Vizepremier der Republik Kroatien und Minister für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei David Vlajčić warnte am Freitag, den 31. Juli 2026, vor einer ernsthaften Bedrohung der kroatischen Schweinehaltung durch Schmuggel und illegalen Handel mit Schweinefleisch und forderte strenge Strafen für die Verantwortlichen. Die Warnung erfolgte nach Treffen mit den Krisenstäben der Gespanschaften Požega-Slawonien und Osijek-Baranja, bei denen über weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) beraten wurde.
Schmuggel während der Tourismussaison
Wie 24sata berichtet, hob Minister Vlajčić besonders die Fälle von Fleischschmuggel aus Serbien, wo die Afrikanische Schweinepest wütet, nach Dalmatien hervor. "Das sind Fälle, die die heimische Produktion zerstören, wegen eines gewissen Profits. Wo ist da der Patriotismus, von dem wir sprechen, was sind das für Gastronomiebetriebe, die aus Serbien, wo die ASP wütet, Fleisch in der Nacht, versteckt in Kofferräumen, importieren und auf diese Weise die heimische Produktion zerstören?", fragte Vlajčić gegenüber 24sata.
Er fügte hinzu, dass Patriotismus heute nicht das Singen patriotischer Lieder sei, sondern die Meldung solcher Fälle, ihre Verurteilung und ihre Anprangerung. Laut Lider erklärte der Minister: "Ich warne besonders vor der inakzeptablen Praxis des Schmuggels und illegalen Handels mit Fleisch, die ein ernsthaftes Risiko für die kroatische Schweinehaltung darstellt. Ich rufe alle Erzeuger, Lebensmittelunternehmen und Bürger auf, die Vorschriften einzuhalten und jede festgestellte Unregelmäßigkeit zu melden."
Drei neue Ausbrüche und alarmierende Zahlen
Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums, die Lider zitiert, wurden in Kroatien seit Beginn des Jahres 2026 bis einschließlich 31. Juli insgesamt 127 Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest in Schweinehaltungen bestätigt. Allein am 31. Juli wurden drei neue Fälle registriert: zwei in der Gespanschaft Osijek-Baranja in den Ortschaften Bokšić und Lacići sowie einer in Veliki Rastovac in der Gespanschaft Virovitica-Podravina.
Am stärksten betroffen ist die Gespanschaft Osijek-Baranja mit 70 Ausbrüchen, während die Gespanschaft Virovitica-Podravina 57 Ausbrüche verzeichnet. Bei Wildschweinen wurden sogar 188 Fälle der Krankheit bestätigt, wovon 184 Fälle auf die Gespanschaft Osijek-Baranja entfallen.
Appell an Verantwortung und konsequente Maßnahmen
Nach dem Treffen in Požega und Osijek erklärte Minister Vlajčić gegenüber ICV Virovitica: "Beim Treffen haben wir bestätigt, dass die epidemiologische Lage in der Gespanschaft Požega-Slawonien unter Kontrolle ist, aber es gibt keinen Raum für Nachlässigkeit, und wir haben die Fortsetzung des koordinierten Vorgehens aller zuständigen Institutionen mit verstärkten Biosicherheitsmaßnahmen, tierärztlichen und polizeilichen Kontrollen sowie verstärkter Bejagung von Wildschweinen vereinbart."
Der Minister betonte, dass der Staat weiterhin alle Schweinehalter unterstützen werde, die sich an die Vorschriften halten, und dass Mittel für Schadensersatz, Euthanasie, Repopulation, entgangenen Gewinn und andere Hilfsmaßnahmen bereitgestellt seien. "Die Afrikanische Schweinepest ist in der Umwelt präsent, insbesondere in der Wildschweinpopulation, weshalb ich Jäger, Förster, Landwirte, Erholungssuchende und alle Bürger aufrufe, verantwortungsvoll zu handeln, die Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten und jeden Krankheitsverdacht oder verendete Wildschweine zu melden", schloss Vlajčić gegenüber ICV Virovitica.
Gespanschaftspräsidentin Tramišak: Disziplin ist entscheidend
Die Präsidentin der Gespanschaft Osijek-Baranja, Nataša Tramišak, dankte dem Ministerium für die schnelle Reaktion und betonte die Bedeutung verantwortungsvollen Verhaltens. "Die Gespanschaft Osijek-Baranja ist das größte Schweinehaltungsgebiet in Kroatien, daher ist es entscheidend, dass alle Züchter und die gesamte lokale Gemeinschaft die Biosicherheitsmaßnahmen konsequent umsetzen und durch verantwortungsvolles Verhalten die heimische Produktion schützen", sagte Tramišak gegenüber ICV Virovitica. Wie 24sata berichtet, fügte die Präsidentin hinzu, dass man dieser Krankheit nur mit Disziplin bei der Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen begegnen könne.