Der britische Premierminister Andy Burnham hat für Mittwoch, den 12. August 2026, eine Dringlichkeitssitzung des Regierungsausschusses für Notfälle einberufen, um Maßnahmen gegen extreme Hitze, Waldbrände und Dürre zu erörtern. Diese Entscheidung fällt in einem Moment, in dem das Vereinigte Königreich mit der fünften Hitzewelle des Jahres konfrontiert ist und die Lage durch eine Rekordtrockenperiode weiter verschärft wird.
Aus dem Büro des Premierministers, der Downing Street, wurde bestätigt, dass bei dem Treffen wichtige Beamte zusammenkommen, um die Reaktion auf die Krise zu koordinieren, die die öffentliche Gesundheit, die Wasserversorgung und die Landwirtschaft bedroht. "Wir werden weiterhin die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit der Gemeinden zu gewährleisten, die Wasservorräte zu schützen, die landwirtschaftlichen Gemeinden zu unterstützen und die Umwelt zu bewahren", erklärte ein Sprecher der Downing Street.
Temperaturen steigen auf bis zu 37 Grad
Der britische Wetterdienst (Met Office) warnte am Dienstag, dass die Temperaturen ab Donnerstag, dem 13. August, in Süd- und Ostengland sowie Teilen der Midlands etwa 37°C erreichen könnten. Dies ist die jüngste in einer Reihe von Hitzewellen, die den Sommer 2026 prägen und die laut Wissenschaftlern aufgrund des Klimawandels immer häufiger und intensiver werden.
Die Folgen sind bereits dramatisch. Die Gesundheitsbehörden des Vereinigten Königreichs haben im letzten Monat mitgeteilt, dass in diesem Jahr schätzungsweise 2877 Menschen an hitzebedingten Ursachen gestorben sind. Das anhaltende Trockenwetter, das Wissenschaftler direkt mit dem Klimawandel in Verbindung bringen, hat die Landwirtschaft, die öffentliche Wasserversorgung und die Tierwelt schwer getroffen.
Beispiellose Dürre und Hunderte von Bränden
Fast ganz Großbritannien erlebt derzeit eine sogenannte "Blitzdürre", verursacht durch eine Kombination aus extrem wenig Niederschlag und hohen Temperaturen. Der Met Office hat bestätigt, dass England und Wales gerade den trockensten Juli seit 190 Jahren verzeichnet haben. Nach Regierungsangaben leben etwa 45 Millionen Menschen in von Dürre betroffenen Gebieten, von denen 27 Millionen mit Einschränkungen bei der Wassernutzung konfrontiert sind.
Gleichzeitig verzeichnen die Feuerwehrdienste einen alarmierenden Anstieg von Bränden im Freien. Feuerwehrkommandanten berichteten, dass sie in diesem Jahr bei insgesamt 966 Bränden in England und Wales eingesetzt wurden, davon 185 allein in den ersten zehn Augusttagen. Der Agrarsektor hat bereits auf einen deutlichen Rückgang der Produktion aufgrund der extremen Wetterbedingungen hingewiesen.