Die Abgeordnete der Partei Možemo!, Sandra Benčić, hat unmittelbar vor dem von Premierminister Andrej Plenković für Dienstag, den 11. August 2026, um 11 Uhr einberufenen Krisentreffen eine scharfe Botschaft an die Koalitionspartner des HDZ gerichtet. Anlass der außerordentlichen Zusammenkunft in den Banski dvori ist die Eskalation der Affäre um die Lagerung von Sondermüll in Gospić, die Benčić als entscheidenden Test politischer Verantwortung betrachtet.
In einem Beitrag in den sozialen Medien forderte Benčić direkt die Domovinski pokret, HSLS, HNS und andere Abgeordnete, die die Parlamentsmehrheit unterstützen, heraus und deutete an, dass die nächsten Stunden ihre politische Zukunft bestimmen würden.
"Diese ein bis zwei Stunden werden über das politische Schicksal der Domovinski pokret, der HSLS, der HNS, der gewonnenen Jetons und anderer entscheiden, denn heute wird sich zeigen, ob sie überhaupt politische Akteure sind oder nur demütige Klimmzüge des HDZ machen", so Benčić.
Mitschuld am 'Verbrechen von Gospić'
Die Abgeordnete betonte, dass alle Mitglieder der Regierungsmehrheit einen Teil der Verantwortung für das Umweltproblem in der Lika tragen, das ihrer Aussage nach langfristige Folgen für die lokale Gemeinschaft und die Umwelt haben werde. Sie forderte sie auf, die Unterstützung für ein System zu beenden, das ihrer Meinung nach Einzelpersonen auf Kosten des öffentlichen Interesses begünstigt.
"Alle Koalitionspartner sind mitschuldig am Verbrechen von Gospić, das Generationen am eigenen Leib spüren werden. Wenn Sie ein Mindestmaß an politischer Verantwortung haben, werden Sie heute denen die Gefolgschaft verweigern, die ein solches System geschaffen haben, damit einige wenige auf Kosten des gesamten Landes profitieren", sagte Benčić gegenüber N1 Television.
Das Problem mit Gefahrstoffen im Gebiet von Gospić steht seit Monaten im Fokus der Öffentlichkeit, und die Opposition, darunter die Abgeordnete Dalija Orešković und Mitglieder der Bürgerinitiative Gospić je naš dom, besteht auf einer vollständigen Aufklärung aller in den Fall verwickelten Akteure. Nach verfügbaren Informationen wird derzeit ein mehrstufiger Sanierungsplan erstellt und ein Ausschreibungswettbewerb für die Entsorgung des Abfalls ausgeschrieben.
Aufruf zur Flucht aus der 'toxischen Umarmung'
Benčić rief die Koalitionspartner auf, sich auf die Seite der Bürger zu stellen, die die Feststellung der Verantwortung fordern, und sich vom HDZ zu distanzieren. Die abschließende Botschaft war direkt und dramatisch.
"Jetzt ist der Moment, sich aus der toxischen Umarmung des HDZ zu lösen und sich Ihren Bürgern anzuschließen, die zu Recht Verantwortung von denen fordern, die Kroatien seit Jahren der Müllmafia ausliefern. Heute wird nicht genickt, heute müssen Sie endlich den Kopf heben!", schloss Benčić.
Während die politische Krise andauert, nahm Premierminister Plenković am Montag, dem 10. August, an der 311. Sinjska alka teil, wo er dem Sieger Tino Radanović zu seinem Sieg mit 12 Treffern gratulierte. Am selben Tag verabschiedete die Regierung Verordnungen über neue, niedrigere Kraftstoffpreise, die ab Dienstag gelten. Dem Beschluss zufolge wurde Benzin um 0,06 Euro pro Liter auf 1,56 Euro gesenkt, Diesel um 0,04 Euro auf 1,71 Euro pro Liter. Die neuen Preise gelten für die nächsten sieben Tage.