Während in Kroatien am 5. August 2026 der Jahrestag der Militäroperation 'Oluja' begangen wird, wird dieses Datum in Serbien und der Republika Srpska mit Trauer und Erinnerung an die vertriebenen Serben aus der Krajina begangen. Genau aus diesem Kontext taucht auf dem serbischen Portal Kurir.rs erneut eine Geschichte auf, die mit ihrer universellen Botschaft fesselt. Es geht um die Hündin Dena, die nach dieser Operation im Jahr 1995 einen fast unvorstellbaren Weg zurücklegte, um zu ihrer Familie zurückzukehren.
Die Geschichte wurde in den sozialen Medien von der Nutzerin Kristina Iglendža geteilt und von der Facebook-Seite 'Povest Srba' ausführlich beschrieben. Sie erzählt von der Familie Radanović, die Dena 1991 von Nachbarn in Petrinja bekam. Der Hund wurde schnell zu einem unzertrennlichen Familienmitglied, besonders verbunden mit dem Jungen Goran und dem Mädchen Tatjana.
Ein Weg ohne Karte: 500 Kilometer
Während der 'Oluja' 1995 war die Familie Radanović gezwungen, ihr Zuhause in Petrinja zu verlassen. Im Chaos und in der Eile blieb Dena zurück. Die Familie erreichte mit dem Flüchtlingskonvoi Ruma in Serbien, überzeugt, ihr Haustier nie wiederzusehen. Doch der Hund machte sich auf den Weg zu ihnen.
Laut dem Beitrag machte sich Dena allein auf den über 500 Kilometer langen Weg, ohne jede Orientierung. Ihr Weg führte von Kroatien über Bosnien bis nach Serbien. Sie durchquerte zerstörte Dörfer, Wälder und Felder, durchschwamm Flüsse, hungerte und wurde verletzt. Die Reise dauerte volle 139 Tage.
'Mama, Dena ist zu uns gekommen!'
Der Höhepunkt dieser unglaublichen Geschichte ereignete sich am 22. Dezember 1995. Vor dem Haus in Ruma, wo die Radanovićs untergebracht waren, ertönte ein Kinderruf: 'Mama, Dena ist zu uns gekommen!'. Vor ihnen stand eine erschöpfte, verletzte und erfrorene Hündin, aber ein einziger Blick genügte, um allen klar zu machen, dass sie nach Hause zurückgekehrt war.
Auf der Facebook-Seite 'Povest Srba' wurde dieser Moment bewegend beschrieben: 'Hier, in einer Umarmung von Junge, Mädchen und einer Hündin, steckt mehr Geschichte als in vielen Büchern. Und mehr Liebe als in vielen menschlichen Seelen. Für uns ist das ein lebendiger Beweis, dass Treue ein Gesicht, einen Namen und einen Weg von fünfhundert Kilometern hat.'
Ein neues Leben in Kanada
Dena brachte in Ruma fünf Welpen zur Welt und zog später mit der Familie Radanović nach Kanada, wo sie den Rest ihres Lebens in Frieden verbrachte. Ihre Asche bewahrt die Familie bis heute als kostbare Erinnerung auf.
Die Geschichte von Dena, obwohl auf dem serbischen Portal Kurir.rs veröffentlicht und mit einer starken Erzählung verbunden, die an die vertriebenen Serben aus der Krajina erinnert, ist eine universelle Geschichte über Treue. Für kroatische Leser ist sie eine Erinnerung an menschliche Schicksale und Tragödien, die die Kriegsereignisse prägten, aber auch an die unglaubliche Kraft der Zuneigung, die selbst die schwierigsten Umstände überwinden kann.