UEFA plant eine Fußballrevolution: Alternative WM in Planung
Aleksander Čeferin und Gianni Infantino am Rande eines offenen Konflikts, geplant ist eine globale Nationenliga mit acht Nationalteams pro Turnier.
Aleksander Čeferin und Gianni Infantino am Rande eines offenen Konflikts, geplant ist eine globale Nationenliga mit acht Nationalteams pro Turnier.
Die Beziehungen zwischen UEFA und FIFA waren noch nie so angespannt. Laut dem britischen The Times erwägt die UEFA zusammen mit CONCACAF und der Asiatischen Fußballkonföderation (AFC) ernsthaft die Einführung eines völlig neuen internationalen Wettbewerbs, der in direkter Konkurrenz zur FIFA-Weltmeisterschaft stehen würde. Dieser radikale Schritt ist angeblich eine Reaktion auf die mögliche Kandidatur von Gianni Infantino für eine vierte Amtszeit an der Spitze des Weltfußballverbands.
Die Geschichte konzentriert sich auf Aleksander Čeferin, den UEFA-Chef, und Gianni Infantino, den FIFA-Chef, deren Ansichten darüber, wie Vereins- und Nationalmannschaftsfußball in Zukunft aussehen sollten, zunehmend auseinandergehen. Laut ausländischen Medien soll Čeferin während des UEFA-Supercups am 12. August 2026 ein entscheidendes Treffen mit Nasser Al-Khelaifi, dem Präsidenten von PSG und der Vereinigung Europäischer Klubs (ECA), abhalten.
Eines der Hauptthemen der Gespräche zwischen Čeferin und Al-Khelaifi wird die Zukunft der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2029 sein, ein Projekt, das die FIFA weiter ausbauen möchte. Wie dieselben Quellen berichten, könnte jedoch auch das Thema eines vollständigen Boykotts zukünftiger Ausgaben dieses Wettbewerbs auf dem Tisch liegen. Der Grund ist die Unzufriedenheit eines Teils der europäischen Klubs mit ungeklärten Fragen zur Organisation, zum Finanzmodell, zu kommerziellen Rechten und zur Einnahmenverteilung, und einige Klubs warten angeblich noch auf Zahlungen aus früheren FIFA-Programmen.
Zu den in Betracht gezogenen Optionen gehört auch eine Art Boykott der Arbeit der FIFA selbst, einschließlich der Nichtteilnahme an Ratssitzungen und der Weigerung, bestimmte Entscheidungen zu bestätigen. "Alle sind entschlossen, es gibt kein Zurück mehr", sagte eine Quelle gegenüber The Times und fügte hinzu, dass die größten Nationalmannschaften der Welt lieber gegeneinander spielen würden als gegen deutlich schwächere Auswahlen.
Die UEFA besitzt angeblich seit Jahren ein ausgearbeitetes Projekt für eine Globale Nationenliga, das erstmals 2017 vorgestellt wurde, aber nie realisiert wurde. Nun könnte dieser Plan als Grundlage für einen neuen internationalen Wettbewerb außerhalb der FIFA-Zuständigkeit wiederbelebt werden. Wie Sky Sports UK berichtet, würden die kontinentalen Nationenligen als Qualifikationsrunde für das neue Turnier dienen.
Die besten Auswahlen aus UEFA, CONMEBOL, CONCACAF, AFC, CAF und OFC würden sich einen Platz in der Globalen Nationenliga sichern, wo sie basierend auf ihren Positionen in der FIFA-Weltrangliste in sieben separate Wettbewerbe aufgeteilt würden. Jedes dieser Turniere würde acht Nationalmannschaften umfassen, und das Format wäre ein K.-o.-System, das mit dem Viertelfinale beginnt, während das Finale im Gastgeberland stattfinden würde. Kurz gesagt, anstelle einer einzigen Weltmeisterschaft mit 48 Mannschaften würden parallel sieben verschiedene internationale Wettbewerbe stattfinden, die von den kontinentalen Konföderationen organisiert würden.
Die Spannungen lassen auch auf politischer Ebene nicht nach. Obwohl Čeferin laut Berichten keine Kandidatur für das FIFA-Präsidentenamt plant, bemüht er sich, breite Unterstützung für jemanden zu sammeln, der bei den nächsten Wahlen als Gegenkandidat zu Infantino antreten könnte. Unter den genannten Namen ist auch Nasser Al-Khelaifi, obwohl Personen aus dem Umfeld des PSG-Präsidenten behaupten, dass er derzeit keine solche Ambition habe. UEFA-Vizepräsidentin Laura McAllister hat die Situation zusätzlich angeheizt, indem sie erklärte, dass Infantino bei den nächsten Wahlen einen ernsthaften Gegenkandidaten mit einer anderen Vision erhalten sollte.
Auf der anderen Seite ergreift Infantino bereits Maßnahmen, um seine Position zu stärken. Ausländische Medien berichten, dass er Unterstützung von vielen nationalen Verbänden in Asien und Afrika erhalten hat, darunter aus Saudi-Arabien, Katar, Marokko, den VAE und Kuwait. Zusätzliche Unzufriedenheit unter den Konföderationen hat das gescheiterte Projekt FIFA Forward Enterprises (FFE) ausgelöst, mit dem Infantino plante, einen Teil der kommerziellen Einnahmen für private Investoren zu öffnen.
Weder UEFA noch FIFA haben bisher offiziell zu diesen Behauptungen Stellung genommen, daher sollten Informationen über einen möglichen Boykott und politische Veränderungen mit Vorsicht betrachtet werden, da sie aus ausländischen Quellen stammen. Sollten sich diese Informationen als wahr erweisen, könnte der Weltfußball in eine der turbulentesten Perioden aller Zeiten eintreten.