Fabrik wird zur Kunstbühne: Dubrovnik erhält Kontrapogon
Die ehemalige TUP-Halle in Gruž wurde in eine 300 Quadratmeter große Fläche für zeitgenössische Kunst verwandelt, eröffnet mit einer Ausstellung von Katarina Ivanišin.
Die ehemalige TUP-Halle in Gruž wurde in eine 300 Quadratmeter große Fläche für zeitgenössische Kunst verwandelt, eröffnet mit einer Ausstellung von Katarina Ivanišin.
Dubrovnik ist seit Freitag, dem 7. August 2026, um einen neuen Kulturraum reicher. In der ehemaligen Fabrik für Kohlegraphitprodukte TUP im Stadtteil Gruž wurde der Kontrapogon eröffnet, ein Ausstellungsraum, der durch die Umnutzung einer Industriehalle mit über 300 Quadratmetern Fläche entstanden ist.
Der Name Kontrapogon verbindet symbolisch die industrielle Vergangenheit des Standorts mit seiner neuen, kreativen Bestimmung, er ist als eine Art "Triebwerk" für zeitgenössische Kunst konzipiert. Das Projekt ist Teil einer breiteren Initiative zur Umwandlung des TUP-Komplexes in ein lebendiges Kulturzentrum, das zu einem "parallelen Stadtzentrum" werden soll, das eine Alternative zu den Angeboten innerhalb der historischen Stadtmauern bietet und Raum für Kreative schafft, die unter hohen Mietpreisen leiden.
Die Bedeutung des Projekts wurde durch den Besuch der Kulturministerin Nina Obuljen Koržinek unterstrichen.
Der Kontrapogon wurde feierlich mit der Ausstellung "Zwischen Spuren" der akademischen Malerin Katarina Ivanišin eröffnet, einer Künstlerin aus Dubrovnik mit internationaler Karriere, geboren 1975. Nach ihrer Ausbildung in Dubrovnik schloss Ivanišin ihr Studium und ihren Master in Malerei am renommierten Royal College of Art in London ab, wo sie auch jahrelang als Dozentin tätig war.
Die Ausstellung ist das Ergebnis jahrelanger Forschung über die Beziehung zwischen Mensch und Natur und umfasst zwei Serien: "Derselbe Himmel" und "Durchgang". Während die Serie "Derselbe Himmel" bereits in Zagreb und Mailand gastierte, wird "Durchgang" im Kontrapogon in einer umfangreicheren Fassung präsentiert. Die Künstlerin betonte, dass die Monumentalität des neuen Raums ideal zu ihren großformatigen Werken passt und ihnen erlaubt, in voller Kraft gezeigt zu werden.
Die Kuratorin Petra Golušić beschrieb die Kunst von Katarina Ivanišin als "sehr tiefgründig, scharfsinnig und engagiert" und betonte, dass genau dieser Ausdruck perfekt zum industriellen Charakter des neuen Raums passt. Ihre Eröffnung eines Raums, der industrielles Erbe und kreative Perspektiven Dubrovniks vereint, erhält besonderes Gewicht durch die Verbindung der Künstlerin zu ihrer Heimatstadt, in der sie auch als Museumspädagogin tätig war.
Vertreter der Stadt betonten die Vision des TUP als soziokulturellen Inkubator, der das städtische Angebot bereichert. Nach dieser Ausstellung sind im Kontrapogon bereits Gastspiele des Technischen Museums Nikola Tesla angekündigt, und auch die Einrichtung einer Zweigstelle der Stadtbibliothek ist geplant, wodurch der Komplex seine Rolle als neues gesellschaftliches Zentrum weiter stärken wird.