Nachdem der Bürgermeister von Sinj und Abgeordnete Miro Bulj die Regierung der Republik Kroatien scharf kritisiert und ihr Verhalten gegenüber dem Staat mit dem der Tschetniks und Besatzer verglichen hatte, erhielt er eine heftige Antwort. Der HDZ-Abgeordnete und Bürgermeister von Trilj, Ivan Bugarin, veröffentlichte am Dienstag, dem 11. August 2026, eine Stellungnahme, in der er Bulj beschuldigt, mit lautem Geschrei einen Mangel an Argumenten und konkreten Errungenschaften zu vertuschen.
Das Muster wiederholt sich: 'Wenn die Argumente ausgehen, werden Tschetniks und Besatzer hervorgeholt'
Bugarin hält Kritik für legitim, meint jedoch, dass Bulj mit seinen Äußerungen die Grenze ernsthafter Politik überschreitet. "Die Regierung der Republik Kroatien zu kritisieren ist legitim. Auch jeden Politiker zu kritisieren, wenn es dafür Argumente gibt. Aber zu behaupten, dass sich die kroatische Regierung gegenüber Kroatien 'schlimmer als Tschetniks und alle Besatzer' verhält, ist weder Mut noch ernsthafte Politik! Es handelt sich um politische Ohnmacht, verpackt in großes Geschrei, wofür Bulj weithin bekannt ist", so Bugarin.
"Das Muster wiederholt sich offenbar: Wenn die Argumente ausgehen, werden Tschetniks, Besatzer, Verräter und Mafia aus der Schublade geholt!"
Er erinnerte dabei an das Leid und die Zerstörung im Heimatkrieg und betonte, dass solche Aussagen die Bedeutung der Worte entwerten. "Tschetniks und Besatzer haben Kroatien angegriffen, unsere Menschen getötet, Familien vertrieben und kroatische Städte und Dörfer zerstört. Wenn wir heute keinen Unterschied zwischen politischem Gegner und Besatzer machen können, dann haben wir die Bedeutung dieser Worte ernsthaft entwertet", schrieb er.
'Veteranen sind kein Requisit für einen stärkeren Facebook-Status'
Besonders kritisierte Bugarin Buljs Bezugnahme auf kroatische Veteranen und Generäle im Kontext tagespolitischer Auseinandersetzungen. "Noch geschmackloser ist es, in solch eine tagespolitische Show kroatische Veteranen und Generäle hineinzuziehen, als ob Patriotismus daran gemessen würde, wer mit wem in der Ehrentribüne saß oder sich am Tisch fotografieren ließ", stellte Bugarin fest.
Er betonte, dass die Veteranen den Staat geschaffen hätten, damit alle seine Bürger Demokratie und Freiheit genießen könnten, "und nicht, damit Politiker sie Jahrzehnte später aus der Tasche ziehen, wenn sie einen stärkeren Facebook-Status brauchen".
Fünf Jahre an der Spitze von Sinj: 'Wo sind die Ergebnisse?'
Neben seiner Kritik an Buljs Rhetorik lenkte Bugarin den Fokus auf Buljs Leistung als Bürgermeister von Sinj, ein Amt, das er seit fünf Jahren innehat. "Kollege Bulj, Sie sind seit Jahren Abgeordneter und führen seit fünf Jahren die Stadt Sinj. Es ist Zeit, die Rebellion hinter sich zu lassen, Sie sind die Regierung, verantwortlich für Sinj und die Cetinska krajina", forderte er ihn auf.
Statt nach "Mafia, Verrätern, Tschetniks und Besatzern in ganz Kroatien" zu suchen, fordert Bugarin Bulj auf, konkrete Arbeitsergebnisse zu zeigen. "Wir Bürgermeister haben eine sehr einfache Prüfung: Was haben wir gemacht? Was haben wir gebaut? Welche Investitionen haben wir hereingeholt? Was haben wir hinterlassen?", fragte er.
'Kroatien wird nicht durch Facebook-Statusmeldungen verteidigt'
Zum Abschluss seiner Stellungnahme betonte Bugarin, dass er persönlich den Bürgern von Trilj für seine Arbeit Rechenschaft ablegen werde, genauso wie Bulj den Bürgern von Sinj Rechenschaft ablegen müsse. "Es gibt nur Mandate, Verantwortung und Ergebnisse. Mit solchen theatralischen Auftritten haben Sie am besten gezeigt, wie viele konkrete Argumente Ihnen geblieben sind", schrieb er.
Bugarin fasste seine Botschaft in einem direkten Appell zusammen: "Weniger Show, Kollege, mehr Ergebnisse! Kroatien wird nicht durch Facebook-Statusmeldungen verteidigt, und Sinj wird sich mit einer solchen Politik nicht entwickeln!"
Weitere Nachrichten des Tages: Treffen über Gospić und Ausbau der Veteranen-Zentren
Am selben Tag hielt Premierminister Andrej Plenković ein Treffen des engeren Kabinetts und der Parlamentsmehrheit ab, das sich der Situation mit illegalem Abfall in Gospić widmete. "Die Hauptbotschaften sind - der Strafprozess läuft, die Sanierung wird beschleunigt, und die Koalition ist stabil, und der Wunsch aller ist es, die Täter dieser Straftaten schärfstens zu sanktionieren", schrieb Plenković.
Der Minister für kroatische Veteranen, Tomo Medved, gab bekannt, dass das Netzwerk der öffentlichen Einrichtung Veteranen-Zentrum nach der Einrichtung der ersten vier Zweigstellen in Šibenik, Sinj, Petrinja und Daruvar um weitere fünf Standorte in ganz Kroatien erweitert wird. Geplant sind Zentren in Virovitica, Krapina, Biograd na Moru, Osijek und Senj, wobei mehr als die Hälfte der Mittel für den Ausbau aus EU-Fonds bereitgestellt wird.