Der amerikanische Präsident Donald Trump hat die Anfrage des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach der Lieferung von Hunderten zusätzlicher Abfangraketen für die Patriot-Luftabwehrsysteme abgelehnt. Laut der Financial Times, die sich auf eigene Quellen beruft, kam es zu der Ablehnung bei einem Treffen der beiden Führungspersönlichkeiten in der vergangenen Woche.
Lagerbestandsdefizite wegen des Nahen Ostens
Als Hauptgrund für die Ablehnung nannte Trump eine Knappheit an Abfangraketen in den amerikanischen Beständen. Er betonte, dass diese Raketen dringend benötigt würden, um amerikanische Streitkräfte und Verbündete im Nahen Osten zu schützen, insbesondere in den Golfstaaten, angesichts der militärischen Kampagne gegen den Iran.
Diese Entscheidung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Vereinigten Staaten laut früheren Berichten westlicher Medien seit Ende Februar etwa ein Drittel ihrer gesamten Bestände an wichtiger hochpräziser Munition verbraucht haben. Besonders stark betroffen waren die Bestände an Abfangsystemen.
Enormer Verbrauch von Langstreckenwaffen
Die Daten zum Verbrauch des amerikanischen Arsenals sind beeindruckend. Während der Operationen wurden mehr als 1000 Tomahawk-Marschflugkörper und über 1100 JASSM-Raketen abgefeuert. Zudem wurde fast der gesamte kleine Bestand von 90 PrSM-Raketen aufgebraucht, wobei die geschätzte Anzahl der abgefeuerten Raketen zwischen 40 und 70 Stück liegt.
Die Ablehnung zusätzlicher Patriot-Lieferungen stellt einen erheblichen Schlag für die ukrainische Luftverteidigung dar, die sich stark auf westliche Systeme zum Schutz ihrer Städte und kritischen Infrastruktur vor russischen Angriffen verlässt. Gleichzeitig unterstreicht sie den Wandel der Prioritäten in Washington, wo die Eskalation des Konflikts mit dem Iran zunehmend die militärische Planung dominiert.