Dinamo Zagreb setzte seine Reihe namhafter Verstärkungen in der Sommer-Transferperiode fort. Am 8. August 2026 bestätigte der Verein aus Maksimir offiziell die Verpflichtung des 19-jährigen französischen Flügelspielers Noah Nsoki von Paris Saint-Germain. Der junge Angreifer kam ablösefrei, doch der Pariser Klub sicherte sich einen bedeutenden Prozentsatz an seinem zukünftigen Verkauf.
Das ursprüngliche Angebot von Dinamo betrug etwa 700.000 Euro plus zehn Prozent vom nächsten Transfer, was PSG ablehnte. Schließlich wurde vereinbart, dass dem französischen Meister satte 50 Prozent vom zukünftigen Verkauf zustehen, was genug über das Potenzial aussagt, das sie in diesem Spieler sehen. Laut Transfermarkt wird sein aktueller Marktwert auf eine Million Euro geschätzt.
Vom Kapitän der PSG-Akademie nach Maksimir
Geboren am 20. Februar 2007 in Tournan-en-Brie, unweit von Paris, ist Nsoki 185 Zentimeter groß und spielt primär als Linksaußen, obwohl er sich auch auf anderen offensiven Positionen zurechtfindet. Er ist Rechtsfuß, was es ihm ermöglicht, von links nach innen zu ziehen und Räume für Schüsse oder den letzten Pass zu suchen. 2020 kam er zu PSG und unterschrieb im April 2025 einen Stipendienvertrag bis Sommer 2027.
Er durchlief die gesamte Jugendakademie des Pariser Klubs, wo er Kapitän der jüngeren Jahrgänge war. Cheftrainer Luis Enrique hielt ihn für eines der talentiertesten Talente der Akademie, doch der Weg zu ernsthafter Spielzeit war durch Stars wie Ousmane Dembélé, Bradley Barcola, Khvicha Kvaratskhelia und Désiré Doué versperrt. Für die Profimannschaft von PSG absolvierte er nur zwei Pflichtspiele, eines in der Liga und eines im Pokal. Mit dem Klub gewann er den letztjährigen Ligue-1-Titel, den Trophée des Champions sowie zwei U19-Meistertitel Frankreichs.
Entwicklungsprojekt mit langfristigem Plan
Obwohl es sich um ein großes Talent handelt, ist man sich in Maksimir bewusst, dass Nsoki noch kein fertiger Stammspieler ist. Der Plan ist, dass er seine ersten Schritte im Seniorenbereich in der B-Mannschaft unter Trainer Jerko Leko macht, wo er die Chance erhält, sich ohne unnötigen Druck an die neue Umgebung anzupassen. "Der Klub möchte vermeiden, ihm zu viel Last und unrealistische Erwartungen aufzubürden." Von der Geschwindigkeit der Anpassung wird auch sein eventueller Wechsel in die Kabine der ersten Mannschaft abhängen, die von Mario Kovačević geleitet wird.
Die Konkurrenz auf den Flügelpositionen bei Dinamo ist nicht gering. Auf der linken Seite sind Mislav Oršić und Arber Hoxha die natürlichen Optionen, während die rechte Seite von Mateo Lisica und dem neu verpflichteten Spanier Dani Rodríguez abgedeckt wird. Nsoki kommt nach Zagreb als eine Art Investition, die Dinamo traditionell bevorzugt: jung, schnell und technisch versiert, mit Raum für erhebliche Wertsteigerung. Der Klub hofft, dass er eine Karriere ähnlich der von Dani Olmo entwickeln wird und nicht "durchbrennt" wie bei einigen früheren Versuchen.
Bobans Talent-Magnet und neue Verstärkungen in Sicht
Die Verpflichtung eines Spielers von PSG ist eine große Anerkennung für Dinamos Sportdirektor Zvonimir Boban und seine Mitarbeiter. Nsoki hatte zahlreiche Angebote, doch nach Gesprächen mit Boban kamen er und seine Familie zu dem Schluss, dass Maksimir das ideale Ziel für den Start einer potenziell großen Karriere ist. Allein in diesem Sommer hat Dinamo mit Größen wie Barcelona, Porto und nun PSG Geschäfte abgeschlossen.
Nsokis Ankunft ist jedoch nicht das Ende der Sommer-Transferperiode für Dinamo. Das primäre Ziel der Vereinsführung ist es, die Torhüterfrage und die Nachfolge von Dominik Livaković so schnell wie möglich zu klären. Die Verhandlungen mit Fenerbahçe ziehen sich hin, daher wächst die Ungeduld, ob dieser Transfer zustande kommt oder ob sich der Klub anderen Optionen zuwendet.
Auf dem Weg nach Zagreb ist auch der russische defensive Mittelfeldspieler Kirill Kravtsov, dessen Vertrag bei Sotschi am 30. Juni auslief. Der ehemalige Spieler von Zenit St. Petersburg soll als Rotation für Josip Mišić dienen, doch seine Ankunft hat sich aufgrund von Visaproblemen kompliziert. Wenn er den Medizincheck besteht, wird ein Vierjahresvertrag erwartet. Neben ihm kommt auch der 18-jährige Ghanaer Fuzy Taylor vom ghanaischen Meister Medeama SC, der ebenfalls zunächst für die B-Mannschaft spielen wird.
Historisches Finale beim Abschied vom alten Maksimir
Während die neuen Verstärkungen zusammengestellt werden, hat Dinamo auf dem Platz einen großen Erfolg erzielt. Mit dem Sieg gegen Benfica am 8. August setzten sich die Blauen an die Spitze der Gruppe A und qualifizierten sich für das Finale des Ramljak26 gegen Ajax. "Morgen erwartet uns ein historischer Moment: das Finale auf dem Hauptplatz von Maksimir, zum letzten Mal vor dem Abriss des Stadions", heißt es in der Veröffentlichung des Klubs auf Twitter. Das Spiel findet am Sonntag um 18:30 Uhr statt, der Eintritt ist für alle Fans frei. Geöffnet wird nur die Westtribüne unten, und zwar ab 17:30 Uhr, die Übertragung ist ausschließlich auf der Plattform Dinamo Plus gewährleistet.