UEFA gibt nicht nach: Boykott der FIFA-Wettbewerbe bleibt bestehen
Der europäische Fußballverband hat die Entschuldigung des FIFA-Präsidenten zurückgewiesen und eine unabhängige Bewertung der Pläne zum Verkauf der Weltmeisterschaft angekündigt.
Der europäische Fußballverband hat die Entschuldigung des FIFA-Präsidenten zurückgewiesen und eine unabhängige Bewertung der Pläne zum Verkauf der Weltmeisterschaft angekündigt.
Die Krise im Weltfußball verschärft sich. Der Europäische Fußballverband (UEFA) hat am Donnerstag bestätigt, dass er an seiner Entscheidung festhält, FIFA-Wettbewerbe zu boykottieren, und die schriftliche Entschuldigung von Präsident Gianni Infantino als unzureichend zurückgewiesen. Diese Haltung stellt die Teilnahme der europäischen Teams an der U20-Frauen-Weltmeisterschaft in Frage, die bereits im nächsten Monat in Polen stattfinden soll.
Laut Guardian plant die UEFA, eine unabhängige Bewertung der FIFA-Pläne zum Verkauf künftiger Einnahmen aus der Weltmeisterschaft an ein privates Investmentunternehmen in Auftrag zu geben. Es gibt Zweifel, dass Infantino zugestimmt hat, Anteile unter dem Marktwert zu verkaufen.
In einer scharfen Stellungnahme gegenüber Sky Sports machte die UEFA deutlich, dass sie Infantinos Entschuldigung nicht akzeptiert. "Die UEFA-Verbände waren sehr klar in Bezug auf die Bedingungen für die Nichtteilnahme an FIFA-Wettbewerben. Erstens mussten die Vorschläge zum Verkauf großer Wettbewerbe zurückgezogen werden, und zweitens müssen Garantien gegeben werden, dass solche Versuche, das Spiel auf diese Weise zu verunstalten, nie wieder vorkommen", heißt es in der Erklärung.
Die UEFA fügte hinzu, dass diese Bedingungen nicht erfüllt seien, und erinnerte daran, dass sie bereits am Samstag klar den Vertrauensverlust in Infantinos Präsidentschaft zum Ausdruck gebracht habe. Diese Haltung, so betonten sie, bestehe weiterhin. Mit Bezug auf die gemeinsame Unterstützungserklärung für Infantino, die nach den dringenden Gesprächen in Marokko am Mittwoch veröffentlicht wurde, erklärte die UEFA: "Die gestrige Ankündigung, dass einige Leute, die vom FIFA-Präsidenten angestellt sind (und deren Karrieren von seiner Gunst abhängen), ihm zustimmen, ändert nichts."
Die FIFA hingegen erklärte in einem Schreiben an ihren Rat, unterzeichnet von Infantino und Generalsekretär Mattias Grafstrom, dass der bei dem Treffen in Rabat anwesende Verwaltungsrat die volle Unterstützung für den Präsidenten bekräftigt. Allerdings erfuhr Sky News, dass bei diesem Treffen Schlüsselfiguren der Organisation nicht anwesend waren. Zu den Abwesenden gehörten die Chief Football Officer Jill Ellis, der Direktor für globale Fußballentwicklung Arsene Wenger, die Direktorin für Frauenfußball Sarai Bareman und der Chief Operating Officer Kevin Lamour.
Infantino hatte am Dienstag eine schriftliche Entschuldigung für das, was er als "Fehler" bezeichnete, an alle 211 FIFA-Mitglieder gerichtet, doch dieser Schritt scheint die Spannungen mit dem einflussreichsten Kontinentalverband nicht zu beruhigen.
Der UEFA-Boykott, der alle nationalen Verbände unter ihrem Dach umfasst, wirft einen Schatten auf die bevorstehende U20-Frauen-Weltmeisterschaft in Polen. Wenn der Konflikt nicht in den nächsten Wochen gelöst wird, könnte das Turnier ohne europäische Teams stattfinden, was einen beispiellosen Präzedenzfall in der modernen Fußballgeschichte darstellen würde. Die Entscheidung der UEFA, unabhängige Experten mit der Bewertung der kommerziellen Pläne der FIFA zu beauftragen, deutet darauf hin, dass der Druck auf Infantino nicht nachlassen wird, sondern in eine neue, detailliertere Phase der Überwachung seiner Geschäftsentscheidungen übergeht.