Disziplin stand bei Nationaltrainer Slaven Bilić immer ganz oben auf der Prioritätenliste, was am besten ein Ereignis aus dem Mai 2011 veranschaulicht. Damals wurde der junge Nationalspieler Domagoj Vida vor einem wichtigen EM-Qualifikationsspiel gegen Georgien aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen, nachdem er unter Alkoholeinfluss einen Vorfall verursacht und eine Polizeianzeige erhalten hatte.
Bilićs Reaktion war blitzschnell und kompromisslos. Vida wurde sofort vom Lehrgang entfernt, und als Ersatz wurde Ivan Tomečak von Dinamo nachnominiert. Der Trainer machte damals keinen Hehl aus seiner Enttäuschung und Wut und sandte eine klare Botschaft an die gesamte Kabine.
"Ein solches Verhalten ist inakzeptabel"
Bilić war in seiner Stellungnahme klar und direkt. "Vida wird wegen unangemessenen Verhaltens diesen Lehrgang verpassen. Ein kroatischer Nationalspieler muss auf und neben dem Platz ein Vorbild sein, und unabhängig von den Umständen ist ein solches Verhalten inakzeptabel", so der damalige Trainer.
Doch dabei blieb er nicht stehen. Er fügte hinzu, dass diese Warnung an alle im Umfeld der Nationalmannschaft gerichtet sei. "Dies ist eine sehr ernste Ermahnung, nicht nur für Domagoj, sondern für alle, sowohl für die Spieler als auch für die Mitglieder des Trainerstabs. Wir haben die seltene Ehre, unser Land zu vertreten, das ist das größte Privileg für einen Sportler, aber gleichzeitig auch die größte Verpflichtung. Deshalb darf es keine Nachsicht gegenüber niemandem geben!", betonte Bilić.
Vidas öffentliche Entschuldigung und Reue
Domagoj Vida scheute die Verantwortung nicht. Sichtlich betroffen akzeptierte er die Strafe und entschuldigte sich öffentlich, sich der Schwere seines Fehlers bewusst. "Damit ist die Sache beendet. Ich akzeptiere die Entscheidung von Trainer Bilić, es liegt an mir, weiterzuarbeiten, zu trainieren und zu spielen, um mir sein Vertrauen erneut zu verdienen", sagte Vida.
"Ich habe diesen Vorfall teuer bezahlt, und seien Sie versichert, dass mir so etwas nie wieder passieren wird. Aus dieser Erfahrung habe ich eine Lehre fürs Leben gezogen. Es tut mir jetzt leid, dass es so gekommen ist, ich kann es nicht ungeschehen machen, aber ich kann alles tun, damit es sich nicht wiederholt", fügte der damals junge Innenverteidiger hinzu.
Eine Lehre, die eine Karriere prägte
Der Vorfall von 2011 wurde zu einem entscheidenden Wendepunkt in Vidas Karriere. Nach Verbüßung der Strafe gelang ihm die Rückkehr in die Nationalmannschaft, und mit der Zeit wurde er zu einer ihrer wichtigsten Stützen. Bilićs Methode aus "Zuckerbrot und Peitsche" erwies sich langfristig als erfolgreich, und Vida entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten kroatischen Nationalspieler der Geschichte.
In der Zwischenzeit setzen die jüngeren Generationen der Vatreni ihren Weg fort. So verbuchte Vizekapitän Ivan Perišić am Samstag eine Vorlage für PSV beim 2:2-Unentschieden gegen Fortuna Sittard zum Auftakt der neuen Saison der niederländischen Liga, wie auch das offizielle Twitter-Profil des Kroatischen Fußballverbands bestätigte.