Aleksandar Aco Petrović, der legendäre kroatische Basketballspieler und aktuelle Nationaltrainer Brasiliens, verfolgte das große Finale der PRO 3x3 Tour an der attraktiven Location Ruža vjetrova in Novalja. In einem ausführlichen Interview mit Sport Klub, das alle neun Qualifikationsturniere in ganz Kroatien übertrug, erinnerte er sich an seine Anfänge, teilte Anekdoten über seinen Bruder Dražen und sendete eine klare Botschaft vor der Weltmeisterschaft in Katar: Er möchte Kroatien im Losverfahren vermeiden.
Nostalgie für den Hakl aus Šibenik
Petrović sprach in Novalja, wo er seit 35 Jahren Gastgeber ist, mit besonderer Wärme über seine Basketballwurzeln. "Dort, vor langer Zeit, als ich 14, 15, 16 Jahre alt war, waren meine Anfänge eng mit dem Hakl auf der Straße verbunden. Wir spielten 2x2, 3x3, je nachdem, auf welchem Platz unten in Šibenik gespielt wurde. Das waren die wahren Anfänge, wo man sofort sehen konnte, wer das Talent und die Gabe hat", erinnerte sich der brasilianische Nationaltrainer.
Er hob sofort einen jungen Spieler vom Turnier hervor: "Hier, wenn ich ein Spiel in Novalja anschaue, spürt man sofort, wer begabt ist, der kleine Ramljak aus Vinkovci hat großartige Voraussetzungen, eine weiche Hand, praktisch hat er das Halbfinalspiel allein entschieden."
Als Belgrader Dražen herausforderten
In Erinnerung an die Zeit, als auf dem legendären Platz von Partizan und den lokalen Körben in Baldekin gespielt wurde, erzählte Aco auch eine Anekdote über seinen Bruder Dražen. "Einmal kamen zwei überhebliche Jungs aus Belgrad und wollten um jeden Preis gegen Dražen spielen. Ich glaube, sein Mitspieler in diesem 2x2-Basket war Neven Spahija. Natürlich verloren diese Jungs das Spiel und danach packten sie ihre Sachen und fuhren zurück nach Belgrad (lacht)", sagte Petrović und fügte hinzu, dass man gerade auf engem Raum und mit schnellen Pässen am besten sieht, wer den zusätzlichen 'Schliff' für Basketball hat.
Brasilianisches Projekt: Vom Wiederaufbau bis zum AmeriCup
Über seine Arbeit in Brasilien sprechend, teilte Petrović seine sieben Jahre in zwei Phasen. Die erste, vierjährige Periode war dem Wiederaufbau einer der ältesten Nationalmannschaften der Welt gewidmet, in der damals Marcelinho Huertas, Alex Garcia und Marquinhos spielten. "Das Eigentliche begann jedoch praktisch vor zwei Jahren", betonte er.
Die Ergebnisse waren spektakulär. "Wir gewannen das vorolympische Turnier in Lettland, erreichten das Viertelfinale bei den Olympischen Spielen in Paris, wo uns der amerikanische 'Dream Team' mit LeBron James stoppte, aber gegen alle anderen hätten wir Chancen gehabt. Danach gewannen wir auch den 'AmeriCup' 2025, indem wir Großmächte wie die Dominikanische Republik mit Karl-Anthony Towns, die USA und Argentinien im Finale besiegten", zählte Petrović auf.
Qualifikation: 6-0-Bilanz und entscheidendes Fenster
Brasilien ist derzeit ungeschlagen in der WM-Qualifikation, aber Petrović ist sich bewusst, dass die wahren Herausforderungen erst noch kommen. "Wir haben derzeit eine Bilanz von 6-0, aber man muss sagen, dass die eigentlichen Spiele noch vor uns liegen", sagte er. Er kündigte an, dass er in etwa zehn Tagen nach Brasilien reist, wo seine Mannschaft im vierten 'Fenster' zwei wichtige Spiele erwartet: am 27. August 2026 gegen die Dominikanische Republik und am 31. August 2026 auswärts gegen Mexiko.
Die Dominikanische Republik kommt in voller Besetzung, da sie zwei Siege hinter Brasilien liegt und versuchen wird, sich im Rennen um die Qualifikation zurückzumelden. Petrović wird für dieses Fenster fast alle seine besten Spieler zur Verfügung haben: "Für das nächste Fenster werde ich 15 von 16 unserer besten Spieler auf dem Platz haben. Nur Gui Santos von den Golden State Warriors wird nicht dabei sein, da seine Versicherung extrem hoch ist und wir dieses Geld derzeit nicht zahlen wollen, weil wir glauben, dass wir bereits mit einem Bein für die Weltmeisterschaft qualifiziert sind."
'Höllische' kroatische Startaufstellung
Auf die Feststellung, dass Kroatien und Brasilien bei der Weltmeisterschaft in Katar aufeinandertreffen könnten, gab Petrović ehrlich zu: "Oh, ich würde nicht mögen, wenn wir uns mit Kroatien kreuzen! Um ehrlich zu sein, ich würde nicht mögen, wenn wir im selben Teil des Losverfahrens wie Kroatien wären. Die Startaufstellung mit Smith, Badžim, Hezonja, Šarić und Zubac ist einfach, die Hölle."
Brasilien, eine Nation mit 225 Millionen Menschen und über 40 Spielern, die derzeit in Amerika spielen, schreitet unter der Leitung des kroatischen Experten mit höchsten Ambitionen auf Katar zu, aber Petrović ist sich bewusst, dass gerade Kroatien eines der gefährlichsten Hindernisse auf diesem Weg sein könnte.