Ehemaliger Meta-Direktor: Zuckerberg kannte die Risiken für Kinder, löste sie aber nicht
Arturo Bejar sagte vor Gericht aus, dass die Unternehmenskultur Gewinn über den Schutz junger Facebook- und Instagram-Nutzer stellte.
Arturo Bejar sagte vor Gericht aus, dass die Unternehmenskultur Gewinn über den Schutz junger Facebook- und Instagram-Nutzer stellte.
Arturo Bejar, ehemaliger Engineering-Direktor bei Meta Platforms und lautstarker Kritiker des Unternehmens, sagte am Mittwoch vor dem Bundesgericht in Oakland, Kalifornien, aus. Seine Aussage eröffnete den historischen Prozess, in dem eine Koalition US-amerikanischer Bundesstaaten Meta beschuldigt, die Sicherheit von Kindern auf Facebook und Instagram zu gefährden.
Bejar, der von 2009 bis 2015 bei Meta arbeitete und von 2019 bis 2021 als unabhängiger Auftragnehmer tätig war, erhob schwere Vorwürfe gegen CEO Mark Zuckerberg. Laut seinen Aussagen war Zuckerberg eng in Entscheidungsprozesse eingebunden, und die von oben nach unten ausgerichtete Unternehmenskultur stellte sicher, dass Produktdesignänderungen nur dann erfolgten, wenn er sie persönlich anordnete.
„Wenn Mark etwas zur Priorität macht, bewegen sich Berge innerhalb eines Monats“, sagte Bejar.
Diese Aussage legt nahe, dass Kindersicherheit nie ganz oben auf Zuckerbergs Prioritätenliste stand, ein zentrales Argument der Kläger in diesem Fall. Bejar sagte weiterhin aus, dass er wiederholt Bedenken gegenüber Führungskräften, einschließlich Zuckerberg selbst, geäußert habe, aber wenig unternommen worden sei. Seinen Behauptungen zufolge setzten Facebook und Instagram Kinder Raubtieren und grafischen Inhalten aus.
Kalifornien, Colorado, Kentucky und New Jersey werfen Meta vor, Facebook und Instagram so gestaltet zu haben, dass sie junge Nutzer anziehen und Angstzustände, Depressionen und Selbstmordgedanken fördern. Darüber hinaus werfen diese vier Bundesstaaten und 25 weitere dem Unternehmen vor, gegen Bundesgesetze verstoßen zu haben, indem sie unrechtmäßig persönliche Daten von Kindern unter 13 Jahren sammelten und verwendeten. Insgesamt beschuldigen 29 US-Bundesstaaten Meta, Produkte absichtlich so gestaltet zu haben, dass sie süchtig machen und jungen Nutzern schaden.
Meta bestreitet alle Vorwürfe und behauptet, Bejars Meinungen lägen außerhalb seines Zuständigkeitsbereichs. Das Unternehmen besteht darauf, dass das Design der Plattformen gesetzeskonform sei und junge Nutzer schütze.
Der Prozess begann am Dienstag, und Bejar ist der erste Zeuge, den die Staatsanwaltschaft aufgerufen hat. Es wird erwartet, dass das Verfahren sechs Wochen dauern wird, und unter den Zeugen soll auch Mark Zuckerberg selbst erscheinen, was ein entscheidender Moment im Verfahren sein könnte.
Das Foto von Mark Zuckerberg wurde von Brendan Smialowski von der Agentur AFP aufgenommen.