Der Weltfußball befindet sich in einer noch tieferen Spaltung, nachdem die Fußballverbände Argentiniens und Mexikos öffentlich hinter FIFA-Präsident Gianni Infantino stehen. Ihre Unterstützung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich der Chef des Weltfußballverbands ernstem Druck und einem Vertrauensverlust seitens wichtiger europäischer Verbände, einschließlich des Kroatischen Fußballverbands, gegenübersieht.
Die Krise eskalierte, nachdem Infantinos umstrittener Plan zur Gründung einer speziellen Firma, die die kommerziellen und operativen Aspekte der FIFA-Wettbewerbe verwalten sollte, scheiterte. Nach Informationen der Večernji list war der umstrittenste Teil des Plans der Vorschlag, bis zu 20 Prozent der Anteile an diesen Rechten an private Investoren zu verkaufen.
Buenos Aires sendet ein starkes Signal
Der Argentinische Fußballverband (AFA) hat seine Unterstützung für Infantino offiziell über eine vom Verbandspräsidenten Claudio "Chiqui" Tapia unterzeichnete Erklärung bekannt gegeben. Darin wird "die volle Unterstützung und Dankbarkeit für das, was Gianni Infantino in den letzten zehn Jahren als FIFA-Präsident geleistet hat", betont.
Infantino steht seit 2016 an der Spitze der FIFA, als er Sepp Blatter nachfolgte. In fast einem Jahrzehnt in dieser Position stehen seine Versprechen von mehr Transparenz nun stark in Frage, insbesondere in Europa.
Europa entzieht die Unterstützung, Kroatien ist dabei
Während Argentinien und Mexiko Unterstützung leisten, hat sich der von der UEFA angeführte europäische Fußballblock entschieden gegen Infantinos Pläne ausgesprochen. Die Unterstützung für den amtierenden FIFA-Präsidenten für eine weitere Amtszeit haben unter anderem die Fußballverbände Englands, Wales und Kroatiens zurückgezogen. Die UEFA droht mit einem Boykott der Wettbewerbe, falls ihre Forderungen nach Veränderungen nicht erfüllt werden, während die Concacaf laut Guardian diese Forderungen unterstützt und eine gründliche Überprüfung der FIFA-Führung verlangt, jedoch noch nicht mit einem Boykott gedroht hat.
Mexiko verlässt die Reihen der Concacaf
Laut einem Bericht des Guardian haben die mexikanischen Fußballverbände einen noch radikaleren Schritt unternommen. Sie haben nicht nur Infantino unterstützt, sondern auch "die Reihen" mit dem Rest ihrer regionalen Organisation Concacaf gebrochen. Der Guardian fügt hinzu, dass die Spekulationen zunehmen, dass Mexiko zur südamerikanischen Konföderation Conmebol wechseln könnte.
Die Anadolu Agency berichtet, dass beide Verbände, der argentinische und der mexikanische, Infantino unterstützt haben, nachdem die FIFA Fehler im Privatisierungsplan der Weltmeisterschaft eingeräumt hatte. Mit diesem Schritt stellten sie sich gegen die Positionen ihrer jeweiligen regionalen Dachverbände, Conmebol und Concacaf, und vertieften damit den "Fußball-Bürgerkrieg" weiter.