Am Freitag, dem 7. August 2026, wurde in Mekka ein Verteidigungsabkommen unterzeichnet, das die Sicherheitsarchitektur des Nahen Ostens erheblich umgestalten könnte. Die Türkei, Pakistan und Saudi-Arabien, drei regionale Mächte und sunnitische muslimische Verbündete der Vereinigten Staaten, haben sich zum "Gemeinsamen Verteidigungsabkommen von Mekka" zusammengeschlossen, einem Pakt, der nach den Worten des türkischen Außenministers technisch dem zentralen Artikel der Nordatlantikpakt-Organisation entspricht.
"Die NATO ist ein riesiges Militärbündnis mit 32 Staaten. Wir haben hier mit drei Staaten begonnen und müssen sehr bescheidene, aber konkrete Schritte unternehmen", sagte Hakan Fidan am Samstag der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Fidan erläuterte, dass der Kern des Abkommens, das zwei Jahre und acht Monate vorbereitet wurde, dem Artikel 5 der NATO über gegenseitige Verteidigung entspricht, was bedeutet, dass ein bewaffneter Angriff auf eines der drei Mitglieder als Angriff auf alle betrachtet wird.
Bündnis offen für neue Mitglieder, Ägypten an erster Stelle
Obwohl der Pakt derzeit dreigliedrig ist, sind die Türen für eine Erweiterung weit geöffnet. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, so Fidan, möchte das Bündnis erweitern, und als erster potenzieller Kandidat sticht Ägypten hervor. In einer gemeinsamen Erklärung der drei Staaten heißt es, dass das Hauptziel des Abkommens die Stärkung der gemeinsamen Abschreckung gegen jeden Akt der Aggression ist.
Minister Fidan betonte, dass das neue Militärbündnis nicht gegen den Iran oder ein anderes Land in der Region gerichtet ist. Es handele sich, wie er erklärte, um eine allgemeine Verpflichtung zur Unterstützung der Sicherheit der drei Verbündeten. "Das Abkommen richtet sich nicht gegen den Iran oder ein anderes Land, sondern stellt eine allgemeine Verpflichtung zur Unterstützung der Sicherheit der drei Verbündeten dar", sagte Fidan gegenüber Anadolu und fügte hinzu, dass kein Land als Bedrohung betrachtet werde, solange es keinen Angriff auf eines der Mitglieder verübe.
Struktur nach dem Vorbild der NATO
Der Pakt kommt zu einer Zeit erhöhter regionaler Spannungen, die zu iranischen Raketenangriffen auf Golf-Ölexporteure geführt haben, was die sunnitischen Verbündeten Washingtons beunruhigt hat. Die Türkei, die über die zweitgrößte Armee innerhalb der NATO verfügt, hat klargestellt, dass das neue Abkommen bestehende Bündnisse nicht ersetzen, sondern ergänzen soll.
In institutioneller Hinsicht wird das Bündnis dem bewährten NATO-Modell folgen. Es wird ein Ministerausschuss eingerichtet, ähnlich dem in der Nordatlantikpakt-Organisation, während das Generalsekretariat seinen Sitz in Saudi-Arabien haben wird. Operative Details, einschließlich Umfang, Form und Art der Unterstützung im Falle eines Angriffs auf ein Mitglied, werden auf der ersten Sitzung des Ausschusses und durch weitere Konsultationen unter den Verbündeten vereinbart.