Die Spannungen zwischen Vinicius Junior und Real Madrid eskalieren, und die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung stecken in einer kritischen Phase fest. Obwohl es Ende der Saison 2024/2025 eine vorläufige Einigung gab, ist der brasilianische Fußballer davon zurückgetreten und fordert finanzielle Bedingungen, die ihn mit dem neuen Star des Vereins, Kylian Mbappé, gleichstellen. Real Madrid hingegen hat sein letztes Angebot auf den Tisch gelegt und weigert sich, weiter zu verhandeln, wohl wissend, dass der Spieler in nur vier Monaten in eine Phase eintritt, in der er frei mit anderen Vereinen sprechen kann.
Von der Einigung zum Stillstand: Was ist passiert?
Der Prozess der Vertragsverlängerung wurde im Juli 2025 abrupt gestoppt, kurz nach der Klub-Weltmeisterschaft. Das letzte persönliche Treffen in Valdebebas, während das Team noch von Xabi Alonso trainiert wurde, endete sehr nahe an einer Einigung. Vinicius hatte damals seine anfänglichen Forderungen von etwa 30 Millionen Euro pro Jahr deutlich reduziert, und der Verein hatte sein Angebot erhöht. Doch in der Endphase wollte niemand nachgeben, und der Prozess kam zum Stillstand.
Journalisten spanischer Medien warnen offen vor der Gefahr. Marcos Lopez sagte gegenüber Goal.com: "Real Madrid kann es sich nicht leisten, dass sein zweiter Spieler, der vor zwei Jahren der Star der ersten Mannschaft war, vier Monate vor Eintritt in die freie Phase in diese Situation gerät." Sein Kollege Aritz Gabilondo, in der Sendung "El Larguero" auf Radio Cadena SER, war noch direkter und warnte, dass "diese Dinge nicht gut enden".
Was fordert Vinicius?
Der entscheidende Streitpunkt ist die Unterschriftsprämie, identisch mit der, die Mbappé bei seiner Ankunft von Paris Saint-Germain erhalten hat. Laut der spanischen Zeitung AS lehnt Real Madrid dies ab, aus Angst, damit die Tür für ähnliche Forderungen anderer Stars wie Bellingham und Valverde zu öffnen. Ein weiterer Streitpunkt sind die Bildrechte. Mbappé behält fast 100 Prozent seiner Rechte, und dasselbe Ziel verfolgt auch Vinicius, der eine der größten Marketing-Ikonen des Sports ist und derzeit mit 18 internationalen Marken zusammenarbeitet, darunter Nike, Apple und Pepsi.
Ein Blick in seinen bestehenden Vertrag, der am 31. Oktober 2023 veröffentlicht wurde, zeigt, warum er so hartnäckig ist. Der 2022 unterzeichnete Vertrag über fünf Spielzeiten bis 2027 hat einen Gesamtwert von 75 Millionen Euro netto. Sein Gehalt stieg progressiv von anfänglich 10 Millionen Euro auf etwa 18 Millionen in der letzten Saison. Der Vertrag enthält auch eine Klausel, die ihm nach dem Gewinn des "The Best"-Preises zusätzlich zwei Millionen Euro pro Saison einbringt, und dasselbe würde für den Ballon d'Or gelten. In den neuen Verhandlungen forderte er 20 Millionen Euro netto pro Saison, fünf Millionen mehr als der Durchschnitt im alten Vertrag.
Reals Position und Mourinho
Gabilondo betont, dass Vinicius nicht mehr in der Position ist, einen Vertrag wie den von Mbappé zu fordern. "Wir sprechen über das zukünftige Projekt von Real Madrid, und Vinicius ist nicht derselbe Spieler wie vor zwei Jahren. Der Verein bietet einen enormen Vertrag an, aber die Form des Spielers lässt nach, im Gegensatz zu dem, was mit Neymar und Barcelona passiert ist", sagte der Journalist zu Cadena SER.
Trotz des Stillstands gibt es Hoffnung auf eine Einigung. Die Verhandlungen werden bald bei einem Treffen zwischen dem Spieler, Trainer Mourinho und der Vereinsführung fortgesetzt. Bezeichnend ist auch, dass Real Madrid bereits Diomande verpflichtet hat, einen Spieler, der vom selben Agenten wie Vinicius, Frederico Pena, vertreten wird. Das deutet darauf hin, dass die Kommunikationskanäle weiterhin offen sind, und aus dem Umfeld des Brasilianers kommen Informationen, dass er bei Real bleiben möchte.
Dennoch läuft die Zeit ab. Vinicius' Vertrag läuft bis 2027, und bereits ab Januar kann er laut FIFA-Regeln frei mit anderen Vereinen verhandeln. Real Madrid hofft, den Albtraum zu vermeiden, den PSG mit Mbappé erlebt hat.