Der Vizepremier und Minister für Meer, Verkehr und Infrastruktur Oleg Butković hat die Einleitung einer außerordentlichen Inspektion in allen Schlüsselbereichen des Eisenbahnsystems gefordert, nachdem sich innerhalb von nur zwei Tagen zwei schwere Sicherheitsvorfälle ereignet hatten. Die Agentur für Sicherheit des Eisenbahnverkehrs, unter der Leitung von Direktor Želimir Delač, reagierte sofort und leitete die Kontrolle der Verkehrsunternehmen HŽ Cargo und HŽ Putnički prijevoz sowie des Infrastrukturbetreibers HŽ Infrastruktura ein.
Was geschah am Samstag und Sonntag
Der erste Vorfall ereignete sich am Samstag, dem 8. August 2026, als auf der Strecke zwischen Gradec und Sveti Ivan Žabno, in der Nähe von Škrinjari, ein Güterzug und ein Personenzug zusammenstießen. Bei diesem Unfall wurden 25 Personen verletzt, darunter zwei Lokführer und ein Schaffner; die Ursache des Zusammenstoßes ist noch nicht offiziell festgestellt. Der Staatssekretär im Ministerium für Meer, Verkehr und Infrastruktur, Žarko Tušek, betonte, dass es gewisse Hinweise auf die Ursache gebe, fügte jedoch hinzu: "Es gibt gewisse Hinweise, aber wir müssen abwarten, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind." Besonders wies er auf das Versagen des Sicherheitssystems hin. "Alle Züge, die auf den kroatischen Eisenbahnen verkehren, müssen mit einem Autostopp-System ausgestattet sein. In Kombination mit Balisen stoppt das System den Zug, wenn er ein rotes Signal überfährt. Das ist gestern nicht passiert", sagte Tušek.
Nur einen Tag später, am Sonntag, dem 9. August, ereignete sich ein weiterer schwerwiegender Sicherheitsverstoß. Gegen 13 Uhr fuhr ein Güterzug der HŽ Cargo im Bahnhof Škrljevo bei Rot an einem Signal vorbei und hielt nicht an, um einen Personenzug aus Richtung Zagreb durchzulassen. Tušek beschrieb diesen Vorfall als betrieblichen Exzess: "Es kam zu einer Rotlichtdurchfahrt, einem betrieblichen Exzess, der gelegentlich in allen Verkehrsarten vorkommt, auch bei der Eisenbahn." Dank der schnellen Reaktion der Mitarbeiter der HŽ Infrastruktura, die die Spannung im Oberleitungsnetz abschalteten, kamen beide Züge in sicherer Entfernung zum Stehen, und ein weiterer Zusammenstoß wurde vermieden. Tušek bestätigte, dass in diesem Fall die Sicherheitsmechanismen ihre Aufgabe erfüllt haben – nachdem das Autostopp-System den Güterzug gestoppt hatte, wurde die Stromversorgung des Oberleitungsnetzes unterbrochen, wodurch auch andere Züge auf diesem Abschnitt gestoppt wurden. Der Eisenbahnverkehr zwischen den Bahnhöfen Meja und Škrljevo war bis 17:35 Uhr unterbrochen.
Wer steht unter der Lupe
Die außerordentliche Inspektion wird alle drei Schlüsselakteure im kroatischen Eisenbahnverkehr umfassen. HŽ Cargo und HŽ Putnički prijevoz als Verkehrsunternehmen sowie HŽ Infrastruktura, die die Gleise und Signalsysteme betreibt, müssen der Agentur Einblick in alle Umstände gewähren, die zu diesen Vorfällen geführt haben. Direktor Delač hat die zuständigen Mitarbeiter aufgefordert, ihm schnellstmöglich die Pläne für die Durchführung der Kontrolle vorzulegen. Neben der Agenturkontrolle führt Tušek aus, dass die Ermittlungen auf mehreren Ebenen laufen – für den Samstagszusammenstoß sind die Staatsanwaltschaft (DORH) und die Polizei zuständig, die Agentur für Untersuchung von Eisenbahnunfällen sowie interne Kommissionen der Eisenbahnunternehmen, während der Sonntagsvorfall von derselben Agentur und den internen Kommissionen von HŽ Cargo, HŽ Infrastruktura und HŽ Putnički prijevoz untersucht wird.
Beide Ereignisse in sehr kurzer Zeit haben das Vertrauen in die Sicherheit des Eisenbahnverkehrs in Kroatien ernsthaft erschüttert. Die Kontrolle soll Antworten auf Fragen zu möglichen Systemfehlern geben, sei es menschliches Versagen, technische Mängel oder organisatorische Schwächen. Trotz der Vorfälle betonte Tušek: "Unser System ist sicher und funktionsfähig."