Warum ist Toni Fruk noch nicht verkauft?
Der beste Spieler von Rijeka wartet bereits das dritte Transferfenster auf ein Engagement im Ausland, und Präsident Mišković besteht weiterhin auf einer Mindestablöse von 10 Millionen Euro.
Der beste Spieler von Rijeka wartet bereits das dritte Transferfenster auf ein Engagement im Ausland, und Präsident Mišković besteht weiterhin auf einer Mindestablöse von 10 Millionen Euro.
Die Transfergeschichte von Toni Fruk bei Rijeka wird langsam zu einer Sommer-Seifenoper, die sich Jahr für Jahr wiederholt. Obwohl sich der 25-jährige offensive Mittelfeldspieler bereits im dritten Transferfenster im Zentrum von Spekulationen befindet, gibt es immer noch kein konkretes Angebot, das die Ambitionen des Vereins aus Rujevica erfüllen würde. Im vergangenen Sommer schien sein Abgang fast sicher, die Winterankündigungen blieben nur schwacher 'Rauch', und auch in diesem August gibt es keine Bewegung von der 'toten Stelle'.
Nach seiner Rückkehr von der Weltmeisterschaft, wo er für die kroatische Nationalmannschaft keine Spielminuten erhielt, schloss sich Fruk den Vorbereitungen der Mannschaft an, die nun von Trainer Matjaž Kek geleitet wird. Im letzten Saisonspiel der Vorsaison gegen Gorica wurde er in der 76. Minute unter Standing Ovations ausgewechselt, was viele als Abschied interpretierten. Doch der Transfer kam nicht zustande.
Die Statistik lügt nicht, in drei Spielzeiten auf Rujevica bestritt Fruk 141 Spiele, erzielte 39 Tore und gab 33 Vorlagen. Er war das Schlüsselelement beim Gewinn des Doubles in der Saison 2024/25 und erkämpfte sich den Status eines Nationalspielers. Sein aktueller Marktwert bei Transfermarkt beträgt neun Millionen Euro, eine Million weniger als im vergangenen Sommer, was als eine Art Orientierungspunkt auf dem Markt dienen kann.
Vereinspräsident Damir Mišković hat die Bedingungen klar festgelegt: Die Mindestablöse für den besten Spieler beträgt 10 Millionen Euro. Im vergangenen Sommer herrschte auf Rujevica Optimismus, dass der Transfer zwischen 10 und 15 Millionen Euro erreichen könnte, doch ein solches Angebot kam nie. Mišković hatte zuvor von der Fiorentina für vier Millionen Euro den verbleibenden Prozentsatz an einem zukünftigen Verkauf zurückgekauft und damit sichergestellt, dass der gesamte Ablösebetrag in der Kasse von Rijeka bleibt. Dieser Schritt ist ein klares Signal, dass er den Vereinsrekord brechen will, den Andrej Kramarić hält, der 2015 für neun Millionen Euro an Leicester City verkauft wurde.
Warum kann ein Spieler, der seit zwei Spielzeiten die SHNL dominiert, die gewünschte Ablöse nicht erreichen? Einer der Hauptgründe liegt in seinem Alter. Mit 25 Jahren ist Fruk kein junges Talent mit enormem Potenzial mehr, sondern ein reifer Fußballer, von dem im neuen Klub sofort Ergebnisse erwartet werden. Bei großen Investitionen blicken Vereine in die Zukunft und auf mögliche Weiterverkäufe; wäre er fünf Jahre jünger, hätte Rijeka bereits die gewünschten Angebote auf dem Tisch.
Der zweite Schlüsselfaktor ist Nationalität und Herkunft. Hätte Fruk einen Pass einer der großen Fußballnationen, englisch, deutsch, spanisch, französisch, portugiesisch oder brasilianisch, wären diese zehn Millionen Euro ohne viel Nachdenken gezahlt worden. Ein Wechsel aus der SHNL, so qualitativ die Liga auch sein mag, hat auf dem internationalen Markt nicht dasselbe Gewicht wie das Spielen in den Top-5-Ligen.
Die Sportske novosti ziehen einen interessanten Vergleich mit Dinamos Innenverteidiger Sergio Dominguez. Dieser 21-jährige Spanier, ein Kind von Barcelonas La Masia, ist Gegenstand einer intensiven Marketingkampagne des Vereins aus Maksimir, der für ihn eine zweistellige Ablösesumme verlangt. Trotz gelegentlicher 'Aussetzer' und Schwächen schaffen sein 'Stammbaum' und seine Jugend eine andere Wahrnehmung des Wertes auf dem Markt.
"Sag niemals nie, aber nach drei Jahren in Rijeka ist das ein normaler Verlauf. Angesichts meiner und der Vereinsziele und -ambitionen wird sicherlich an einem Transfer gearbeitet, der alle Seiten zufriedenstellt", sagte Fruk gegenüber Sportske novosti.
Das letzte Wort wird der Fußballmarkt haben, auf dem sich alles über Nacht ändern kann. Eine unerwartete Verletzung eines wichtigen Spielers in einem reichen Verein oder ein dringender Bedarf an einem Ersatz könnten den Prozess beschleunigen, bei dem nicht auf jede Million geschaut wird. Bis dahin bleibt Fruk nur, weiterhin gute Leistungen zu bringen, denn nur diese können einen Transfer ermöglichen, der sowohl ihn als auch den Verein zufriedenstellt.