Die Fußballer von Dinamo sicherten sich den Einzug in das Play-off der Champions League, nachdem sie im Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde in Kaunas Kauno Žalgiris mit 2:1 besiegten. Doch der Abend in Litauen wurde von Szenen auf den Rängen geprägt, wo sich die Bad Blue Boys und die einheimischen Fans zu gemeinsamen Sprechchören von "Slava Ukrajini" vereinten.
Dinamo erledigte die Aufgabe bereits in Zagreb
Die Blauen hatten den litauischen Meister im Hinspiel im Maksimir mit 5:0 deklassiert, sodass das Rückspiel in Kaunas nur noch Formsache war. Trotzdem spielte die Mannschaft von Trainer Mario Kovačević ernsthaft und ging in der 19. Minute in Führung, als Kačavenda nach Vorlage von Beljo sein drittes europäisches Tor in dieser Qualifikationskampagne erzielte.
Nur elf Minuten später erhöhte Kapitän Josip Mišić auf 2:0 und baute die Gesamtführung auf riesige 7:0 aus. Doch die Partie wurde in der 32. Minute kompliziert, als Torhüter Filipović unvorsichtig aus dem Strafraum lief, ein Foul beging und vom Schiedsrichter Massa die direkte Rote Karte erhielt. Trainer Kovačević reagierte sofort, bereits in der 34. Minute ersetzte er Lisica durch Ivan Nevistić, der zwischen die Pfosten ging.
Debeljuh verkürzte, aber Dinamo sicher
Zu Beginn der zweiten Halbzeit brachte Kovačević Vidović und Goda für Stojković und Vinlöf. In der 56. Minute erzielte der Gastgeber das Tor zum 1:2, nachdem ein Schuss von Kreković von Nevistić abgewehrt wurde und Gabriel Debeljuh den Abpraller nutzte und traf.
Die Litauer versuchten, die numerische Überlegenheit auszunutzen, konnten die Gesamtführung von Dinamo jedoch nicht ernsthaft gefährden. In der 90. Minute hielten die Blauen weiterhin das 2:1, und nach drei Minuten Nachspielzeit wurde der Einzug in die letzte Qualifikationsrunde bestätigt. Dort wartet der norwegische Verein Viking, das erste Spiel findet am 18. August in Zagreb statt, das Rückspiel am 26. August in Stavanger.
Botschaft von den Rängen: "Slava Ukrajini"
Während auf dem Platz die Qualifikationsfrage geklärt wurde, boten die Ränge einen besonderen Moment. Die Bad Blue Boys stimmten den Sprechchor "Slava Ukrajini" an, und die einheimischen litauischen Fans schlossen sich sofort an. Die Dinamo-Fans riefen "Slava", während von der Heimtribüne die Antwort "Ukrajini" kam, und der Sprechchor wiederholte sich mehrmals.
Der Gruß "Slava Ukrajini" ist heute eng mit dem ukrainischen Widerstand gegen die russische Aggression verbunden und wurde besonders nach der Annexion der Krim 2014 und der vollständigen Invasion im Februar 2022 populär. Aufgrund der langjährigen Freundschaft zwischen den Bad Blue Boys und den Fans von Dynamo Kiew trägt diese Botschaft eine besondere Bedeutung.
Litauen unter den stärksten Verbündeten der Ukraine
Der gemeinsame Sprechchor passt zum Verhältnis Litauens zur Ukraine. Der baltische Staat, NATO-Mitglied und Nachbar von Russland und Belarus, ist einer der stärksten politischen und militärischen Verbündeten Kiews. Nach Angaben der litauischen Behörden überstieg der Wert der institutionellen Hilfe für die Ukraine von 2022 bis 2026 1,85 Milliarden Euro.
Litauen hat auch viele Kriegsflüchtlinge aufgenommen; am 5. März dieses Jahres befanden sich 53.379 ukrainische Kriegsflüchtlinge im Land, mehr als zehntausend mehr als im Vorjahr. Nur fünf Tage vor dem Spiel berichtete Reuters über die Warnung der litauischen Behörden, dass Russland erbeutete ukrainische Drohnen nutzen könnte, um Provokationen im Baltikum auszulösen, mit dem Ziel, die Einheit der NATO zu untergraben und die Unterstützung für die Ukraine zu verringern.