Die Türkei hat am Dienstag, dem 4. August 2026, einen dringenden Appell an Russland und die Ukraine gerichtet, Maßnahmen zur Sicherung der Schifffahrt im Schwarzen Meer zu ergreifen. Der Aufruf erfolgte, nachdem ukrainische Drohnen am Vortag, dem 3. August, türkische Handelsschiffe angegriffen hatten, die aus dem russischen Hafen Noworossijsk ausgelaufen waren, wobei drei türkische Besatzungsmitglieder verletzt wurden.
Nach einem Bericht von Reuters erklärte das türkische Außenministerium, man sei "zutiefst besorgt" über die Angriffe auf zivile Schiffe und forderte beide Seiten auf, Handlungen zu vermeiden, die den Seeverkehr im Schwarzen Meer gefährden. Russische Kräfte haben den verfügbaren Informationen zufolge die verletzten Besatzungsmitglieder erfolgreich an Land evakuiert.
Uneinigkeit der Quellen über die Anzahl der angegriffenen Schiffe
Die Quellen sind sich über die genaue Anzahl der angegriffenen Schiffe uneinig. Der Telegram-Kanal Abu Ali Express berichtet, dass zwei türkische Handelsschiffe angegriffen wurden, während MilInfoLive unter Berufung auf die türkische Zeitung İHA von einem Angriff auf ein Schiff, das Ro-Ro-Schiff Nadezhda (NADEZHDA), schreibt. Nach dieser Version wurde das Schiff, das Obst und Gemüse nach Russland transportierte, in einer Entfernung von 30 Seemeilen vor Noworossijsk von sechs bis sieben Drohnen angegriffen.
MilInfoLive äußert zudem die Vermutung, dass die ukrainischen Streitkräfte bei der Zielauswahl nur den Schiffsnamen aus dem Schiffsverkehrsverfolgungsdienst verwendet haben, ohne andere Merkmale wie Schiffstyp, Eigentümer, Flagge oder Registriernummer zu überprüfen. Als Argument führen sie an, dass es auch ein russisches Frachtschiff mit demselben Namen gibt, das ebenfalls aus Noworossijsk fährt.
Kontext der Sicherheit im Schwarzen Meer
Der Angriff auf türkische Handelsschiffe stellt eine erhebliche Eskalation in der Schwarzmeerregion dar, wo Handelsschiffe zunehmend Risiken im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine ausgesetzt sind. Die Türkei, als NATO-Mitglied, das diplomatische Beziehungen sowohl zu Kiew als auch zu Moskau unterhält, sieht sich in der Lage, ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen und die Sicherheit ihrer Bürger schützen zu müssen.
Der Vorfall ereignete sich in der Nähe des wichtigen russischen Schwarzmeerhafens Noworossijsk, einem bedeutenden Knotenpunkt für den Export von Öl und anderen Gütern. Die Verletzung ziviler Seeleute unterstreicht zusätzlich die humanitäre Dimension der Gefahren, die nichtmilitärischen Schiffen in der Konfliktzone drohen.