Kroatien sieht sich extremen Wetterbedingungen gegenüber, die die Wasserversorgung und das Ökosystem bedrohen. Der Generaldirektor der Kroatischen Gewässer, Zoran Đuroković, warnte in einem Interview mit N1 Television, dass die Orljava im Gebiet von Požega bereits in den nächsten Tagen austrocknen könnte, während die Lufttemperaturen in Slawonien fast 40 Grad Celsius erreichen.
Rekordhitze und Dürre
Laut Daten, die Osijek Express übermittelt, wurden am Dienstag, dem 4. August 2026, um 15 Uhr in Valpovo sogar 39 Grad gemessen. Im gleichen Zeitraum verzeichnete Osijek 37,4 und Beli Manastir 38,3 Grad. Bis 16 Uhr stieg die Temperatur in Osijek und Slavonski Brod auf 37,8 Grad. Diese Temperaturen beschleunigen zusätzlich die Verdunstung der ohnehin niedrigen Wasserstände.
Kritische Wasserstände und Notwendigkeit von Speicherbecken
Đuroković betonte die Bedeutung des Baus von Speicherbecken für eine langfristige Lösung des Problems. "Wir müssen mehr Speicherbecken bauen, das tun wir auch, um Wasser im Herbst und Winter zu speichern, damit es den Menschen sowie der Pflanzen- und Tierwelt zur Verfügung steht. Die Orljava könnte in den nächsten Tagen im Gebiet von Požega austrocknen. Hätten wir ein Speicherbecken oberhalb der Stadt, würden wir bei niedrigen Wasserständen Wasser ablassen und das biologische Minimum ergänzen", sagte Đuroković gegenüber N1 Television.
Die Situation ist auch an anderen Gewässern kritisch. Der Wasserstand der Drau bei Osijek betrug um 15 Uhr -184 Zentimeter, was über dem historischen Minimum liegt, aber dennoch extrem niedrig ist. Es wurde auch ein Anstieg des Wasserstands bei Donji Miholjac verzeichnet, wo die Drau zweimal um etwa 15 und mehr Zentimeter anstieg, aber diese Welle bewegt sich erst auf Osijek zu und wird das Gesamtbild nicht wesentlich verbessern.
Trinkwasserversorgung vorerst stabil
Trotz der alarmierenden Zahlen beruhigte Đuroković die Öffentlichkeit mit der Botschaft, dass die Trinkwasserversorgung nicht in Frage gestellt sei, insbesondere im kontinentalen Teil des Landes. Er betonte, dass in abgelegeneren Gebieten an der Küste zusätzliche Maßnahmen ergriffen wurden, um eine regelmäßige Versorgung zu gewährleisten. Dennoch habe die anhaltende Dürre bereits zu Problemen im Verkehr, bei der Stromerzeugung und bei der Gefährdung einzelner Tierarten geführt, berichtet Dnevnik.hr.