Krško, nähert sich die Temperatur der Save den gesetzlich zulässigen Grenzwerten. "Für den gestrigen Tag erreichte die durchschnittliche Erwärmungstemperatur 25,7 Grad. Der tägliche Anstieg der Save-Einlasstemperatur im KKW Krško beträgt etwa 0,5 bis 0,6 Grad pro Tag. Wir sprechen also von einem, zwei oder drei Tagen, bis wir in die Lage kommen, handeln zu müssen", sagte Medaković gegenüber RTL.

Klare Umweltschutzregeln

Das Kraftwerk ist an strenge Umweltauflagen gebunden, die 2023 bei der Laufzeitverlängerung erteilt wurden. Diese legen fest, dass die Save um höchstens drei Grad zusätzlich erwärmt werden darf, und die absolute Grenze der Wassertemperatur am Punkt der vollständigen Durchmischung beträgt 28 Grad.

Medaković erläuterte, wie ein Szenario der schrittweisen Leistungsreduzierung aussehen würde, falls das slowenische Ministerium keine Abweichung von diesen Regeln genehmigt. "Das Szenario, das wir vorsehen, falls erforderlich, ist, dass wir zunächst die Kraftwerksleistung reduzieren, und zwar in drei Stufen. Die erste ist 80 Prozent, und auf dieser Stufe würden wir ein oder zwei Tage bleiben. Danach würden wir die Leistung in zwei Schritten um jeweils 15 Prozent weiter reduzieren. Wenn wir bei 50 Prozent angekommen sind, müsste das Kraftwerk vollständig abgeschaltet werden. Dieser gesamte Prozess würde fünf bis sieben Tage dauern", sagte er.

"Das sind täglich etwa acht oder neun Gigawattstunden, was im Jahresdurchschnitt dem Verbrauch der Stadt Zagreb entspricht", führte Medaković aus und betonte die Bedeutung von Krško für das kroatische Stromnetz.

Plenković: Versorgungssicherheit ist gewährleistet

Premier Andrej Plenković, der sich am Dienstag auf Brač aufhielt, beruhigt die Öffentlichkeit und behauptet, es bestehe kein Grund zur Sorge. "Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet. HEP hat gestern eine Mitteilung herausgegeben, und es besteht kein Zweifel, dass Kroatien genügend Strom haben wird. Was Krško betrifft, war ich gestern mit Minister Šušnjar in Kontakt, der mit seinem slowenischen Kollegen in Verbindung steht, und es besteht keinerlei Gefahr", so Plenković.

Der Premier beantwortete jedoch nicht die Frage, ob die angespannte Lage auf dem europäischen Energiemarkt zu steigenden Strompreisen für die Bürger führen könnte.

Nukleare Sicherheit ist nicht in Frage gestellt

Medaković betonte besonders, dass eine mögliche Leistungsreduzierung nichts mit nuklearer Sicherheit zu tun habe. "Ich muss betonen, dass wir keine Sicherheitsbedrohung haben. Das Kernkraftwerk arbeitet mit voller Kapazität, alle Systeme arbeiten ohne Einschränkungen, und die nukleare Sicherheit ist in keiner Weise gefährdet", hob er hervor.

Die Entscheidung über eine eventuelle Produktionsreduzierung wird vom weiteren Anstieg der Save-Temperatur und der Bereitschaft der slowenischen Behörden abhängen, eine vorübergehende Abweichung von den Umweltauflagen zu genehmigen. Das Kraftwerk arbeitet derzeit ohne Einschränkungen.

Häufige Fragen
Warum müsste das KKW Krško die Produktion drosseln? +
Aufgrund der hohen Sommertemperaturen steigt auch die Temperatur der Save, die den Reaktor kühlt. Das Kraftwerk hat gesetzliche Grenzwerte, wie stark es den Fluss erwärmen darf, und die Temperatur nähert sich derzeit dieser Grenze.
Wie viel Strom erhält Kroatien aus Krško? +
Kroatien erhält die Hälfte der Produktion, das sind täglich etwa acht oder neun Gigawattstunden. Das entspricht im Jahresdurchschnitt dem Verbrauch der gesamten Stadt Zagreb.
Wird Kroatien ohne Strom bleiben, wenn Krško abgeschaltet wird? +
Nach Aussagen von Premier Plenković und HEP ist die Versorgungssicherheit gewährleistet, und Kroatien wird auch im Falle einer Produktionsreduzierung in Krško genügend Strom haben.
Ist die nukleare Sicherheit des Kraftwerks gefährdet? +
Nein. Vom KKW Krško wird betont, dass alle Systeme ohne Einschränkungen arbeiten und die nukleare Sicherheit in keiner Weise gefährdet ist. Die Einschränkungen beziehen sich ausschließlich auf Umweltschutzregeln.

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