Der neue britische Premierminister Andy Burnham wurde gewarnt, dass die Wirtschaft des Vereinigten Königreichs im nächsten Jahr kaum wachsen würde, wenn die Störungen in der Straße von Hormus bis Ende 2026 andauern. Interne Modellrechnungen, die ihm und Kanzler John Healey vorgelegt wurden, deuten darauf hin, dass das britische BIP-Wachstum im Jahr 2027 nur 0,3 Prozent betragen könnte, wie Bloomberg zuerst berichtete.
Beamte der britischen Regierung betonen, dass sie routinemäßig alle möglichen Szenarien planen. Die Wirtschaft ist stark ins Jahr gestartet, aber das Wachstum hat danach nachgelassen, da der Konflikt im Nahen Osten einige Unternehmen beeinträchtigt hat. Der Krieg mit dem Iran hat die Öl- und Kraftstoffpreise in die Höhe getrieben und Lieferketten gestört.
Realisierbares Worst-Case-Szenario
Burnham und Kanzler Healey wurde ein realisierbares Worst-Case-Szenario präsentiert, in dem die Straße von Hormus für die nächsten fünf Monate effektiv geschlossen bleibt, ohne dass bis zum neuen Jahr ein dauerhaftes Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran zustande kommt. Die Modellrechnungen des Finanzministeriums für dieses Szenario sagen ein Wachstum der britischen Wirtschaft von 0,9 Prozent im Jahr 2026 voraus, etwas unter der Prognose des Office for Budget Responsibility (OBR) von 1,1 Prozent aus dem März.
Die Aussichten für das nächste Jahr sind deutlich düsterer. Die Wachstumsprojektion von nur 0,3 Prozent liegt deutlich unter der OBR-Prognose von 1,6 Prozent für 2027. Laut den Modellrechnungen würde die Inflation in den ersten drei Monaten des nächsten Jahres mit 4,3 Prozent ihren Höhepunkt erreichen, während sie derzeit bei 2,6 Prozent liegt, leicht über dem Ziel der Bank of England von 2 Prozent.
Dramatischer Rückgang des Verkehrs durch Hormus
Den Rückgang des Verkehrs in der Straße von Hormus bestätigen auch Daten zum Schiffsverkehr. Laut einem Bericht des Wall Street Journal war die Zahl der Schiffe, die im Juli täglich die Meerenge passierten, fünfmal geringer als zu Beginn des Konflikts. Im Juli schafften durchschnittlich 26 Schiffe pro Tag die Passage durch diese Wasserstraße, während vor Beginn des amerikanischen Krieges gegen den Iran mehr als 130 Schiffe täglich die Straße von Hormus passierten.
Das WSJ berichtet außerdem, dass am 11. August 14 Schiffe die Straße von Hormus überqueren konnten, davon 11 über den sogenannten iranischen Korridor. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte am selben Tag zuvor angekündigt, dass das US-Militär die Kontrolle über die Straße von Hormus behalten werde.
Was als Nächstes kommt
Offizielle Daten zum Wachstum der britischen Wirtschaft für den Zeitraum von April bis Juni werden am Donnerstag, dem 13. August, veröffentlicht. Ökonomen erwarten für dieses Quartal ein Wachstum von 0,4 Prozent. Störungen in der globalen Ölversorgung könnten auch breitere Auswirkungen auf die Energiesicherheit europäischer Länder, einschließlich Kroatien, haben, über Energiepreise und Handelsströme.