Zlatko Dalić beginnt ein neues Kapitel seiner Karriere als Nationaltrainer der Vereinigten Arabischen Emirate, wo er nach inoffiziellen Informationen von N1 BiH jährlich fünf Millionen Euro ohne Boni verdienen wird. Mit diesem Vertrag wird er zum bestbezahlten kroatischen Trainer der Geschichte, und die finanziellen Bedingungen reihen ihn in die absolute Weltspitze der Nationaltrainer ein.
Nur vier Nationaltrainer verdienen mehr
Nach verfügbaren Daten liegen nur vier Nationaltrainer vor Dalić in Bezug auf die Gehälter. An der Spitze der Liste steht Carlo Ancelotti, der als Nationaltrainer Brasiliens jährlich etwa 9,44 Millionen Euro erhält. Es folgt Jürgen Klopp auf der Bank Deutschlands mit sieben Millionen Euro, während Thomas Tuchel für die Leitung Englands etwa 5,8 Millionen Euro pro Jahr bekommt.
Knapp über Dalić liegt auch Mauricio Pochettino, dessen Einkünfte als Nationaltrainer der USA etwa 5,28 Millionen Euro betragen. Dalićs Jahresgehalt von fünf Millionen Euro ist höher als das von Lionel Scaloni, dem aktuellen Vizeweltmeister mit Argentinien, der 3,04 Millionen Euro verdient, sowie das von Fabio Cannavaro, der auf der Bank Usbekistans 4,08 Millionen Euro erhält.
Vertrag bis Sommer 2030 und große Befugnisse
Dalić soll beim Fußballverband der VAE einen Vertrag bis zum Sommer 2030 unterschreiben, und allein aufgrund des festen Gehalts beträgt der Vertragswert etwa 20 Millionen Euro. Das endgültige Einkommen könnte dank Boni deutlich höher ausfallen. Die Hauptaufgabe, die die Verbandsführung ihm gestellt hat, ist die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2030. Die VAE haben bisher nur einmal an einer WM teilgenommen, und zwar 1990 in Italien.
Neben dem äußerst lukrativen Vertrag wird Dalić in seinem neuen Job auch große Freiheit in der Arbeit haben. Er wird die Mitglieder des Trainer-Teams selbst auswählen und eine Schlüsselrolle in der Organisation der Nationalmannschaft haben, wie erwartet wird. Mit ihm könnten mehrere kroatische Experten in den Nahen Osten kommen, mit denen er lange in der kroatischen Nationalmannschaft zusammengearbeitet hat.
Kroatischer Stab und erste Herausforderung
Dalić wird den kompletten Trainer-Stab mitbringen, und ein großer Teil des Projekts wird sich auf kroatische Experten stützen. Branko Ivanković soll die Position des Beraters und Koordinators für die A- und die Olympiamannschaft übernehmen, und Igor Bišćan wird als möglicher Trainer der Olympiaauswahl genannt. Besonders interessant ist, dass Dalić ermöglicht wurde, auch eigenes medizinisches Personal mitzubringen, was in den Emiraten ungewöhnlich ist, da Ärzte meist im Verband bleiben, unabhängig von Trainerwechseln. Das ist ein klarer Beweis dafür, wie sehr die Emiratis Dalić schätzen und wie sehr sie glauben, dass er ihren Nationalfußball auf ein höheres Niveau heben wird.
Dalićs erste große Bewährungsprobe wird der Golfpokal sein, der vom 23. September bis 6. Oktober 2026 stattfinden wird. In Gruppe B treffen die Emiratis auf Katar, Bahrain und Jemen, während in Gruppe A Saudi-Arabien, Irak, Oman und Kuwait sind. Die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe erreichen das Halbfinale, was wahrscheinlich das erste Ziel sein wird, das dem neuen Trainer gesetzt wird.
Chance für andere kroatische Trainer
Dalićs Ankunft in den Emiraten wird eine weitaus breitere Bedeutung für den kroatischen Fußball haben. In letzter Zeit waren auf dem Nahost-Markt vor allem Trainer aus Spanien, Portugal und den Niederlanden gefragt, und kroatische Experten auf höchster Ebene gibt es deutlich weniger als zuvor. Sein eventueller Erfolg könnte die Nachfrage nach kroatischen Trainern und Spielern in der gesamten Region erhöhen.
Dalić ist nun mit Abstand der bestbezahlte kroatische Trainer. Niko Kovač liegt auf dem zweiten Platz der Gehälter, mit einem Jahresverdienst von vier Millionen Euro bei Borussia Dortmund. Es folgen Sergej Jakirović auf der Bank von Hull City mit 2,4 Millionen Euro, Ivan Jurić in Monza mit etwa zwei Millionen Euro pro Saison und Ivan Leko bei Club Brugge mit etwa 1,5 Millionen Euro. Slaven Bilić soll auf der Bank der Vatreni zwischen 800.000 und einer Million Euro pro Jahr verdienen.
Eine große Anzahl international anerkannter kroatischer Trainer ist derzeit ohne Engagement, darunter Igor Tudor, Nenad Bjelica, Krune Jurčić, Igor Jovićević, Željko Kopić, Goran Tomić, Igor Štimac, Ivan Prelec und Damir Krznar. Dalićs Erfolg in den Emiraten könnte auch ihnen Türen auf einem Markt öffnen, der bisher relativ verschlossen für kroatische Experten war.
Warum kroatische Trainer schlecht positioniert sind
Obwohl Kroatien zweifellos qualitativ hochwertige Trainer hervorbringt, nicht nur Spieler, haben es einheimische Experten deutlich schwerer, ernsthafte Chancen zu bekommen. Die Večernji list betont, dass dafür teilweise auch der kroatische Fußball selbst verantwortlich ist. In der HNL wurde in den letzten Jahren oft ausländischen Trainer-Lösungen fragwürdigen Werts der Vorzug gegeben, wie Federico Coppitelli, Víctor Sánchez, Oriol Riera, Serse Cosmi, sogar Fabio Cannavaro und Gennaro Gattuso, während die eigenen Experten dabei unterbewertet wurden. Diese Engagements brachten letztlich sehr wenig und haben vielleicht die Entwicklung eines der jungen einheimischen Trainer verlangsamt.
Das zweite große Problem ist das Fehlen eines starken internationalen Netzwerks, das kroatische Trainer fördert. Während hinter portugiesischen, italienischen oder spanischen Experten oft mächtige Agenten, Sportdirektoren und langjährige Verbindungen zu führenden europäischen Klubs stehen, sind kroatische Trainer meist auf ihre eigenen Ergebnisse angewiesen, die manchmal nicht mehr ausreichen. Kroatien hat im Laufe der Jahre gezeigt, dass es erstklassige Spieler hervorbringen und erstklassige Ergebnisse erzielen kann, aber es ist bisher nicht gelungen, seine Trainerschule in eine international anerkannte Marke zu verwandeln. Das Problem kroatischer Trainer ist keine Frage der Qualität, sondern eine Kombination aus schlechter internationaler Positionierung und unzureichender Promotion, schlussfolgert die Večernji list.