Die Sommerpause in der Formel 1 ist der ideale Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen und den ersten Teil der Saison 2026 zu analysieren. Nach 11 aufregenden Wochenenden hat sich klar herauskristallisiert, wer in den einzelnen Teams den Status des 'ersten Fahrers' innehat und wo die Duelle so ausgeglichen sind, dass die Entscheidung im weiteren Verlauf der Meisterschaft fallen wird.
Besondere Aufmerksamkeit erregt die Situation bei Mercedes, wo Kimi Antonelli unerbittlich an die Spitze strebt, während bei Ferrari der Unterschied zwischen Charles Leclerc und Lewis Hamilton nahezu nicht existent ist. Werfen wir einen Blick auf die Zahlen aller 11 Teams.
Mercedes: Antonellis Ära hat begonnen
Kimi Antonelli, Führender in der Fahrerwertung, dominiert auch das interne Duell mit George Russell. Antonelli gewann sogar sieben der 11 Qualifying-Duelle und holte dabei sechs Pole-Positionen. Die Situation ist am Renntag fast identisch, wo er ebenfalls mit 7:4 triumphierte. Antonelli verbuchte sechs Siege, während Russell mit zwei Ausfällen etwas mehr Pech hatte, gegenüber einem Ausfall von Antonelli.
Ferrari: Leclerc und Hamilton auf Augenhöhe
In Maranello herrscht völliges Gleichgewicht. Charles Leclerc hat im Qualifying einen minimalen Vorteil (6:5), doch Lewis Hamilton kontert in den Rennen, wo er mit identischen 6:5 führt. Beide haben je einen Sieg, und Hamilton ist bei den Podestplätzen leicht erfolgreicher (5:4). Dieser Kampf verspricht eine feurige Fortsetzung der Saison.
McLaren: Norris samstags besser, Sonntage ausgeglichen
Lando Norris gewann das Qualifying-Duell gegen Oscar Piastri mit 7:4, einschließlich der Pole-Position beim Großen Preis von Ungarn, was zugleich der einzige Sieg von McLaren in dieser Saison ist. In den Rennen herrscht jedoch völlige Gleichheit (5:5). Norris hat zwei Ausfälle, während Piastri neben einem DNF auch das Verpassen des Starts beim ersten Saisonrennen in Australien verbucht.
Red Bull: Verstappen routiniert vor Hadjar
Max Verstappen rechtfertigt den Status des ersten Fahrers bei Red Bull. Gegen seinen neuen Teamkollegen Isack Hadjar führt er mit überzeugenden 8:3 sowohl im Qualifying als auch in den Rennen. Der viermalige Weltmeister hatte drei Ausfälle, einen mehr als Hadjar, aber wenn beide auf der Strecke sind, ist der Niederländer unantastbar.
Racing Bulls: Lawson konstanter als Lindblad
Obwohl das Team aus Faenza eine großartige erste Saisonhälfte hatte, gelang es Liam Lawson, einen Vorteil gegenüber Arvid Lindblad zu erzielen. Im Qualifying ist es knapp (6:5), aber in den Rennen ist Lawson deutlich erfolgreicher (8:3). Zusammen holten sie fünfmal Punkte, und jeder hatte einen technischen Defekt: Lawson in Miami, Lindblad in Kanada wegen Kupplungsproblemen.
Alpine: Gasly überlegen, besonders samstags
Pierre Gasly deklassierte Franco Colapinto im Qualifying mit hohen 9:2. In den Rennen ist der Unterschied etwas geringer (7:4). Gasly erzielte auch das beste Saisonergebnis für das Team, den dritten Platz in Monaco, aber auch den einzigen Ausfall in Miami.
Haas: Bearman überrascht den erfahrenen Ocon
Ollie Bearman gewann das Qualifying-Duell gegen Esteban Ocon mit 8:3 und erzielte auch den einzigen Q3-Einzug für Haas in dieser Saison (Platz zehn in China). In den Rennen ist er ebenfalls besser (7:4), allerdings mit drei Ausfällen, während Ocon keinen einzigen DNF hat.
Audi: Hülkenberg samstags besser, Bortoleto sonntags
Interessante Situation bei Audi. Nico Hülkenberg hat im Qualifying einen leichten Vorteil (6:5), aber Gabriel Bortoleto ist in den Rennen deutlich erfolgreicher (7:4). Der Brasilianer hatte auch mehr Glück mit der Zuverlässigkeit, er startete nur in China nicht, während Hülkenberg neben drei DNFs auch das erste Rennen in Australien verpasste.
Williams: Sainz dominiert das Qualifying
Obwohl Williams nur Neunter in der Konstrukteurswertung ist, kann Carlos Sainz mit seiner persönlichen Leistung zufrieden sein. Im Qualifying übertraf er Alex Albon mit satten 9:2. In den Rennen ist der Unterschied knapp (6:5), und genau diese Ergebnisse stellen auch die erzielten Punkte dar: Sainz hat drei neunte Plätze, Albon je einen achten und zehnten Platz.
Aston Martin: Alonso trägt das Team auf seinen Schultern
Fernando Alonso hat Lance Stroll völlig dominiert. Im Qualifying führt er 9:2, in den Rennen 6:2. Die Saison war für Aston Martin so schwer, dass in den ersten beiden Rennen (Australien und China) sowie in Barcelona beide Fahrer das Ziel nicht sahen. Der einzige erzielte Punkt geht auf das Konto von Alonso, und zwar für den zehnten Platz in Monaco.
Cadillac: Perez knapp vor Bottas
In der Debütsaison von Cadillac liefert sich das erfahrene Duo Sergio Perez, Valtteri Bottas ein knappes Duell. Perez ist im Qualifying besser (6:5) und hält auch in den Rennen den Vorteil (6:3). Beide hatten jedoch große Probleme mit der Zuverlässigkeit, sie fielen jeweils viermal aus, einschließlich doppelter DNFs in Österreich und beim Großen Preis von Ungarn.