Die Gespanschaft Zadar wird bald einen neuen Industriegiganten bekommen, und dieser Schritt könnte die wirtschaftliche Zukunft ihres Hinterlandes grundlegend verändern. Gespan Josip Bilaver bestätigte, dass das internationale Unternehmen Beretta Holding S.A., spezialisiert auf die Herstellung von Waffen und Munition, eine Anlage in Obrovac errichten wird, und auch die kroatische Regierung wird sich als Miteigentümer an dem Projekt beteiligen.
Diese Information teilte Bilaver während eines Besuchs beim Innenminister und Vizepremier Davor Božinović in Preko auf Ugljan mit, wo am Samstag, dem 8. August 2026, das renovierte Polizeibüro für die Inseln Ugljan und Pašman feierlich eröffnet wurde. Neben Sicherheitsfragen stand auch die Notwendigkeit wirtschaftlicher Diversifizierung im Fokus der Gespräche.
Stabilität, die über die Tourismussaison hinausgeht
Der Gespan machte deutlich, dass die Entwicklung der Gespanschaft nicht allein auf Tourismus aufgebaut werden darf. „Wir können uns nicht ausschließlich auf den Tourismus verlassen, denn das ist ein sehr sensibler Wirtschaftszweig, und diese Investition stellt eine große und bedeutende Investition für unsere Gespanschaft dar“, betonte Bilaver.
Die Fabrik soll bis Mitte 2029 ihren Betrieb aufnehmen. Bei voller Produktionskapazität werden etwa 300 Arbeitsplätze erwartet sowie Jahresumsätze von 70 bis 80 Millionen Euro. Für das Hinterland von Zadar, wo jede größere Produktionsinvestition die lokale Wirtschaft radikal verändern kann, ist die Schaffung von über 300 Arbeitsplätzen von außerordentlicher Bedeutung.
Fünf Jahrhunderte Tradition hinter dem Projekt
Das Projekt wird von Beretta Holding S.A. geleitet, einer Gruppe mit Sitz in Luxemburg und einer fast 500-jährigen Tradition. Das Unternehmen, geführt von der Familie Gussalli Beretta, beschäftigt heute über 6.000 Mitarbeiter und ist in mehr als 20 Ländern präsent, mit bekannten Marken wie Beretta, Benelli, Sako, Tikka, Steiner und Burris im Portfolio.
„Die Gespanschaft Zadar ist offensichtlich als eine Region erkannt worden, in die es sich zu investieren lohnt. Die angekündigte Investition in eine Munitionsfabrik spricht für sich. Es handelt sich um ein Unternehmen mit über 500-jähriger Tradition und internationalem Ruf, das gemeinsam mit der Regierung in dieses Projekt einsteigt. Der Staat wird nämlich Miteigentümer der Fabrik sein, was wir als besonders wichtig erachten“, sagte Bilaver.
Industrie, die die Gespanschaft bereits prägt
Obwohl die Gespanschaft Zadar oft ausschließlich mit Tourismus in Verbindung gebracht wird, zeigt die Daten der Kroatischen Wirtschaftskammer eine andere Realität. Die verarbeitende Industrie trägt mit 19,3 Prozent zu den Gesamteinnahmen der Gespanschaftswirtschaft bei und beschäftigt 17 Prozent der Arbeitskräfte.
Zu den führenden Exporteuren gehören Aluflexpack, spezialisiert auf flexible Aluminiumverpackungen; Cromaris, ein prominenter Produzent mediterraner Fische; sowie LTH Metalni lijev aus Benkovac, das Aluminiumteile für Automobile herstellt. In Zadar ist auch CHIRON Croatia, ein Hochtechnologieunternehmen, tätig, und der Lebensmittel- und Fischereisektor ist mit Kali Tuna, Jadran Tuna und Mardešić von der Insel Dugi otok bedeutend. Dazu kommen Tvornica kruha Zadar, Maraska sowie die landwirtschaftliche Produktion Vrana in Ravni kotari.
Die neue Fabrik in Obrovac fügt sich in dieses industrielle Mosaik ein und bringt Schlüsselelemente für die lokale Wirtschaft: ganzjährige Arbeitsplätze, Export und Produktion, die nicht von den Sommermonaten abhängig ist.