Nach Angaben aus der öffentlich zugänglichen Übersicht der Haushaltstransaktionen hat die Stadt Slavonski Brod im Zeitraum vom 1. Januar 2023 bis zum 11. Juni 2026 direkt 1.834.336,13 Euro an die Firma Monika j.d.o.o. aus Gromačnik überwiesen. Wenn man die Mittel hinzurechnet, die die städtische Einrichtung für die Verwaltung von Sportanlagen und die Grundschule "Đuro Pilar" überwiesen haben, erreicht die Gesamtsumme öffentlicher Gelder mindestens 1.863.588,07 Euro.
Der gesamte Fall, der in der Öffentlichkeit als "Afera Pijesak" (Sand-Affäre) bekannt wurde, erhielt am 10. August 2026 eine neue Dimension, als Polizeibeamte das Gebäude der Stadtverwaltung von Slavonski Brod betraten. Nach verfügbaren Informationen werden Vorwürfe über mögliche Unregelmäßigkeiten und Bevorzugungen bei der Vergabe städtischer Aufträge geprüft.
Stetiger Anstieg der jährlichen Zahlungen
Die Analyse der Jahresbeträge zeigt einen kontinuierlichen Aufwärtstrend. Im Jahr 2023 wurden aus der Stadtkasse 318.696,40 Euro an Monika ausgezahlt. Bereits im folgenden Jahr verdoppelte sich dieser Betrag fast und erreichte 595.046,56 Euro. Rekordjahr war 2025, als das Unternehmen 793.190,63 Euro erhielt. Im Jahr 2026, bis zum genannten Datum im Juni, wurden weitere 127.402,54 Euro verbucht.
Zusätzlich zu den direkten städtischen Zahlungen überwies die Einrichtung für die Verwaltung von Sportanlagen am 30. Juni 2025 einen Betrag von 24.600 Euro an Monika für den Untergrund für Sportplätze. Die Grundschule "Đuro Pilar" überwies Anfang 2023 4.651,94 Euro.
Von Fassaden und Dächern bis zu Beachvolleyball
Die Bandbreite der Arbeiten, die Monika ausführte, ist außergewöhnlich breit. Unter den bemerkenswerteren Zahlungen im Jahr 2025 stechen 61.275 Euro für die Gestaltung des Spielfelds des NK Borac, 59.807,50 Euro für die Renovierung von Wohnungen, 58.130 Euro für die Installation einer Hebebühne im Gebäude der Stadtverwaltung, 50.253,75 Euro für die Demontage der Nordtribüne im SRC Klasije sowie 38.622,50 Euro für die Renovierung der Fassade und eines Teils des Dachs der Theater- und Konzerthalle Ivana Brlić-Mažuranić hervor.
Genau das Jahr 2025 brachte auch den Auftrag, der zum zentralen Thema der gesamten Geschichte wurde, die Instandsetzung der Volleyballplätze in Vijuš und die Beschaffung von Sand. Zu diesem Zweck wurden am 31. Juli 2025 24.800 Euro ausgezahlt. Das Unternehmen arbeitete auch an Standorten wie der Festung Brod, dem Camp Korčula, dem Haus der Tamburica, den städtischen Bädern und den Kinderspielplätzen.
Vierundvierzig Prozent der Aufträge tragen die Kennzeichnung "N"
Nachdem mehrere Transaktionen aus demselben Vertrag zusammengefasst wurden, wurden 74 separate gekennzeichnete Aufträge zwischen der Stadt und Monika identifiziert. Davon sind 33 Aufträge mit dem Buchstaben "N" gekennzeichnet, was 44,59 Prozent aller identifizierten Einzelaufträge entspricht. Die restlichen 41 tragen die Kennzeichnung "UG". Es gibt auch eine Zahlung von 29.310 Euro für die Entfernung von Kinderspielplätzen aus dem Jahr 2023, bei der in der Beschreibung weder die eine noch die andere Kennzeichnung sichtbar ist.
Dieses Verhältnis wirft eine entscheidende Frage zur Art und Weise der Auftragsvergabe auf. Die Durchführung über eine einfache Beschaffung an sich weist nicht auf Rechtswidrigkeit hin, aber wenn einer Firma über mehrere Jahre mehr als 1,8 Millionen Euro zufließen und fast jeder zweite Auftrag die Kennzeichnung "N" trägt, hat die Öffentlichkeit das Recht zu erfahren, wie das System funktioniert hat.
Familiäre Verbindungen und fragwürdige Transparenz
Die gesamte Geschichte hat erneut Fragen zu verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen Personen in verschiedenen Positionen im städtischen System aufgeworfen. Nach früher veröffentlichten Angaben ist die Geschäftsführerin von Monika, Monika Ilak, die Cousine von Ankica Majetić, der langjährigen Leiterin der Abteilung für Wirtschaft der Stadt Slavonski Brod. Eine weitere Cousine von Frau Majetić soll Sandra Lučić sein, die im System der Stadtverwaltung beschäftigt ist.
Als Nichte von Ankica Majetić wird Mihaela Majetić Stefanović genannt. Ihr Ehemann, Miroslav Stefanović, ist langjähriger Direktor der städtischen Einrichtung für die Verwaltung von Sportanlagen, genau der Einrichtung, die Monika 24.600 Euro für den Untergrund für Sportplätze überwiesen hat. Obwohl eine verwandtschaftliche Verbindung keinen Beweis für Bevorzugung darstellt, ist es in einer Situation, in der ein privates Unternehmen, das der weiteren Familie nahesteht, fast 1,9 Millionen Euro öffentlicher Gelder erhält, legitim zu fragen, ob alle potenziellen Interessenkonflikte erkannt und gemeldet wurden.
Polizeiliche Überprüfung und Forderungen nach Offenlegung von Daten
Die unabhängige Stadträtin Slavica Lemaić wandte sich Mitte Juli 2026 öffentlich an die Institutionen, Polizei, DORH, USKOK und das Staatliche Revisionsamt, und forderte eine Überprüfung der Umstände im Zusammenhang mit den einfachen Beschaffungen, den Arbeiten in Vijuš, den Geschäften von Monika und möglichen familiären Verbindungen.
Das Eintreffen der Polizei am 10. August 2026 bedeutet keine Bestätigung der geäußerten Verdächtigungen und impliziert in dieser Phase keine strafrechtliche Verantwortlichkeit. Dennoch verleiht es dem gesamten Fall zusätzliches Gewicht und wirft die Frage auf, ob die Stadt Slavonski Brod der Öffentlichkeit eine vollständige Übersicht über alle Verfahren bieten wird, in denen Monika als Auftragnehmer ausgewählt wurde, einschließlich des geschätzten Auftragswerts, der Anzahl der eingeladenen Bieter, der eingegangenen Angebote und der Auswahlkriterien.