Am heutigen Tag, dem 11. August 1960, wurde Tomislav Ivković geboren, der ehemalige Torhüter von Dinamo Zagreb und Roter Stern Belgrad, später auch ein geschätzter Fußballexperte. Anlässlich seines 66. Geburtstags veröffentlichte das Portal Dnevno.hr einen ausführlichen Artikel, in dem an seine außergewöhnliche Karriere, den schmerzhaften Wechsel von Zagreb nach Belgrad und unvergessliche Momente auf dem Platz erinnert wird.
Der schwerste Tag seines Lebens: Der Abschied von Dinamo
Ivkovićs Wechsel von Dinamo zu Roter Stern war nicht nur ein einfacher Transfer von einem Verein zum anderen. Es war ein Ereignis, das ihm, wie er selbst zugibt, das Leben veränderte. Das Verhältnis zum damaligen Trainer Miroslav Ćiro Blažević war zerrüttet. Nach einer Ausleihe zu Dinamo Vinkovci kehrte Ivković nach Maksimir zurück, doch statt eines Neuanfangs erwartete ihn das Ende. Im Frühjahr 1983 setzte er sich im Zagreber Hotel Esplanade mit einer Delegation von Roter Stern an einen Tisch, bestehend aus Präsident Miladin Šakić, der Legende Dragan Džajić und Vladimir Cvetković.
Obwohl ihm ein Ausweg angeboten wurde, war die Botschaft aus Dinamo, wo Ćiro jede Entscheidung kontrollierte, klar: Wenn er bleiben wolle, müsse er kommen und betteln. Ivković, bekannt für seinen Charakter, ließ sich darauf nicht ein. Er ging allein nach Maksimir, um seine Papiere zu holen. "Das war der schwerste Tag meines Lebens", erinnerte sich Ivković im Gespräch mit Dnevno.hr. An einem einzigen Tag verlor er Familie, Freunde, Freundin, Stadt und geliebten Verein. "Wäre da nicht Rajko Janjanin gewesen, ein weiterer Dinamo-Spieler, der diesen Weg bereits gegangen war, hätte ich vielleicht noch am selben Tag kehrtgemacht", fügte er hinzu.
Kurz nach seiner Ankunft in Belgrad wurde ihm klar, dass er in eine völlig andere Welt gekommen war. Im Marakana-Stadion herrschten strenge Regeln. Als er einmal aus alter Gewohnheit in den Vereinsräumen einen Kaffee trinken wollte, empfing ihn Džajić mit einer deutlichen Botschaft: "Pass auf, der Vorstandsraum ist ein Ort, den man nur betritt, wenn man eingeladen ist. Dein Platz ist der Platz. Und die Kabine".
Die Ironie des Schicksals ereignete sich beim Turnier "Trofej Marjan" in Split. Während Ivković sein Debüt für Roter Stern gab, kam die Nachricht, dass Ćiro Blažević nicht mehr Trainer von Dinamo war. Der am Boden zerstörte Torhüter sagte damals: "Ich wollte mich umbringen, aber erst nachdem ich Ćiro umgebracht habe". Sein Abschied von Dinamo, motiviert durch den Konflikt mit dem Trainer, erschien plötzlich sinnlos.
Der Mann, der Maradona zweimal stoppte
Ivković bestritt 38 Länderspiele, und einen besonderen Platz in der Fußballgeschichte sicherten ihm die Duelle mit Diego Armando Maradona. Zum ersten Mal hielt er 1989 einen Elfmeter von ihm im Spiel zwischen Sporting Lissabon und dem SSC Neapel. Vor dem Schuss war Ivković so selbstsicher, dass er Maradona eine Wette vorschlug, der Einsatz war symbolische hundert Dollar oder ein Trikot. Maradona nahm an, verlor aber.
Nur ein Jahr später, bei der Weltmeisterschaft 1990 in Italien, führte sie das Schicksal erneut zusammen. Vor dem Spiel kündigte Ivković selbstbewusst an, erneut Maradonas Schuss zu halten. Als der entscheidende Moment kam, versuchte er auch psychologisch zu punkten und rief dem Argentinier zu: "Diego, ich weiß, wohin der Ball geht, ich warte auf dich!". Maradona schaute ihn nicht einmal an. Ivković war erneut erfolgreich und wurde der einzige Torhüter, der dem legendären Argentinier zweimal einen Elfmeter abnahm. Diese Tatsache wurde auch in Maradonas Autobiografie nicht verschwiegen.
Kritik an Serbien
Ivković, der seine Karriere auch als Fußballexperte beim HRT während der diesjährigen Weltmeisterschaft fortsetzte, bleibt auch für seine offene Kritik an der serbischen Nationalmannschaft in Erinnerung. Bei der Kommentierung ihrer Misserfolge trotz vieler talentierter Spieler hielt er ihnen die schmerzhafte Wahrheit vor Augen.
"Es klingt für mich unglaublich, dass Serbien seit Jahren nicht in der Lage ist, das enorme Talent seiner Spieler zu nutzen und eine respektable Mannschaft zusammenzustellen. Ich denke, das ist ein Zeichen für schlechte Führung der Nationalmannschaft und fehlende Vision", sagte Ivković gegenüber Dnevno.hr.
Mit dieser Aussage gab der ehemalige Torhüter beider größter Vereine des ehemaligen Jugoslawien ein klares Urteil über den Zustand des Nachbarfußballs ab.