Wenn der Arzt ein EEG erwähnt, verspüren viele Patienten Unbehagen, doch die Angst ist völlig unbegründet. Es handelt sich um eine sichere, völlig schmerzfreie und nicht-invasive Untersuchung, die die elektrische Aktivität der Gehirnzellen aufzeichnet. Unser Gehirn kommuniziert ständig über winzige elektrische Impulse, sogar während des Schlafs, und das Elektroenzephalogramm erfasst diese Signale und wandelt sie in wellenförmige Linien um, die dem Arzt einen einzigartigen Einblick in seine aktuelle Funktion geben, nicht nur in die Struktur wie bei MRT oder CT.
Weit mehr als nur der Verdacht auf Epilepsie
Obwohl der Verdacht auf Epilepsie der Hauptgrund für die Überweisung zu dieser Untersuchung ist, ist ihr Anwendungsbereich deutlich breiter. Das EEG ist der Goldstandard zur Bestätigung abnormaler elektrischer Aktivität, die für Anfälle charakteristisch ist, und hilft, epileptische Anfälle von Zuständen mit ähnlichen Symptomen wie Ohnmacht zu unterscheiden. Auf Intensivstationen ist dieses Gerät auch entscheidend für die Überwachung von Patienten im Koma, die Bestimmung des Schädigungsgrades bei Schädel-Hirn-Trauma oder Schlaganfall sowie für die Erkennung entzündlicher Prozesse im Gehirn, d.h. Enzephalitis.
Der Arzt kann Sie auch wegen chronischer Kopfschmerzen, unerklärlichem Schwindel oder Bewusstseinsverlust zur Untersuchung überweisen. Eine besonders wichtige Rolle spielt es bei der Diagnose von Schlafstörungen, wo durch die Analyse der Gehirnwellen während der Nacht Ursachen von Schlaflosigkeit oder Narkolepsie aufgedeckt werden können. Bei Kindern wird es zur Beurteilung der Gehirnfunktion bei Entwicklungsverzögerungen, ADHS oder Tics eingesetzt, jedoch nur, wenn der Verdacht auf versteckte epileptische Aktivität besteht.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Der Ablauf selbst ist sehr einfach. Der Techniker wird etwa zwanzig kleine Elektroden mit Klebepaste oder einer speziellen elastischen Kappe auf Ihrer Kopfhaut anbringen. Die Standardaufzeichnung dauert zwischen 20 und 40 Minuten, während der Sie ruhig mit geschlossenen Augen liegen. Wichtig zu betonen ist, dass die Elektroden ausschließlich die Gehirnaktivität aufzeichnen, ohne elektrische Impulse zu senden. Um spezifische Reaktionen des Gehirns hervorzurufen, kann der Techniker Sie bitten, tief zu atmen oder auf ein flackerndes Licht zu schauen.
Die Vorbereitung auf die Untersuchung ist minimal. Am wichtigsten ist, mit sauberem und trockenem Haar zu kommen, ohne Stylingprodukte wie Gel, Haarspray oder Spülung, da diese die Haftung der Elektroden beeinträchtigen können. Außerdem wird empfohlen, mindestens acht Stunden vor der Untersuchung auf koffeinhaltige Getränke zu verzichten. In bestimmten Situationen, insbesondere bei Verdacht auf Epilepsie, kann der Arzt ein EEG nach einer durchwachten Nacht empfehlen; darüber erhalten Sie detaillierte Anweisungen.
Was ein EEG nicht aufdecken kann
Ebenso wichtig ist es, die Grenzen dieser Untersuchung zu verstehen. Das EEG ist kein Test, der Gedanken liest, und wird nicht routinemäßig zur Diagnose von Zuständen wie Migräne, Tics, Fieberkrämpfen oder Lernschwierigkeiten und Autismus eingesetzt, es sei denn, es besteht gleichzeitig der Verdacht auf Anfälle. Darüber hinaus bedeutet ein unauffälliger EEG-Befund nicht, dass keine Epilepsie vorliegt, da die abnormale Aktivität während einer so kurzen Aufzeichnung möglicherweise nicht auftritt. Genau deshalb interpretiert der Neurologe den Befund immer nur im Kontext des gesamten klinischen Bildes und der Symptome des Patienten, wie Ordinacija.hr berichtet.