Die Überwachungsdrohnen K3 Scout, die seit März 2026 von den britischen Royal Marine Forces und der Spezialeinheit Special Boat Service eingesetzt werden, enthielten Komponenten chinesischer Produktion, die heimlich Daten an eine IP-Adresse in China sendeten. Laut einer Untersuchung, die The Telegraph am Samstag veröffentlichte, war die 12 Millionen Pfund teure Flotte, die vom britischen Rüstungskonzern Kraken Technology Group geliefert wurde, mit Kameras ausgestattet, die sogenannte "Heartbeat-Kommunikation" aufrechterhielten, Signale, die bestätigen, dass das Gerät online ist.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte gegenüber The Telegraph, dass die Probleme mit den Kameras während einer routinemäßigen Bewertung der Cybersicherheitsanfälligkeit entdeckt wurden und dass die Untersuchung "keine Beweise dafür gefunden hat, dass auf Daten oder Systeme des Verteidigungsministeriums zugegriffen wurde, sie kompromittiert oder nach außen übertragen wurden." Trotzdem beschrieb eine ungenannte Quelle der Zeitung den Sicherheitsvorfall als "großen Fehler" ("major failure") und fügte hinzu, dass das Vertrauen in die Plattform verloren sei.
Kameras auch bei ausgeschalteten Drohnen aktiv
Laut The Telegraph besteht die Sorge, dass diese Drohnen möglicherweise Besprechungen hochrangiger Spezialkräfte abgehört haben, selbst wenn sie ausgeschaltet waren, da die Kameras angeblich aktiv blieben. Die K3-Scout-Drohnen, die eine Nutzlast von 600 kg tragen und bis zu 30 Tage ununterbrochen auf See operieren können, waren für den Einsatz zur Sicherung der Schifffahrtsfreiheit in der Straße von Hormus geplant. Sie nahmen auch an NATO-Übungen in der Ostsee teil, und identische Modelle befinden sich im Besitz des US Special Operations Command.
Kraken Technology Group hatte die fraglichen Kameras von einem Drittanbieter bezogen, der deren Sicherheit garantierte. Nach der Entdeckung teilte das Verteidigungsministerium mit, dass jegliche Internetverbindung der Kameras entfernt wurde.
Politische Konsequenzen und Forderungen nach Überprüfung
Der Vorfall hat im britischen Parlament heftige Reaktionen ausgelöst. Der Geheimdienst MI5 hatte die Abgeordneten im vergangenen Jahr davor gewarnt, dass chinesische Geheimdienste fortlaufende Bemühungen unternehmen, britische Beamte zu beeinflussen und anzuwerben. Die konservative Opposition fordert nun eine sofortige Überprüfung der gesamten militärischen Ausrüstung auf unentdeckte chinesische Komponenten in der Lieferkette. Dieser Sicherheitsvorfall ereignet sich zu einem Zeitpunkt, an dem die Labour-Regierung versucht, die Beziehungen zu Peking diplomatisch neu zu justieren und Pläne zur Erweiterung der chinesischen Botschaft im Zentrum Londons genehmigt hat.
Westliche Regierungen versuchen seit Jahren, das Eindringen chinesischer Technologie in sensible Infrastruktur zu minimieren, angefangen bei Untersuchungen zu Telekommunikationsunternehmen wie Huawei und ZTE. Dieser Fall unterstreicht zusätzlich die Herausforderungen, vor denen westliche Verbündete bei dem Bestreben stehen, potenzielle Sicherheitsrisiken aus ihren Verteidigungssystemen zu entfernen.