Dynamo hat in etwas mehr als einem Jahr vier junge Fußballer aus den größten europäischen Klubs geholt und damit den Weg fortgesetzt, den Dani Olmo vor einigen Jahren geebnet hat. Doch dieser geschäftliche und sportliche Erfolg des Klubs aus Maksimir offenbart zugleich ein besorgniserregendes Bild der Entwicklung einheimischer Spieler.
Junge Kräfte aus Barcelona, Bayern und PSG
Aus Barcelona kamen die 21-jährigen Spanier Sergi Dominguez und Dani Rodriguez nach Zagreb, aus Bayern der 20-jährige Schwede mit peruanischen Wurzeln Matteo Perez-Vinlöf, und die neueste Verstärkung ist der 19-jährige französische Offensivspieler Noah Nsoki, der von Paris Saint-Germain kam. Alle haben bereits in Seniorenspielen für ihre Stammvereine gespielt, was bedeutet, dass sie nicht nur 'Aussortierte' aus den Akademien sind, sondern Spieler, die eine äußerst anspruchsvolle Auswahl durchlaufen haben.
Nsoki war zum Beispiel Kapitän der PSG-Mannschaft bis 17 Jahre. Es handelt sich um Talente, die es geschafft haben, zu den 0,01 Prozent der Akademiespieler zu gehören, die zu einem Einsatz in der ersten Mannschaft kommen. Dominguez und Perez-Vinlöf haben dieses Potenzial in der letzten Saison bereits auf dem Platz bewiesen.
Kein einheimischer U-21-Spieler im Spielbericht
Während dieser Trend fantastisch für Dynamo ist, ist die andere Seite der Medaille für den kroatischen Fußball ernüchternd. In den Pflichtspielen bis zum Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League gegen Kauno Žalgiris hat Dynamo keinen einzigen Spieler unter 21 Jahren gemeldet, der einheimisch ist. Der Klub, der jahrzehntelang das wichtigste Schaufenster für junge kroatische Spieler war, von Luka Modrić und Mateo Kovačić bis zu Baturina und Luka Sučić, ist in dieser Hinsicht plötzlich fast völlig 'trocken'.
Kroatien am Ende unter den Top 20
Die Daten von Transfermarkt sind unerbittlich. Unter den zehn wertvollsten kroatischen Fußballern unter 19 Jahren spielt nur einer in einem einheimischen Klub, der 18-jährige Innenverteidiger Raul Kumar von Istra. Die anderen haben sich in Europa verteilt: Luka Vušković (Brighton), Patrice Čović (Werder), Ljubo Puljić (Atalanta), Bruno Durdov (Gornik), Leon Jakirović (Inter), David Vujević (Zürich), Oliver Lukić (Hartberg) und Filip Pavić (Bayern).
Der Vergleich mit anderen Ländern ist noch dramatischer. Von den 20 bestplatzierten Ländern der FIFA-Weltrangliste hat kein einziges einen so geringen Anteil der herausragendsten U-19-Talente, die in der heimischen Liga spielen. Selbst Länder wie Senegal (2), Marokko (2), Japan (7), USA (9), Schweiz (6), Belgien (7), Uruguay (8), Mexiko (9) und Norwegen (8) haben mehr eigene Talente in ihren Ligen.
Veraltete Prozesse vertreiben Talente
Die Antwort auf die Frage, warum junge Spieler immer früher gehen, ist laut Analyse der Večernji list einfach: Das System der Nachwuchsförderung in Kroatien ist im Vergleich zu vielen anderen Ländern bei weitem nicht so qualitativ hochwertig. Trainings-, Entwicklungs-, Ernährungs- und mentale Prozesse sind im Vergleich zu Polen, Tschechien oder insbesondere Belgien ziemlich veraltet.
Junge Spieler und ihre Teams sind heute deutlich informierter und sich bewusst, dass sie sich die bestmögliche Entwicklungschance bieten müssen, und das können sie im heimischen Umfeld oft nicht bekommen. Das Prinzip 'sie werden schon etwas lernen, wenn sie ins Ausland gehen' schadet dem kroatischen Klubfußball zunehmend.
Dynamo hat diesen Mangel auf äußerst kluge Weise genutzt und sich den größten Akademien der Welt zugewandt, aber nicht alle kroatischen Klubs haben diesen Luxus. Wenn die Prozesse nicht verbessert werden, wird sich die Lage in Zukunft noch verschlimmern.
Maksimir ruft zur Champions League
In der Zwischenzeit bereitet sich Dynamo auf die nächste europäische Herausforderung vor. Am Dienstag, dem 18. August, um 21 Uhr empfängt es im Stadion Maksimir den norwegischen Verein Viking FK im Play-off der UEFA Champions League. 'Gemeinsam für die Champions League!', verkündeten sie vom Klub zusammen mit der Ankündigung des Ticketverkaufs.
Mitglieder des Klubs haben vom Mittwoch, 12. August, 11 Uhr, bis Donnerstag, 13. August, 23:59 Uhr, ersten Zugang zum Kauf. Der freie Verkauf beginnt am Freitag, 14. August, um 11 Uhr. Die Ticketpreise reichen von 12 Euro für Mitglieder auf dem Nord-Unterrang über 18 Euro für Mitglieder auf dem West-Oberrang bis zu 23 Euro für Mitglieder auf dem West-Unterrang. Andere Fans zahlen 23 Euro für den West-Oberrang und 28 Euro für den West-Unterrang. Jahreskarten gelten für dieses Spiel, aber die Vergünstigung für kostenlose Mitgliedertickets gilt nicht.