Brad Pitt hat eine seiner dunkelsten Lebenserfahrungen geteilt. In einem ausführlichen Interview mit dem Magazin Esquire, das am 10. August veröffentlicht wurde, gab der 62-jährige Hollywood-Schauspieler zu, dass er mit suizidalen Gedanken konfrontiert war, die er als Suche nach Erleichterung von unerträglichem Schmerz beschrieb.
"Ich sah einfach keinen Ausweg", sagte Pitt zu Esquire, wie Rolling Stone berichtet. "Der Schmerz war so erdrückend, dass ich das kalte Metall einer Kugel in meinem Kopf spüren konnte, und das war wie eine Erleichterung. Und ich dachte: 'Oh, okay, jetzt verstehe ich.' Ich verstehe Selbstmord, in dem Sinne, dass es nur Erleichterung ist. Es ist nur die Suche nach Erleichterung von Schmerz."
Der Schauspieler betonte, dass er nicht die Absicht hatte, diesen Gedanken zu folgen, und beschrieb sie als eine kurze Phase, die ihm zeigte, wie intensiv psychisches Leiden werden kann. "Aber ich glaube auch, dass wir unglaubliche Überlebensinstinkte haben. Und bei mir hat das sofort eingesetzt", fügte er hinzu.
Familiäre Probleme im Hintergrund der Krise
Obwohl Pitt keine konkreten Details darüber preisgab, was diese dunkle Phase ausgelöst hat, bestätigte er, dass sie mit familiären Umständen zusammenhing. Sein Privatleben steht seit Jahren im Fokus der Öffentlichkeit, insbesondere nach dem Vorfall im Flugzeug im September 2016.
Während des Fluges von Frankreich nach Los Angeles soll Pitt laut Gerichtsakten von Angelina Jolie verbal und körperlich aggressiv gegenüber seiner damaligen Frau und ihren sechs Kindern gewesen sein. Jolie reichte kurz nach diesem Vorfall die Scheidung ein. In den letzten Jahren haben mehrere ihrer Kinder rechtliche Schritte unternommen, um den Namen Pitt aus ihrem Nachnamen zu entfernen.
Rückfall zum Alkohol nach sieben Jahren
Der Vorfall im Flugzeug war der Auslöser für Pitts Entscheidung, komplett mit dem Trinken aufzuhören, doch im Gespräch mit Esquire verriet er, dass er nach sieben Jahren Abstinenz wieder zum Alkohol gegriffen hat. "Ich war sieben Jahre lang nüchtern, und dann bin ich zum Trinken zurückgekehrt", sagte er.
Er betonte jedoch, dass er heute deutlich vorsichtiger mit Alkohol umgeht. "Ich kann ein paar Getränke trinken, aber nicht viel. Ich muss professionell damit umgehen", erklärte er. Er gab auch zu, dass er sich ein paar Mal "zu sehr entspannt" habe und schnell erkannte, dass größere Mengen für ihn keine gute Wahl sind. "Ich bin ein paar Mal zu selbstsicher geworden und habe gemerkt: 'Ja, nein, das ist nicht gut für mich.' Nicht in großen Mengen", sagte er.
Optimismus als zweischneidiges Schwert
Pitt beschrieb sich selbst als geborenen Optimisten, gab aber zu, dass ihm diese Lebenseinstellung in manchen Situationen auch Enttäuschungen gebracht hat. Er erinnerte sich auch an eine humorvolle Bemerkung seines langjährigen Freundes, des Regisseurs David Fincher, der ihm sagte, dass er das Glas immer halbvoll sehe, aber in seinem schwarzen Humor hinzufügte, dass der Inhalt vielleicht doch nicht das sei, was er erhofft.
Der Schauspieler, der seit fast vier Jahren mit Ines de Ramon liiert ist, präzisierte im Interview nicht, wann die beschriebene Krise auftrat oder wie lange sie dauerte. Sein Geständnis ist eine eindringliche Erinnerung daran, dass Ruhm, beruflicher Erfolg und finanzielle Sicherheit nicht vor psychischen Problemen schützen.
Wenn Sie oder jemand, den Sie kennen, sich in einer Krise befindet, ist Hilfe verfügbar. Bei unmittelbarer Gefahr rufen Sie 112 an. Die nationale Suizidpräventions-Hotline in den USA ist unter der Nummer 988 erreichbar, und für LGBTQ-Jugendliche bietet The Trevor Project Unterstützung unter 1-866-488-7386.