Eine Autopanne weit weg von zu Hause kann den Sommerurlaub in einen finanziellen Albtraum verwandeln. Das verdeutlicht am besten der Fall, über den Klikni.hr berichtet: Ein Kleinbus, der auf der Insel Brač liegen blieb, kostete seinen Besitzer allein für das Abschleppen nach Bjelovar stolze 1.231 Euro, aufgebläht durch Gebühren, mit denen viele Autofahrer nicht rechnen.
Rechnungsstruktur: Doppelte Abschleppgebühren, Kilometer und Gewicht
Laut Klikni.hr erfolgte der Abschleppvorgang in zwei Etappen, ein Dienst brachte das Fahrzeug von Supetr nach Split, ein anderer zog es von Split weiter nach Bjelovar. Dadurch wurde die Grundpauschale für Be- und Entladung sowie die ersten 20 Kilometer zweimal berechnet, insgesamt 132 Euro. Hinzu kamen Zuschläge für das Fahrzeuggewicht von über 350 Euro sowie die Abrechnung jedes zusätzlichen Kilometers. Das Fahrzeug legte fast 500 Kilometer über die ersten 20 hinaus zurück, bei einem Preis von 1,19 Euro pro Kilometer, was allein für die Kilometerleistung über 580 Euro ergab. Obendrauf kamen noch die Kosten für die Fähre und die Maut in Höhe von 157 Euro.
Wie man sich vor solchen Rechnungen schützen kann
Von Klikni.hr heißt es, dass die reine Kfz-Haftpflichtversicherung weder Pannenhilfe noch Abschleppdienst abdeckt. Bleibt der Fahrer ohne zusätzlichen Schutz, ist er den Marktpreisen der Abschleppdienste ausgeliefert, die in der Saison extrem hoch sein können. Daher lohnt es sich, bereits beim Abschluss der Kfz-Versicherung eine zusätzliche Deckung zu vereinbaren, und das für einen symbolischen Jahresbeitrag.
Angebote der Versicherer: Preise und Leistungen
Wie Klikni.hr berichtet, bietet die LAQO-Versicherung die Option Abschleppen und Assistance für 18 Euro pro Jahr. Diese beinhaltet eine unbegrenzte Anzahl von Abschleppvorgängen und Einsätzen über den Partner Oryx und deckt mehr als 40 europäische Länder ohne zusätzliche Zuzahlung ab. Auch die Croatia Versicherung ermöglicht über Oryx Pannenhilfe für 17 Euro pro Jahr.
Die Sava Versicherung hat mehrere Stufen; ihr Premium-Paket deckt Abschleppkosten bis zu 3.000 Euro, vier Tage Hotelunterkunft und ein Ersatzfahrzeug, bis zu 72 Stunden in Kroatien bzw. 120 Stunden im Ausland. Generali (AS Direct) bietet separate Pakete für Kroatien und Europa an, während Grawe in den Paketen Mobil Kroatien und Mobil Europa ein gemeinsames Limit von 250 Euro für Abschleppen und Reparatur hat, was bei längeren Strecken schnell aufgebraucht sein kann.
Eine Alternative ist die Mitgliedschaft im HAK (Kroatischer Automobilclub). Das Basispaket Start kostet 40 Euro pro Jahr und bietet eine Deckung von insgesamt bis zu 270 Euro für Pannenhilfe in Kroatien. Die Pakete Optimum und Optimum plus kosten 65 Euro und beinhalten einen höheren Schutz, zweimaligen jährlichen Reifenwechsel sowie die Möglichkeit eines Ersatzfahrzeugs oder einer Unterkunft im Pannenfall. Der HAK hat zu Beginn dieses Jahres seine Mitgliedsbeiträge erhöht, daher lohnt es sich, vor dem Beitritt die aktuellen Preise und Grenzen zu prüfen.
Worauf bei der Wahl der Deckung zu achten ist
Klikni.hr hebt einige wichtige Punkte hervor, die man prüfen sollte, bevor man sich für eine zusätzliche Versicherung oder Mitgliedschaft entscheidet:
- Territorium: Deckt das Paket nur Kroatien oder auch das Ausland? Für Reisen nach Bosnien und Herzegowina, Slowenien oder weiter benötigen Sie ein Europapaket.
- Höhe des Limits: Manche Pakete, wie das von Grawe, haben ein relativ niedriges gemeinsames Limit für Abschleppen und Reparatur, das schnell ausgeschöpft ist.
- Anzahl der Einsätze und Zielort: Während LAQO beispielsweise zum Wohnort oder einem anderen Ort gleicher Entfernung transportiert und eine unbegrenzte Anzahl von Abschleppvorgängen erlaubt, können andere Anbieter die Anzahl der Einsätze begrenzen oder nur zur nächsten autorisierten Werkstatt bringen.
- Fahrzeuggewicht: Gerade die Gewichtszuschläge treiben die Rechnung in die Höhe, was besonders für größere Familienautos, Kleinbusse und Anhänger relevant ist.
- Ersatzfahrzeug und Unterkunft: Es ist nützlich zu wissen, ob Sie ein Ersatzauto oder eine Hotelunterkunft erhalten, während Ihr Fahrzeug repariert wird.
- Arbeitszeiten: Prüfen Sie, ob Einsätze am Wochenende und nachts zu höheren Tarifen abgerechnet werden, denn Pannen auf der Reise ans Meer passieren oft genau dann.
Erster Schritt, wenn das Auto stehen bleibt: Nicht gleich den ersten Abschleppdienst rufen
Erfahrene Autofahrer, so schreibt Klikni.hr, raten, im Pannenfall zuerst die eigene Versicherung oder den HAK anzurufen und erst dann einem Dienst zuzustimmen, und das auch erst, nachdem einem jemand klar den Preis genannt hat. Auf dem Seitenstreifen darf man sicher auf den selbst gerufenen Abschleppdienst warten, und ein paar Minuten Geduld können einen vor einer Rechnung von mehreren hundert Euro bewahren.