Der Kameramann des Kroatischen Rundfunks (HRT) Gordan Lederer wurde am heutigen Tag, dem 10. August 1991, auf dem Hügel Čukur oberhalb von Hrvatska Kostajnica tödlich verletzt, er wurde nur 33 Jahre alt. Eine feindliche Scharfschützenkugel traf ihn, während er mit seiner Kamera kroatische Verteidiger an der Frontlinie festhielt, mitten im heftigen serbischen Angriff auf die Region Pounje. Sein Tod war nicht nur ein Verlust für den Journalismus, sondern auch ein erschütterndes Zeugnis für die Rücksichtslosigkeit der Aggressoren gegenüber allen Prinzipien der Menschlichkeit.
Eine herzlose Entscheidung, die die Rettung verhinderte
Die Grausamkeit der Tragödie erhielt eine zusätzliche Dimension nach der Verwundung selbst, berichtet das Portal Dnevno.hr. Angehörige der Nationalgarde und Lederers Kollegen schafften es, ihn von der Feuerlinie zu ziehen und Erste Hilfe zu leisten, doch General Andrija Rašeta, Kommandeur des Korps der sogenannten JNA, verweigerte die Landeerlaubnis für den Helikopter. Die Maschine sollte den schwer verletzten Kameramann dringend ins Krankenhaus nach Zagreb bringen, und wegen dieser Verweigerung und der verlorenen kostbaren Zeit starb Lederer auf dem Weg nach Zagreb.
- Seine einzige Schuld war, dass er die Wahrheit auf der Schulter trug. Die Kamera war in seinen Händen gefährlicher für den Aggressor als jede Waffe, denn sie enthüllte der Welt, wer das Opfer und wer der Angreifer war, erinnerten sich Kollegen des Kroatischen Fernsehens gegenüber Direktno.hr.
Von der Archäologie zur Kriegsberichterstattung
Geboren am 21. April 1958 in Zagreb, schloss Lederer 1989 sein Studium der Film- und Fernsehkamera an der Akademie für Dramatische Kunst ab und studierte parallel seit 1986 Archäologie an der Philosophischen Fakultät. Im selben Jahr begann seine professionelle Zusammenarbeit in der Filmproduktion, mit Mojmir Konič schuf er den preisgekrönten Kurzfilm "Maybridge und comp." und arbeitete auch als Kameraassistent bei den Animationsfilmen "Čudesna šuma" und "Čarobnjakov šešir" des Regisseurs Mladen Blažeković. Eine feste Anstellung beim Kroatischen Fernsehen nahm er 1989 an.
Als Kriegskameramann des HTV erlebte er entscheidende Momente des Kroatienkrieges in ganz Kroatien, seine Kamera hielt die Leiden in Kruševo, Kijevo, Knin, Lovinac, Pakrac, Vinkovci und vielen anderen Orten fest. Er filmte sogar an der iranisch-irakischen Front. Der letzte Einsatz, jener in der Banija und im Pounje, erwies sich als tödlich, doch das Vermächtnis, das er schuf, wurde zu einem unauslöschlichen Teil des kroatischen dokumentarischen Erbes.
"Banijska ratna praskozorja", ein ewiges Zeugnis
Die Aufnahmen, die Lederer hinterließ, sind in die Anthologie eingegangen. Sein visuelles Requiem, montiert zum Lied "Brothers in Arms" von Dire Straits und bekannt als "Banijska ratna praskozorja", bleibt eines der ergreifendsten und schönsten Zeugnisse über die Verteidiger des Pounje. Lederers Kamera verherrlichte den Krieg nicht; sie richtete den Fokus auf die Gesichter der jungen Männer an der Front, ihren Trotz, ihre Angst und ihre Entschlossenheit, ihre Heimat zu verteidigen.
Ein Denkmal, das Licht und Wahrheit einfängt
An der Stelle seines Todes auf dem Hügel Čukur steht heute das Mahnmal "Slomljeni pejzaž", ein Werk des Bildhauers Petar Barišić und der Architekten des NFO. Es handelt sich um eine stilisierte Kameralinse aus Glas, durchbohrt und zersprungen von einem Scharfschützenschuss, durch die das Licht fällt und das Denkmal genau das symbolisiert, was Lederer sein ganzes Leben lang tat: das Einfangen der Wahrheit in den dunkelsten Momenten.