Der Bischof von Gospić-Senj, Marko Medo, hat sich am Dienstag öffentlich zu der Umweltbedrohung geäußert, die die Öffentlichkeit in Lika seit Monaten beunruhigt. In der Erklärung mit dem Titel "Bewahren wir die Gabe der geschaffenen Welt" äußerte der Bischof tiefe Besorgnis über die illegale Deponie für gefährlichen Abfall im Gebiet von Gospić und forderte die Institutionen zu sofortigem Handeln auf, wobei er betonte, dass die Gesundheit der Menschen nicht zum Mittel politischer Auseinandersetzungen werden dürfe.
Am Standort des ehemaligen Fleischverarbeitungskomplexes PPK Velebit wurden seit Anfang 2022 etwa 37.000 Tonnen gefährlicher Abfälle gelagert. Zu den Substanzen, die Boden und Wasser gefährden, gehören Kupfer, Zink, Blei und Antimon, was bei der lokalen Bevölkerung berechtigte Angst um ihre Gesundheit und Sicherheit ausgelöst hat.
"Die Erde ist uns nicht gegeben, um sie unbegrenzt zu nutzen"
Bischof Medo betonte in seiner Ansprache, dass die Diözese Gospić-Senj als Ortskirche die pastorale und moralische Verantwortung spüre, sich klar zu einer Frage zu äußern, die unmittelbar das Wohl der dort lebenden Menschen berührt. "Gospić und Lika sind ein Raum, in dem wir leben, arbeiten, Familien gründen und mit dem wir tief verbunden sind. Das ist eine Region, die wir von früheren Generationen empfangen haben und für die wir gegenüber denen verantwortlich sind, die nach uns kommen", so der Bischof.
Besonders hob er die Verbindung zwischen der Sorge um die Natur und der Sorge um den Menschen hervor und lehnte deren Trennung ab. "Der Mensch lebt in der geschaffenen Welt, von ihr empfängt er Wasser, Nahrung und Lebensraum. Deshalb ist die Verschmutzung von Boden, Wasser und Luft nicht nur eine technische oder wirtschaftliche Frage, sondern kann zu einer Frage des Lebens, der Gesundheit, der Würde und der Zukunft werden", sagte Medo.
Gesundheit über politischen Interessen
Der Bischof war unmissverständlich in seiner Haltung, dass Leben, Gesundheit und Sicherheit der Menschen über jedem politischen, wirtschaftlichen oder geschäftlichen Interesse stehen müssen. Er forderte, dass jeder berechtigte Verdacht auf eine Gesundheitsgefährdung fachlich, unabhängig und vollständig untersucht wird. "Die Gesundheit der Menschen darf nicht zum Mittel politischer Auseinandersetzungen werden. Sie ist ein Gemeingut, für das wir alle Verantwortung tragen", betonte er. "Wenn gefährliche Stoffe den Boden, das Wasser, die Pflanzen- und Tierwelt oder die Sicherheit des Raumes, in dem der Mensch lebt, gefährden, dann sprechen wir von einer Frage der Menschenwürde und des Gemeinwohls."
Er forderte alle zuständigen staatlichen, lokalen und fachlichen Stellen auf, unverzüglich die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den tatsächlichen Zustand festzustellen, jede mögliche Gefahr zu beseitigen und eine fachgerechte und dauerhafte Sanierung aller gefährdeten Standorte durchzuführen. Gleichzeitig forderte er alle am öffentlichen Leben Beteiligten auf, dieses Thema nicht für politische Spiele und Auseinandersetzungen zu nutzen.
Recht auf Wahrheit und eine sichere Zukunft
Die Bürger, so der Bischof, hätten ein Recht auf wahrheitsgemäße, zeitnahe und transparente Informationen über den Zustand der Umwelt, in der sie leben, des Wassers, das sie trinken, der Luft, die sie atmen, und des Bodens, auf dem sie ihre Familien gründen. "Unsere Stellungnahme richtet sich nicht gegen irgendjemanden. Sie ist ein klares Eintreten für den Menschen, das Leben, die Gesundheit, die Wahrheit, die Verantwortung und die Bewahrung unseres gemeinsamen Hauses", schloss Medo.
Er erinnerte auch an die tiefere Verantwortung gegenüber der Natur: "Wasser zu bewahren bedeutet, Leben zu bewahren. Boden zu bewahren bedeutet, die Zukunft zu bewahren. Die Natur zu bewahren bedeutet, die Gabe zu respektieren, die wir von Gott empfangen haben."