US-Geheimdienste haben eingeschätzt, dass die Drohne mit Sprengstoff, die in der Nacht zum 5. August 2026 am deutschen Flughafen Leipzig/Halle gefunden wurde, mit der russischen Regierung in Verbindung steht. Die Information wurde am 8. August vom Wall Street Journal unter Berufung auf US-Beamte, die mit den Geheimdienstbewertungen vertraut sind, veröffentlicht. Diese Einschätzung wurde gegenüber CNN auch von einem US-Verteidigungsbeamten in Europa bestätigt.
Die Drohne wurde innerhalb des gesicherten Frachtbereichs in unmittelbarer Nähe der ukrainischen Antonov An-124-Frachtmaschine gefunden. Das Flugzeug gehört der Antonov Airlines, die den Flughafen Leipzig/Halle seit 2022 als ihre wichtigste europäische Operationsbasis nutzt. Der Flughafen wird regelmäßig für militärische und logistische Flüge im Zusammenhang mit der NATO genutzt.
"Neue Gefahrenstufe"
Der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt erklärte, der Vorfall stelle eine "neue Gefahrenstufe" dar und verwies auf die Möglichkeit der Beteiligung eines fremden Staates. Der Bundessicherheitsrat, dem Bundeskanzler Friedrich Merz vorsitzt, trat am 7. August zu einer Sitzung zu diesem Fall zusammen.
Der Vorfall hat die Besorgnis westlicher Beamter über den Verdacht verstärkt, dass Russland Sabotageaktivitäten gegen kritische Infrastruktur und militärische Logistik in Europa durchführt. Obwohl die US-Geheimdienste nun glauben, dass die Vorrichtung mit der russischen Regierung in Verbindung steht, haben die Beamten die Beweise, auf denen diese Einschätzung beruht, nicht öffentlich gemacht.
Was transportierte die Antonov?
In ersten Berichten wurde behauptet, die An-124 sei mit Munition beladen gewesen, die aus Frankreich geliefert worden war, bevor sie ihren Flug fortsetzte. Das deutsche Innenministerium dementierte diese Angaben jedoch später in einem vertraulichen Briefing mit Abgeordneten des Bundestages und erklärte, dass sich keine Munition an Bord befunden habe.
Nach früheren Berichten deutscher Medien war die Drohne mit einem Sprengsatz ausgestattet. Flughafenpersonal entdeckte das unbemannte Fluggerät, das in geringer Höhe zwischen zwei ukrainischen Frachtflugzeugen flog und dann zu Boden fiel. Der Flughafen wurde über Nacht vorübergehend geschlossen, während die zuständigen Behörden auf den Vorfall reagierten. Das ukrainische Außenministerium teilte mit, dass es bei dem Vorfall keine Verletzten gab und bestätigte, dass die Flugzeuge von Antonov nicht beschädigt wurden.