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Ana Ivanović öffnet ihr Herz

Die ehemalige Nummer eins der Tenniswelt verriet im Podcast von Slaven Bilić schmerzhafte Details über strenge Trainingsregime, Angst vor dem Publikum und schockierende Vertragsbrüche, die ihre Karriere prägten.

Foto: Wikipedia (Ana Ivanović)
Kurz gesagt
  • Ana Ivanović sprach im Podcast von Slaven Bilić über strenge Trainingsregime und Angst vor dem Publikum.
  • Trainer Sven Greneveld verließ sie zweimal ohne Erklärung, 2009 und 2011.
  • Wegen Grenevelds Regeln durfte sie nur mit ihrem Bruder und dem Fitnesstrainer essen und musste um 21 Uhr im Zimmer sein.
  • Sie gab zu, Individualsportarten zu bevorzugen, weil sie gerne allein Verantwortung trägt, und entschuldigte sich im Training oft bei Sparringspartnern für deren Fehler.

Ana Ivanović, ehemalige Nummer eins der Tenniswelt und Siegerin von Roland Garros, war zu Gast im Podcast "(Miss)erfolg der Champions" bei Slaven Bilić und sprach über die schweren Momente, die ihren Weg an die Spitze begleiteten. Im offenen Gespräch verriet sie, wie strenge Trainingsregime, einschließlich des Verbots von Abendessen mit der Familie, ihre Karriere prägten, und wie ihr Trainer Sven Greneveld sie zweimal ohne Erklärung verließ.

Angst vor dem Publikum und unglaubliche Niederlage

Obwohl sie auf dem Platz immer selbstbewusst wirkte, gab Ana zu, mit großem Lampenfieber gekämpft zu haben. "Ich hatte Angst vor dem Publikum und den Menschen. Vom Spiel her habe ich Risiken eingegangen, ich war nicht jemand, der auf Nummer sicher spielt. Mein Problem war, dass so viele Leute da waren", sagte Ivanović im Podcast.

Sie erinnerte sich auch an eine der schmerzhaftesten Niederlagen ihrer Karriere, die gegen Kim Clijsters. Sie hatte den ersten Satz gewonnen, führte im zweiten mit 5:1 und hatte drei aufeinanderfolgende Matchbälle (40:0), verlor das Match aber am Ende. "Ich weiß nicht, wirklich, ich weiß nicht. Sie hat diese paar Punkte sehr gut gespielt und all das, Tennis ist ein sehr seltsamer Sport", sagte sie und fügte hinzu, dass ein einziger Punkt den Verlauf eines Matches völlig drehen kann.

Zweimal ohne ein Wort gegangen

Eines der bewegendsten Themen war die Zusammenarbeit mit dem bekannten Trainer Sven Greneveld, der im Rahmen des "Adidas"-Programms arbeitete. Ana verriet, dass Greneveld sie in zwei entscheidenden Momenten ihrer Karriere, 2009 und 2011, ohne jede Erklärung verließ.

"Ich habe mich gut mit Sven verstanden, ich wollte ihn engagieren, aber zwei Tage vor den Australian Open sagte er mir, dass er das nicht will, und ließ mich allein, ich war ohne Trainer. Einmal damals, einmal zwei Jahre zuvor, als er einfach ging, ohne Erklärung", erzählte Ivanović. Auf Bilićs Bemerkung, ob sie vielleicht schwierig in der Zusammenarbeit gewesen sei, antwortete sie lächelnd: "Ich weiß nicht, vielleicht war ich schwierig in der Zusammenarbeit. Ich erinnere mich, es ist mir schwergefallen."

Verbotene Abendessen und Leben nach strengen Regeln

Der Sieg bei Roland Garros 2008 brachte ihr Weltruhm, aber auch extrem strenge Regeln, die ihr ausgerechnet Greneveld auferlegte. "Als ich ihn gewonnen habe, sagte mir mein Trainer: 'Ana, jeden Tag vor dem Match darfst du nicht mit der Familie zu Abend essen, das kostet dich zu viel Energie. Du kannst um 19 Uhr mit deinem Bruder und dem Fitnesstrainer essen und dann gehst du aufs Zimmer'", erinnerte sie sich.

Abendessen waren nur im Restaurant in der Nähe des Hotels erlaubt, im Zimmer, das sie mit ihrem Bruder Miloš teilte, und um 21 Uhr musste sie im Bett sein. Obwohl diese Disziplin Ergebnisse brachte, gab Ana zu, dass die Entbehrungen zur Last wurden. "Für mich war dieser Verzicht auf alles gleichbedeutend mit Erfolg. Selbst wenn ich mich entspannen wollte, shoppen gehen oder einen Tag am Strand, dachte ich, dass es mir schlecht zurückkommen würde", sagte sie.

Individualistischer Geist und Entschuldigungen für fremde Fehler

Ana verriet auch, dass sie schon immer Individualsportarten bevorzugte, weil sie gerne allein die Verantwortung trägt. Obwohl sie in ihrer Jugend Volleyball und Basketball mochte, hat sie sie nie trainiert, und im Tennis spielte sie nicht gern Doppel. "Wenn ich einen Fehler mache, fühle ich Schuld, weil wir wegen mir den Punkt verloren haben. Deshalb ist Individualsport das Richtige für mich, dass ich allein für Gut und Böse verantwortlich bin", erklärte sie.

Zum Schluss verriet sie lachend ein interessantes Detail vom Training: "Mich haben die Trainer und Sparringspartner gerufen, wenn wir den Ball überspielen, sie machen Fehler, ich entschuldige mich bei ihnen."

Häufige Fragen
Was verriet Ana Ivanović über ihren Trainer Sven Greneveld? +
Sie verriet, dass Greneveld sie zweimal ohne Erklärung verließ, 2009 und 2011, und dass er ihr strenge Regeln auferlegte, einschließlich des Verbots von Abendessen mit der Familie vor Matches.
Welche Niederlage empfindet Ana Ivanović als besonders schmerzhaft? +
Besonders schmerzhaft empfindet sie die Niederlage gegen Kim Clijsters, als sie im zweiten Satz mit 5:1 führte und drei aufeinanderfolgende Matchbälle (40:0) hatte, das Match aber am Ende verlor.
Wie stand Ana Ivanović zu Mannschaftssportarten? +
Obwohl sie in ihrer Jugend Volleyball und Basketball mochte, bevorzugt sie Individualsportarten, weil sie gerne allein die Verantwortung für Erfolge und Misserfolge trägt, und im Tennis spielte sie nicht gern Doppel.
Wann gewann Ana Ivanović Roland Garros? +
Ana Ivanović gewann Roland Garros 2008, was der Höhepunkt ihrer Karriere war und ihr den Status als Nummer eins der Tenniswelt einbrachte.

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