Mehr als 100 deutsche Städte schränken Wasser ein
Eine extreme Hitzewelle hat Europa erfasst, und die Behörden in Deutschland und Ungarn ergreifen Notmaßnahmen, um Wasserknappheit und Energieknappheit zu verhindern.
Eine extreme Hitzewelle hat Europa erfasst, und die Behörden in Deutschland und Ungarn ergreifen Notmaßnahmen, um Wasserknappheit und Energieknappheit zu verhindern.
Die extremen Temperaturen, die Europa in diesen Tagen heimsuchen, haben die Behörden in Deutschland und Ungarn dazu veranlasst, Notmaßnahmen zu ergreifen. Während in Deutschland mehr als 100 Städte und Landkreise den Wasserverbrauch eingeschränkt haben, haben mehrere ungarische Städte am Montag die erste Stufe der Einschränkungen ausgerufen, und für das gesamte Land gilt die höchste Hitzewarnstufe.
Laut der deutschen Zeitung Bild haben mehr als 100 Städte und Landkreise in ganz Deutschland als Reaktion auf die extreme Hitze Einschränkungen des Wasserverbrauchs eingeführt. Details zu den spezifischen Maßnahmen und betroffenen Gebieten wurden nicht veröffentlicht, aber die Nachricht deutet auf die Ernsthaftigkeit der Lage im bevölkerungsreichsten Mitgliedsland der Europäischen Union hin.
Wassereinschränkungen wurden am Montag in zwei ungarischen Städten, Debrecen und Pécs, eingeführt. Die lokalen Behörden haben die erste Stufe der Einschränkungen ausgerufen, was nach ungarischem Recht ein Verbot der Bewässerung von Grünflächen mit Trinkwasser, das Befüllen von Pools, das Waschen von Autos und das Reinigen von Beton- und Steinflächen umfasst. Auch der Betrieb von Springbrunnen und Zierbrunnen wurde eingestellt, und Wasserwechsel in Pools und Wellnesshotels müssen mit den kommunalen Unternehmen abgestimmt werden, berichtet die ungarische Nachrichtenagentur MTI.
Der oberste Sanitätsinspektor hat die dritte, höchste Hitzewarnstufe für ganz Ungarn ausgerufen, die bis Dienstag Mitternacht gilt. Es wird erwartet, dass die Warnung je nach Wettervorhersage des meteorologischen Dienstes HungaroMet verlängert wird.
In der Hauptstadt Budapest gibt es derzeit weder Wasserknappheit noch Einschränkungen, erklärte Bürgermeister Gergely Karácsony. "Die Budapester Wasserwerke können weiterhin alle Verbraucher versorgen", sagte Karácsony und fügte hinzu, dass Leitungswasser nur zum Gießen junger Bäume und Sträucher verwendet wird. Die Stadt hat gestern auch Energiesparmaßnahmen im öffentlichen Nahverkehr eingeführt, weshalb Straßenbahnen und U-Bahnen ein bis zwei Minuten länger fahren als üblich, während Busse zu bestimmten Zeiten Oberleitungsbusse ersetzen.
Während einige Städte mit Engpässen kämpfen, versuchen andere, den Bewohnern das Ertragen der Hitze zu erleichtern. In Szolnok sind die städtischen Strände von Montag bis Freitag von 17 bis 20 Uhr für die lokale Bevölkerung kostenlos geöffnet. Diese Initiative wurde von András Cser-Palkovics, dem Bürgermeister von Székesfehérvár, ins Leben gerufen, und das kostenlose Baden könnte je nach Wetterlage verlängert werden.
Auf der anderen Seite kündigte der Bürgermeister von Kaposvár, Károly Szita, am Montag den Bau von zwei neuen Wasserbrunnen an, um die Sicherheit der Wasserversorgung zu verbessern. Der technische Direktor des kommunalen Unternehmens KAVÍZ, Balázs Boda, erklärte, dass auch die Installation eines Systems zur frühzeitigen Erkennung von Rohrbrüchen fortgesetzt wird. Das System wird aus 450 Sensoren bestehen, die Lecks erkennen, was rechtzeitige Reparaturen und eine Reduzierung der Netzverluste ermöglicht. Szita betonte, dass die Verluste auf unter 10 Prozent sinken sollen, was eine zusätzliche Einsparung von 1000 Kubikmetern Wasser pro Tag bedeuten würde.
In Veszprém hat man sich für eine unkonventionelle Lösung entschieden: Junge Bäume und Sträucher werden mit Wasser mit hohem Nitratgehalt gegossen, das nicht für den menschlichen Gebrauch geeignet ist, aber den Pflanzen nicht schadet. Die historische Hitzewelle, die voraussichtlich vier bis fünf Tage dauern wird, stellt die Infrastruktur und Ressourcen in ganz Mitteleuropa auf die Probe, und die ergriffenen Maßnahmen in der Nachbarschaft könnten als Vorbild für andere Länder dienen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.