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Gold rekordteuer, Schmuck immer leichter: Analysten heben Aktienprognosen an

Globale Nachfrage nach Goldschmuck im ersten Quartal um 23 Prozent gesunken, aber der Wert auf 47 Milliarden Dollar gestiegen. Gleichzeitig heben kanadische Analysten die Kursziele einer Reihe von Unternehmen an.

Foto: Wikipedia (Zlato)
Kurz gesagt
  • Die globale Nachfrage nach Goldschmuck ist im ersten Quartal 2026 um 23 % auf 299,7 Tonnen gesunken, aber der Wert stieg um 31 % auf rekordverdächtige 47 Milliarden Dollar.
  • Der italienische Schmucksektor hat 2025 aufgrund der Rekordgoldpreise und vorsichtigen Konsums fast 3 Milliarden Euro an Exportanteilen verloren.
  • Die Hersteller setzen auf leichteren Schmuck und 14-karätiges Gold; Enrico Terzo rät Käufern, die Preisstruktur zu verstehen, nicht nur den Endbetrag.
  • Kanadische Analysten haben die Bewertungen mehrerer Unternehmen angehoben, darunter Celestica (Umsatz 4,7 Mrd. USD) und Uranium Royalty Corp. (Akquisition im Wert von 1,14 Mrd. USD).

Die Goldpreise bleiben auf Rekordniveau, und der weltweite Schmuckmarkt durchläuft erhebliche Veränderungen. Nach Angaben des World Gold Council ist die globale Nachfrage nach Goldschmuck im ersten Quartal 2026 auf 299,7 Tonnen gefallen, ein Rückgang von 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stieg der Wert dieser Nachfrage um 31 Prozent auf 47 Milliarden US-Dollar, der höchste jemals für ein erstes Quartal verzeichnete Wert.

Wie Enrico Terzo, Gründer von Mercante di Pietre, der ANSA erklärt:

"Wenn Gold steigt, spürt das der Kunde sofort. Das Gewicht der Fassung ändert sich, der Kostenvoranschlag ändert sich, das Verhältnis zwischen Metall und Stein ändert sich. Zwei Schmuckstücke können ähnlich aussehen, aber eine sehr unterschiedliche Kostenstruktur haben. Deshalb muss der Verbraucher heute lernen, Schmuck zu lesen, nicht nur anzusehen."

Italienische Goldschmiede unter Druck hoher Preise

Die Folgen sind besonders in Italien zu spüren, einem traditionell starken Goldschmiedeland. Laut einer Studie der Abteilung Intesa Sanpaolo, die auf der Messe VicenzaOro in Zusammenarbeit mit dem Club der Goldschmiede Italiens vorgestellt wurde, steht der Sektor 2026 vor einem herausfordernden Umfeld: Rekordmetallpreise, internationale Spannungen und vorsichtigerer Konsum. Der Verband Federorafi berichtete, dass der italienische Goldschmiedesektor 2025 im Vergleich zu 2024 fast 3 Milliarden Euro an Exportanteilen verloren hat.

Wie Reuters berichtet, reagieren italienische Juweliere auf die Rekordpreise, indem sie Produkte neu gestalten, um den Metallanteil zu reduzieren, ohne den ästhetischen Eindruck zu beeinträchtigen. Sie setzen zunehmend auf leichtere Modelle und Techniken, die Volumen und visuelle Präsenz bewahren, aber weniger Gold enthalten.

Mehr Fragen vor dem Kauf: 14 Karat, 18 Karat oder Platin?

Im täglichen Geschäft steigt die Nachfrage nach Fassungen aus 14-karätigem Gold, die in Zeiten hoher Preise als erschwinglicher wahrgenommen werden. Dabei, so Terzo, ist der Unterschied im Aussehen zwischen 14- und 18-karätigem Weißgold oft nicht wahrnehmbar, da der Schmuck rhodiniert wird. Parallel dazu wächst das Interesse an Platin, aber nicht jede Goldschmiedewerkstatt kann es verarbeiten.

"Der Kunde sieht oft nur den Gesamtpreis. In Wirklichkeit setzt sich dieser Preis aus mehreren Variablen zusammen: Metall, Stein, Verarbeitung, Zertifizierung, Komplexität der Fassung, Fertigungszeit, Personalisierung. Heute muss man auch erklären, warum eine Fassung aus 14 Karat Gold, 18 Karat Gold oder Platin bestehen kann und was sich für den Träger tatsächlich ändert",
sagt Terzo gegenüber der ANSA.

Natürliche Diamanten, Labordiamanten oder farbige Steine?

Parallel zu den Veränderungen auf dem Goldmarkt wandelt sich auch der Diamantenmarkt. Das Gemologische Institut GIA kündigte 2025 eine Änderung der Terminologie für im Labor hergestellte Diamanten an, während der Weltjuwelenverband CIBJO auf vollständige und eindeutige Kundeninformationen besteht.

