Die diesjährige, 311. Sinjska Alka, die am Sonntag, dem 9. August 2026, stattfand, wurde zur Bühne für scharfe politische Botschaften. Während Premierminister Andrej Plenković die Unterstützung der Regierung für diese Tradition betonte, nutzte der Bürgermeister von Sinj, Miro Bulj, die Gelegenheit, vor der Staatsführung die Regierung für die, wie er sagte, zerstörten Gesundheitsdienste in der Cetinska krajina zu kritisieren.
Plenković: Regierung unterstützt Alka "von Herzen"
Premierminister Plenković äußerte sich zufrieden über seinen Besuch in Sinj und der Cetinska krajina und wünschte allen Alkarén Erfolg. Er lobte die Organisation der Viteško alkarsko društvo und betonte die Bedeutung dieser über 300 Jahre alten Tradition.
"Den ganzen Tag haben wir mit der Führung der Viteško alkarsko društvo verbracht, mit vielen Menschen, die gekommen sind, um eine weitere Alka hier in Sinj zu genießen und um gemeinsam diese schöne, über 300 Jahre alte Tradition der Cetinska krajina zu erleben", sagte Plenković. Er betonte, dass die Regierung eine Politik der ausgewogenen regionalen Entwicklung verfolge und weiterhin in diese Region investieren werde, und fügte hinzu, dass die Einheit in der Unterstützung der Alka "in allen Teilen Kroatiens spürbar" sei. Er erinnerte auch daran, dass er bereits als Europaparlamentarier einen Empfang für die Alkarén im Europäischen Parlament in Brüssel organisiert habe.
Bulj: Sollen sie uns doch ein Krankenhaus öffnen
Bürgermeister Bulj blieb nicht untätig. Obwohl er die Alka als Teil der Identität der Sinjaner und Cetiner bezeichnete, kritisierte er die Staatsführung scharf wegen des Zustands der Gesundheitsversorgung. "Heute werden sich diejenigen mit den Alkarén fotografieren lassen und in der Ehrenloge sitzen, die die Entbindungsstation abgeschafft und die Gesundheitsdienste buchstäblich zerstört haben", so Bulj.
Er zog auch eine historische Parallele: "Viele Besatzer sind durch Sinj gezogen, von den Türken bis heute, aber nie wurde die Entbindungsstation abgeschafft. Geburt und Alka sind nicht nur für Sinj und Dalmatien wichtig, sondern für Kroatien, für unsere Identität." Seine Hauptforderung war klar: "Wenn sie die Alka so sehr lieben, sollen sie uns doch ein allgemeines Krankenhaus eröffnen." Bulj fügte hinzu, dass Sinj auch eine Schnellstraße und andere versprochene Investitionen brauche, und bezeichnete den Kampf dafür, dass Kinder aus der Cetinska krajina in Sinj geboren werden und nicht in Split, als sein "Vermächtnis".
Grmoja schlägt HDZ einen Slogan vor
Der Vorsitzende von Most, Nikola Grmoja, kam nach Sinj, um Bürgermeister Bulj zu unterstützen. Er betonte, dass Sinj seiner Meinung nach die niedrigsten Steuern in Kroatien, die höchsten Gehälter, kostenlose Kindergärten und einen positiven demografischen Trend habe. Politik verstehe er nicht als "Bühne und Theater", sondern als Dienst an den Bürgern.
"Populist zu sein bedeutet, dem Volk nahe zu sein, auf das Volk zu hören, nicht das Volk zu vergiften", sagte Grmoja. In seinem Stil bot er auch einen Vorschlag für einen Wahlslogan für die HDZ an: "Was wir nicht verkauft haben, das haben wir vergiftet."
Hajdaš Dončić: Entweder wir oder die Mafia
Der Vorsitzende der SDP, Siniša Hajdaš Dončić, rief dazu auf, die Spannungen an den Feiertagen zu beruhigen und betonte, dass man Bürgermeister Bulj respektieren solle. "Wir leben immer noch in einer parlamentarischen Demokratie", sagte er. Er kündigte an, dass die SDP vor Ort aktiv sein und konkrete Lösungen anbieten werde.
"Die SDP ist eine Partei, die kritisiert, aber auch Lösungen anbietet", so Hajdaš Dončić. Mit Blick auf die künftigen Parlamentswahlen sandte er seine zentrale Botschaft: "Am Ende wird es bei den Parlamentswahlen wahrscheinlich nur eine Geschichte geben: entweder wir oder die Mafia."