Der Verlag Tonimir hat im August 2026 das Buch des emeritierten Bischofs Ratko Perić Virgin Most Prudent: On Medjugorje Out of Love for the Truth veröffentlicht. Es handelt sich um die englische Übersetzung seines Buches Djevice premudra: O Međugorju iz ljubavi prema istini, das im Original im September 2024 erschienen ist.
Das Buch bietet auf 311 Seiten eine detaillierte Analyse des Medjugorje-Phänomens aus der Feder eines seiner besten Kenner. Bischof Perić, der von 1993 bis 2020 das Amt des Ortsbischofs der Diözese Mostar-Duvno innehatte, hat sich jahrzehntelang intensiv mit den angeblichen Marienerscheinungen beschäftigt, die am 24. Juni 1981 begannen.
Übersetzer und Aufbau des Buches
Die englische Übersetzung stammt von Mario Glibić und Erzbischof Petar Antun Rajič. Das Buch besteht aus 19 Kapiteln (Seiten 11-290) und enthält außerdem Anmerkungen zur Entstehung der Kapitel (S. 291-292), eine umfangreiche Bibliographie (S. 293-300), Vorworte zweier internationaler Experten (S. 7-9), Rezensionen zweier Bischöfe (S. 301-303) sowie ein Personenregister (S. 305-311).
Empfehlungen internationaler Experten
Professor für Dogmatische Theologie an der Theologischen Fakultät in Lugano, Schweiz, Manfred Hauke, betont, dass Bischof Perić "zu den besten Kennern dieses Phänomens gehört und wichtige Urteile und Stellungnahmen dazu veröffentlicht hat". Besonders hebt er den Wert der bisher der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Texte hervor: "Darunter stechen besonders die kritischen Stellungnahmen zur Arbeit der Päpstlichen Kommission in den Jahren 2010 bis 2014 hervor, sowie Anmerkungen zu außernatürlichen Einflüssen in Medjugorje."
Hauke schließt: "Dieses außergewöhnlich gut dokumentierte Werk sollte Pflichtlektüre für alle sein, die sich mit dem Phänomen Medjugorje unter theologischen und pastoralen Gesichtspunkten befassen."
Kritik an der Arbeit kirchlicher Gremien
Der Gymnasiallehrer in Casarano (Apulien, Italien) und Forscher Marco Corvaglia erinnert in seiner Empfehlung daran, dass Papst Ratzinger 2009 der damaligen Kongregation für die Glaubenslehre die Einrichtung einer Untersuchungskommission für Medjugorje anvertraut hatte, aber "die Ergebnisse dieses Unternehmens sich enttäuschender erwiesen haben, als man je erwartet hätte".
Corvaglia kritisiert vor allem die Arbeit jener Kommission, die von Kardinal Camillo Ruini geleitet wurde, und geht besonders auf das Dokument über die geistliche Erfahrung in Medjugorje ein, das das Dikasterium für die Glaubenslehre am 19. September 2024 veröffentlichte. Seinen Worten zufolge sind diese Dokumente "voller faktischer, historischer, dokumentarischer und logischer Fehler und haben dazu geführt, dass der Heilige Stuhl eine widersprüchliche und unklare Haltung eingenommen hat".
Aktualität der Veröffentlichung
Corvaglia betont, dass das Buch heute, im Jahr 2026, "nützlich und notwendig ist, sogar mehr als es schien, als der Autor die Originalfassung Mitte 2024 in Druck gab". Der Grund dafür ist, dass der ursprüngliche Text entstand, bevor das Dikasterium für die Glaubenslehre diese Note herausgab, sodass im Text selbst nicht darauf Bezug genommen wird.
Der Forscher hebt hervor, dass die Studie "fest und detailliert auf Fakten basiert, reichlich aus Primärquellen schöpfend, die besonders das erste Jahrzehnt des Phänomens beleuchten, die sowohl von apologetischen Essays als auch von der päpstlichen Untersuchungskommission vernachlässigt wurden". Sein Urteil ist klar: "Der Beitrag von Msgr. Perić zur kritischen und informierten Untersuchung der Anfänge von Medjugorje ist wertvoll, erstklassig und fundamental."