Terzo warnt vor zwei häufigen Fehlern:

"Der erste Fehler ist, zwei Steine nur nach dem Preis pro Karat zu vergleichen. Der zweite ist zu glauben, dass alles, was teuer ist, automatisch eine Investition ist. Natürliche Diamanten, im Labor hergestellte Diamanten, Saphire, Smaragde oder andere farbige Steine können die richtige Wahl sein, aber sie folgen unterschiedlichen Logiken."
Er betont auch die Schlüsselfrage, die sich der Käufer stellen muss:
"Suche ich Schmuck zum Tragen, ein Symbol, ein personalisiertes Objekt oder einen Wertgegenstand, der über die Zeit seinen Wert behalten kann?"

Eine immer wichtigere Rolle spielt auch der Berater.

"Der Kunde ist heute informierter, aber auch fragmentierten Informationen ausgesetzt. Im Internet findet er Tausende von Steinen, Preisen und technischen Datenblättern, kann sie aber nicht immer interpretieren. Die Rolle des Beraters ist es, diese Datenmenge in eine verständliche Wahl zu verwandeln",
schließt Terzo.

Analysten heben Kursziele an: von Elektronikherstellern bis zu Versicherungen

Während sich der Goldmarkt anpasst, haben Finanzanalysten am Mittwoch die Bewertungen einer Reihe von Unternehmen angehoben. The Globe and Mail gibt einen Überblick über die wichtigsten Empfehlungen.

National Bank Financial-Analyst Mohamed Sidibé stufte die Aktie von Uranium Royalty Corp. von "Sector Perform" auf "Outperform" hoch, nachdem das Unternehmen am Dienstag die Übernahme eines 92%igen Anteils an den Sweetwater Entities von Orion Resource Partners und dem Ontario Teachers' Pension Plan abgeschlossen hatte. Die Transaktion im Wert von 1,14 Milliarden US-Dollar umfasst ein Portfolio von Lizenzgebühren für Soda und Grundstücke in Wyoming, Utah und Colorado. Sidibé erwartet ein EBITDA von 38 Millionen US-Dollar im Geschäftsjahr 2027 und 86 Millionen US-Dollar bis 2031, bei einer Bewertung des Grundstückspakets von 550 Millionen US-Dollar.

Todd Coupland von CIBC World Markets betont, dass die Ergebnisse von Celestica für das zweite Quartal 2026 die Erwartungen übertroffen haben: Umsatz von 4,7 Milliarden US-Dollar und bereinigter Gewinn von 2,54 US-Dollar pro Aktie (gegenüber 1,39 US-Dollar im Vorjahr).

"2027 ist kein Jahr der Verlangsamung. Das Management erwartet nun eine Beschleunigung des Wachstums nach 65 % im Jahr 2026, mit einem schnelleren Gewinnwachstum pro Aktie aufgrund von Margenausweitungen",
so Coupland.

Zu den weiteren angehobenen Bewertungen gehören Gibson Energy (Maurice Choy von RBC Dominion Securities erhöht das Kursziel), Alimentation Couche-Tard (Gabriel Dechaine von National Bank erwartet einen Gewinn pro Aktie von 89 Cent), Great-West Lifeco (Mario Mendonca von TD Cowen bestätigt die erste Wahl unter den Lebensversicherern), Intact Financial (trotz eines Rückgangs des operativen Gewinns auf 3,17 US-Dollar pro Aktie), Ovintiv (Scott Gruber von Citi lobt eine Steigerung der Bohrlochproduktivität um 9 % dank Tensiden) und Superior Plus (Gary Ho von Desjardins prognostiziert ein EBITDA von 29 Millionen US-Dollar für das zweite Quartal).

Häufige Fragen
Warum sinkt die Nachfrage nach Goldschmuck mengenmäßig, steigt aber im Wert? +
Aufgrund der Rekordgoldpreise kaufen Kunden weniger Schmuck nach Gewicht, geben aber insgesamt mehr Geld aus. Der Wert der Nachfrage erreichte im ersten Quartal 2026 47 Milliarden Dollar, 31 % mehr als im Vorjahr, obwohl die Menge um 23 % fiel.
Wie wirken sich hohe Goldpreise auf die Schmuckproduktion aus? +
Schmuckhersteller, insbesondere in Italien, entwerfen zunehmend leichtere Stücke, die den visuellen Eindruck bewahren, aber weniger Gold enthalten. Auch die Nachfrage nach 14-karätigem Goldschmuck statt des teureren 18-karätigen steigt.
Ist Schmuck in Zeiten hoher Goldpreise eine gute Investition? +
Laut Enrico Terzo, Gründer von Mercante di Pietre, ist Schmuck in erster Linie ein Gegenstand zum Tragen und ein Symbol. Der Investitionswert hängt von mehreren Faktoren ab: Kaufpreis, Liquidität, Zertifizierung, Seltenheit und Zeithorizont. Nicht jeder teure Schmuck ist automatisch eine gute Investition.
Welche Unternehmen haben am 29. Juli 2026 erhöhte Analystenempfehlungen erhalten? +
Analysten haben die Kursziele für Uranium Royalty Corp., Celestica, Gibson Energy, Alimentation Couche-Tard, Great-West Lifeco, Intact Financial, Ovintiv und Superior Plus angehoben. Besonders hervorzuheben ist Celestica mit einem Umsatz von 4,7 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal.

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