Die Rückkehr nach Split ist für Ana Maria Marković nicht nur eine neue Station in ihrer Karriere. Für die 26-jährige kroatische Nationalspielerin bedeutet der Wechsel zu Hajduk die Erfüllung eines Traums, der geboren wurde, als sie als Mädchen die Weißen von den Rängen des Poljud aus anfeuerte. Nach Jahren im Ausland, von der Schweiz bis in die USA, kehrt die Stürmerin zu den Wurzeln ihrer Familie zurück.
Ihr Transfer fällt mit dem Beginn der Saison zusammen, in der die aktuellen Meisterinnen ihren Titel verteidigen und in Europa antreten. Für Marković ist dies eine Gelegenheit für einen Neuanfang, insbesondere nach einer Zeit, die von einer schweren Verletzung und häufigen Wechseln geprägt war.
Der Entwicklungsplan war entscheidend
Obwohl sie in Zürich geboren und aufgewachsen ist, war Split für sie nie eine fremde Stadt. Die Familie mütterlicherseits stammt aus dieser Region, und Sommeraufenthalte sowie Familientreffen haben eine starke Bindung geschaffen. Der erste Kontakt mit dem Verein und der Vereinsführung bestätigte nur, dass die Entscheidung richtig war.
"Als ich erkannte, dass sie mich wirklich wollen und einen Plan haben, mich als Spielerin zu entwickeln und mir zu helfen, mich zu verbessern, war es leicht, angesichts all dessen eine solche Entscheidung zu treffen", sagte Marković gegenüber Gloria.
Einen besonders starken Eindruck hinterließ der erste Einlauf ins Poljud aus einer völlig neuen Perspektive. "Als Kind kam ich immer ins Poljud und habe für Hajduk angefeuert. Damals war es für mich unvorstellbar, dass ich eines Tages dieses Trikot tragen würde. Aber meine Träume und Wünsche haben sich schließlich erfüllt", erinnerte sie sich.
Schwesterliche Rivalität als Antrieb
Für ihre gesamte Familie war dieser Transfer ein äußerst emotionales Ereignis. "Alle waren überglücklich, sie sind völlig ausgerastet vor Freude. Ich glaube, ich erfülle auch ihnen einen weiteren Traum", fügte sie hinzu. Die Nähe zur Familie ist einer der Hauptgründe, warum ihr die Rückkehr so viel bedeutet. "Hier in Split ist meine ganze Familie und ich bin nicht allein, diese Verbundenheit bedeutet mir viel und erleichtert alles", betont sie.
Erst mit 14 Jahren begann sie ernsthaft Fußball zu spielen, und das Hauptverdienst dafür gebührt ihrer Schwester Kristina, die selbst Profifußballerin ist. Ihre Beziehung war jahrelang eine Mischung aus Unterstützung und gesundem Wettbewerb. "Wir wollten beide immer besser sein als die andere, und ich denke, genau das hat uns besser gemacht. Heute sind wir die größte Unterstützung im Leben des anderen", erklärt Ana Maria.
Die schwerste Lektion auf dem Platz
Parallel zu ihrer Nationalmannschaftskarriere wurde Marković zu einem weltweit bekannten Gesicht des Frauenfußballs, und in den sozialen Medien folgen ihr fast drei Millionen Menschen. Dennoch brachte die schwerste Verletzung die größte Wende in ihrer Karriere. Im Frühjahr 2023 erlitt sie bei einem Spiel für Grasshopper gegen den FC Zürich einen Riss des vorderen Kreuzbands und des Meniskus.
Es folgten eine Operation und eine langwierige Rehabilitation. "Damals habe ich viel über meinen Körper gelernt, aber auch über meine professionelle Karriere", gab sie zu. Gerade in dieser herausfordernden Zeit wurde ihr bewusst, wie wichtig es ist, jemanden an seiner Seite zu haben, der das Leben eines Spitzensportlers versteht.
Der Partner, der es sofort wusste
Diese Rolle in ihrem Leben übernimmt der portugiesische Fußballer Tomas Ribeiro. Ihre Beziehung begann 2023, und sie lernten sich in Zürich kennen, als beide das Trikot von Grasshopper trugen, er in der Männermannschaft, sie in der Frauenmannschaft. "Es ist mir sehr wichtig, dass er versteht, was eine Sportkarriere mit sich bringt. Er unterstützt mich in allem, und ich habe viel von ihm gelernt, weil er wirklich der professionellste Fußballer ist, den ich kenne", betonte sie.
Genau Ribeiro war im entscheidenden Moment an ihrer Seite. "Er war mit mir im Zimmer, als der Anruf kam. Er sagte sofort: 'Ana, ich habe das Gefühl, das ist es, du wirst unterschreiben.' Er ist überglücklich für mich", verriet Marković.
Disziplin und süße Genüsse
Die Erfahrungen der letzten Jahre haben ihre Sicht auf den Profisport verändert. Sie hat erkannt, dass Spitzenleistungen nicht nur von Talent und Training abhängen, sondern auch von Disziplin in den täglichen Routinen, aber auch davon, sich kleine Genüsse zu erlauben. "Ich muss immer gut planen, was ich esse, ob ich etwas vorbereiten und mitnehmen muss. Die Erholung ist ebenfalls sehr wichtig, und ich achte darauf, vollständig bereit für das Training zu sein. Aber ich probiere auch gerne neue Dinge aus und genieße das Leben", sagt sie.
Obwohl sie zugibt, dass Eiscreme ihre größte Schwäche ist, liegt ihr Fokus jetzt auf dem neuen Kapitel in der Stadt, die sie ihr ganzes Leben kennt. "Ich kenne ganz Split, aber jetzt werde ich es auf eine völlig andere Art erleben, als jemand, der dort lebt, und nicht nur 'auf der Durchreise'", erklärt sie.
Auf die Frage nach den Erwartungen bei Hajduk erwähnt sie weder Tore noch Statistiken. "Am meisten möchte ich glücklich, zufrieden und gesund sein und so viel wie möglich in Kroatien genießen", schloss sie mit einem Appell an die Fans: "Wir brauchen euch alle auf den Rängen, die Unterstützung der Fans gibt uns zusätzliche Kraft und Motivation für die weitere Arbeit. Ich denke, diese Mädchen, die hier sind, haben es sich durch ihre Arbeit und ihre Ergebnisse verdient."