Die Transfersaga um Julián Álvarez nimmt immer dramatischere Züge an. Der argentinische Stürmer von Atlético Madrid ist fest entschlossen, seine Karriere in Barcelona fortzusetzen, doch der Madrider Klub bleibt bei seiner harten Haltung, ein Verkauf ist keine Option, es sei denn, jemand aktiviert die Ausstiegsklausel von satten 500 Millionen Euro.
Treffen ohne Gesprächspartner und Verbitterung
Álvarez erschien am Montag nach einem dreiwöchigen, von der FIFA verordneten Urlaub nach der Weltmeisterschaft an seinem Arbeitsplatz in Madrid. Er absolvierte medizinische Checks und trainierte eigenständig im Kraftraum. Das geplante Treffen mit Trainer Diego Simeone und Geschäftsführer Miguel Ángel Gil Marín fand nicht statt, da diese nicht in der Stadt waren. Simeone hatte den Spielern nach der Rückkehr von der Vorbereitungs- und Marketingreise in Südkorea zwei freie Tage gegeben und beschloss, die Zeit mit seiner Familie auf Ibiza zu verbringen.
Der enttäuschte Argentinier, der seinen Wunsch, nach Barcelona zu wechseln, bereits während der Weltmeisterschaft klar geäußert hatte, verbrachte anschließend zwei Stunden mit seinen Beratern, um die weitere Strategie zu besprechen. Laut spanischen Medien war er über das Fernbleiben der Klubführung verbittert, erwartet jedoch, dass das Treffen am Mittwoch doch noch stattfinden wird. Aus Atlético hieß es hingegen, das Treffen sei "unnötig", da "man nichts zu besprechen habe", angesichts der Tatsache, dass der 26-Jährige einen gültigen Vertrag bis Sommer 2030 besitzt.
Simeone deutlich: "Die Lage ist sehr klar"
Trainer Diego Simeone hatte bereits am Samstag vor dem Spiel gegen Manchester City in Seoul (3:1 für City) die gesamte Situation kommentiert.
"Der Klub hat eine Entscheidung getroffen, die Gil Marin gut erklärt hat. Wir sind glücklich, einen Spieler wie Julian zu haben, und wir werden ihm sicherlich helfen, sich weiterzuentwickeln und uns das Beste zu geben, was er kann. In diesen zwei Jahren hat er uns viel gegeben, wir erwarten, dass er so weitermacht, und wir werden alles tun, was wir können, und ihm helfen, wie wir es bisher getan haben,"
sagte Simeone und fügte hinzu, dass er für den Saisonauftakt gegen Málaga in Madrid am 19. August mit Álvarez plane.
Juristischer Präzedenzfall als Ausweg?
In Spanien taucht nun auch die Möglichkeit auf, dass Álvarez seinen Wechsel auf dem Rechtsweg erzwingen könnte. Der Sportrechtsexperte Miguel Galán erinnerte an den Fall Ibaigo Zubiaurre aus dem Jahr 2005, als ein Gericht die Ausstiegsklausel von 30 auf fünf Millionen Euro reduzierte, da es den ursprünglichen Betrag als übertrieben und unverhältnismäßig einstufte. Diese Entscheidung wurde später auch vom spanischen Obersten Gerichtshof bestätigt.
Galán ist der Ansicht, dass dieser Präzedenzfall einen rechtlichen Weg eröffnet, um Álvarez' Klausel von 500 Millionen Euro zu überprüfen. Ähnlich äußert sich der ehemalige Barcelona-Funktionär Toni Freixa, der auf das große Missverhältnis zwischen Klausel, Gehalt des Spielers und seinem Marktwert hinweist. Aus Atlético hingegen lautet die einfache Botschaft: "Entschuldige dich und mach dich an die Arbeit."
Barcelona bietet 120 Millionen, Inter fordert für Lautaro 120
Barcelona ist bereit, für Álvarez ernsthaftes Geld auszugeben, laut AS beläuft sich das Angebot nun auf rund 120 Millionen Euro, während die Jutarnji list einen Betrag von 100 Millionen Euro nennt. Atlético hat jedes Angebot abgelehnt und besteht auf der vollen Ausstiegsklausel. Die Katalanen hoffen auf eine günstige Entwicklung, sind sich jedoch bewusst, dass sie einen Plan B haben müssen. Nach dem Abgang von Robert Lewandowski zu Chicago Fire ist die Priorität, einen Top-Stürmer zu verpflichten, und die erste Alternative ist ein weiterer Argentinier, Lautaro Martinez.
Der 28-jährige Kapitän von Inter hat noch einen Dreijahresvertrag beim Mailänder Klub, und die "Nerazzurri" verlangen mindestens 120 Millionen Euro für ihn. Das sind 20 Millionen mehr, als Barcelona für Álvarez geboten hat. Lautaro hat in acht Jahren bei Inter 376 Spiele bestritten, 175 Tore erzielt und 56 Vorlagen gegeben.
Barcelonas Sportdirektor Deco und Trainer Hansi Flick sind große Bewunderer von Martinez.
"Lautaro ist in der Lage, sich zwischen den Linien zu bewegen und am Spielaufbau teilzunehmen, und er ist zudem sehr effizient im Strafraum,"
sagte Deco einst. Barcelona wird noch eine Weile auf das Ende der Álvarez-Saga warten, sitzt aber nicht untätig herum und bereitet den Boden für Verhandlungen mit Inter vor.