Serbiens Präsident Aleksandar Vučić warnte am Montag, dass die einzige serbische Ölraffinerie in Pančevo gezwungen sein könnte, ihren Betrieb vorübergehend einzustellen, aufgrund des kritisch niedrigen Wasserstands der Donau. Diese Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die gesamte Region mit den Folgen extremer Dürre und Hitzewellen konfrontiert ist.
Donau entscheidend für vier Prozesse
"Es gibt vier entscheidende Prozesse, für die wir die Donau und ihr Wasser benötigen. Wir stehen vor großen Problemen. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun und ich hoffe, dass wir nicht gezwungen sein werden, die Raffinerie zu schließen", sagte Vučić gegenüber Journalisten, wie N1 Serbien berichtet. Er fügte hinzu, dass die Donau, falls der Betrieb gestoppt werden müsste, wahrscheinlich innerhalb von zwei oder drei Tagen nicht mehr schiffbar wäre.
Vučić betonte auch den Druck auf dem internationalen Ölmarkt. "Wir werden unzählige wirtschaftliche Hindernisse durchstehen, und Gott bewahre, dass die Raffinerie erneut geschlossen werden muss. Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt. Wir können die finanziellen und wirtschaftlichen Auswirkungen verkraften, aber es wird unmöglich, durchzuhalten, wenn die Referenzpreise weiter steigen. Es gibt einfach kein Öl, keinen Diesel", sagte er.
Dringende Sitzung des Krisenstabs
Der Republikanische Krisenstab für Notlagen hielt am Montag, den 3. August 2026, eine dringende Sitzung ab, um Maßnahmen zur Erhaltung der Energiestabilität zu erörtern. Trotz der Ernsthaftigkeit der Lage beruhigte Vučić die Bürger, dass sie noch nicht beunruhigt sein müssten, und fügte hinzu, dass er sie informieren werde, "wenn die Situation Besorgnis erfordert".
Ungarn stellt Kernkraftwerk zum ersten Mal seit 44 Jahren ab
Die Krise an der Donau hat weitreichende regionale Auswirkungen. Tonia Mastrobuoni, Korrespondentin von La Repubblica, berichtet, dass in Budapest zum ersten Mal seit 44 Jahren der Betrieb des Kernkraftwerks gestoppt wurde, das normalerweise 40% des ungarischen Stroms produziert. Gleichzeitig wurde in Serbien die Produktion von Wasserkraft genau wegen des niedrigen Wasserstands reduziert.
Aufgrund der Rekorddürre tauchen aus dem Flussbett der Donau auch Wracks von Nazi-Schiffen auf, die bereits 1944 versenkt wurden, was eindrucksvoll den historisch niedrigen Wasserstand des Flusses belegt. Ungarn kämpft gleichzeitig mit Temperaturen über 40 Grad Celsius.
Italien verzeichnet Milliardenschäden
Die extremen Wetterbedingungen machen auch vor Südeuropa nicht halt. Wie der Journalist Massimo Ferraro für La Repubblica schreibt, haben die Kosten für extreme Wetterereignisse in Italien in diesem Jahr 1,5 Milliarden Euro erreicht. Dieser Betrag umfasst Kosten für den Schutz landwirtschaftlicher Flächen und verlorene Arbeitsstunden und trifft besonders Symbole der italienischen Küche wie Reis, Weizen und Milch.