Die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Zagreb bringt oft Frustrationen mit sich, von Verspätungen der Straßenbahnen bis hin zu Verkehrsstaus. Doch für einen Zagreber aus dem Viertel Jarun wurde die letzte Fahrt nach Hause zu einem kleinen Drama an der Straßenbahnhaltestelle. Marko, wie er Zagreb.info erzählte, versuchte, die Straßenbahn zu erwischen, aber zwei junge Mädchen versperrten ihm den Weg und bewegten sich trotz seiner Warnungen nicht.
"Ich rannte entlang der langen Haltestelle und sah in der Ferne zwei junge Mädchen, die mitten auf ihr standen, mitten auf dem Weg. In diesem Moment begann ich zu rufen: ‚Geh weg', weil ich direkt auf sie zulief", begann Marko seine Erzählung. Er fügte hinzu, dass die Mädchen, obwohl sie keine Ausländerinnen waren, auf seine wiederholte Warnung nicht reagierten. "Ich nähere mich ihnen und wiederhole ‚Geh weg', sie zuckten nicht einmal. Sie schauen mich an und stehen da, sie sind keine Ausländerinnen. Ich konnte nicht mehr anhalten, also beschloss ich, zwischen ihnen durchzugehen", fuhr er fort.
Sturz an der Haltestelle und blutige Knie
Der Versuch, zwischen den Mädchen durchzugehen, endete mit einem Sturz. "Aber sie bewegten sich auch daraufhin nicht, sie standen wie angewurzelt. Irgendwie versuche ich mich durchzuzwängen, aber es ist, als stünde ich vor einer Wand. Ich gehe mit der Schulter, aber ich verlor das Gleichgewicht und fiel wie eine Birne. Ich rappelte mich schnell vom Boden auf, um die Straßenbahn zu erreichen und einzusteigen, humpelte und setzte mich auf einen Sitz", beschrieb Marko den Moment des Unfalls.
Erst nachdem er in der Straßenbahn saß, bemerkte er die Verletzungen. "Und erst dann konnte ich etwas sehen, meine Knie waren blutig, Ellbogen und Unterarm, ich war ganz zerkratzt. Blut läuft mir das Bein hinunter, niemand in der Straßenbahn zuckt, genau wie an der Haltestelle. Dass wenigstens jemand käme, fragte, ob es mir gut geht, ob ich Hilfe brauche, irgendetwas. Wahrscheinlich hätte mir niemand einmal einen Platz angeboten, wenn die Straßenbahn voll gewesen wäre", beklagte er sich.
Das Verschwinden der ZET-Etikette
Marko glaubt, dass dieser Vorfall kein Einzelfall ist und dass die Etikette in den öffentlichen Verkehrsmitteln Zagrebs ernsthaft gelitten hat. "Was mir passiert ist, ist kein Einzelfall, ich habe schon mehrfach laut bemerkt: ‚Erst aussteigen', wenn Leute in die Straßenbahn oder den Bus drängten, ohne zuerst die Fahrgäste aussteigen zu lassen. Die ZET-Etikette kennen sie offensichtlich nicht", schloss er.
Er äußerte sich auch zur allgemeinen Atmosphäre unter den Mitbürgern und erinnerte sich an Zeiten, als die Menschen in der Straßenbahn gesprächiger und hilfsbereiter waren. "Ich weiß nicht, wo solche Zagreber geblieben sind, manchmal fehlen mir die, die nur darauf warteten, in der Straßenbahn ein Gespräch zu beginnen", sagte Marko gegenüber Zagreb.info.