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Dynamos Talentjagd aus Europa offenbart Krise der kroatischen Nachwuchsspieler

Kroatien ist das einzige Land unter den Top 20 der FIFA-Weltrangliste, das nur ein U-19-Talent in der heimischen Liga hat. Dynamo hat sich den Akademien der Giganten zugewandt, aber das ist auch ein Alarm für das System.

Foto: Wikipedia (Transfermarkt)
Kurz gesagt
  • Dynamo hat vier U-21-Spieler von Barcelona, Bayern und PSG geholt, hat aber keinen einzigen einheimischen Spieler unter 21 Jahren im Spielbericht.
  • Kroatien ist das einzige Land unter den Top 20 der FIFA-Rangliste mit so wenigen U-19-Talenten in der heimischen Liga, nur eines der zehn wertvollsten.
  • Das Nachwuchsfördersystem in Kroatien ist veraltet, was Talente ins Ausland treibt.
  • Dynamo empfängt am 18. August in Maksimir den norwegischen Verein Viking im Play-off zur Champions League.

Dynamo hat in etwas mehr als einem Jahr vier junge Fußballer aus den größten europäischen Klubs geholt und damit den Weg fortgesetzt, den Dani Olmo vor einigen Jahren geebnet hat. Doch dieser geschäftliche und sportliche Erfolg des Klubs aus Maksimir offenbart zugleich ein besorgniserregendes Bild der Entwicklung einheimischer Spieler.

Junge Kräfte aus Barcelona, Bayern und PSG

Aus Barcelona kamen die 21-jährigen Spanier Sergi Dominguez und Dani Rodriguez nach Zagreb, aus Bayern der 20-jährige Schwede mit peruanischen Wurzeln Matteo Perez-Vinlöf, und die neueste Verstärkung ist der 19-jährige französische Offensivspieler Noah Nsoki, der von Paris Saint-Germain kam. Alle haben bereits in Seniorenspielen für ihre Stammvereine gespielt, was bedeutet, dass sie nicht nur 'Aussortierte' aus den Akademien sind, sondern Spieler, die eine äußerst anspruchsvolle Auswahl durchlaufen haben.

Nsoki war zum Beispiel Kapitän der PSG-Mannschaft bis 17 Jahre. Es handelt sich um Talente, die es geschafft haben, zu den 0,01 Prozent der Akademiespieler zu gehören, die zu einem Einsatz in der ersten Mannschaft kommen. Dominguez und Perez-Vinlöf haben dieses Potenzial in der letzten Saison bereits auf dem Platz bewiesen.

Kein einheimischer U-21-Spieler im Spielbericht

Während dieser Trend fantastisch für Dynamo ist, ist die andere Seite der Medaille für den kroatischen Fußball ernüchternd. In den Pflichtspielen bis zum Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League gegen Kauno Žalgiris hat Dynamo keinen einzigen Spieler unter 21 Jahren gemeldet, der einheimisch ist. Der Klub, der jahrzehntelang das wichtigste Schaufenster für junge kroatische Spieler war, von Luka Modrić und Mateo Kovačić bis zu Baturina und Luka Sučić, ist in dieser Hinsicht plötzlich fast völlig 'trocken'.

Kroatien am Ende unter den Top 20

Die Daten von Transfermarkt sind unerbittlich. Unter den zehn wertvollsten kroatischen Fußballern unter 19 Jahren spielt nur einer in einem einheimischen Klub, der 18-jährige Innenverteidiger Raul Kumar von Istra. Die anderen haben sich in Europa verteilt: Luka Vušković (Brighton), Patrice Čović (Werder), Ljubo Puljić (Atalanta), Bruno Durdov (Gornik), Leon Jakirović (Inter), David Vujević (Zürich), Oliver Lukić (Hartberg) und Filip Pavić (Bayern).

Der Vergleich mit anderen Ländern ist noch dramatischer. Von den 20 bestplatzierten Ländern der FIFA-Weltrangliste hat kein einziges einen so geringen Anteil der herausragendsten U-19-Talente, die in der heimischen Liga spielen. Selbst Länder wie Senegal (2), Marokko (2), Japan (7), USA (9), Schweiz (6), Belgien (7), Uruguay (8), Mexiko (9) und Norwegen (8) haben mehr eigene Talente in ihren Ligen.

Veraltete Prozesse vertreiben Talente

Die Antwort auf die Frage, warum junge Spieler immer früher gehen, ist laut Analyse der Večernji list einfach: Das System der Nachwuchsförderung in Kroatien ist im Vergleich zu vielen anderen Ländern bei weitem nicht so qualitativ hochwertig. Trainings-, Entwicklungs-, Ernährungs- und mentale Prozesse sind im Vergleich zu Polen, Tschechien oder insbesondere Belgien ziemlich veraltet.

Junge Spieler und ihre Teams sind heute deutlich informierter und sich bewusst, dass sie sich die bestmögliche Entwicklungschance bieten müssen, und das können sie im heimischen Umfeld oft nicht bekommen. Das Prinzip 'sie werden schon etwas lernen, wenn sie ins Ausland gehen' schadet dem kroatischen Klubfußball zunehmend.

Dynamo hat diesen Mangel auf äußerst kluge Weise genutzt und sich den größten Akademien der Welt zugewandt, aber nicht alle kroatischen Klubs haben diesen Luxus. Wenn die Prozesse nicht verbessert werden, wird sich die Lage in Zukunft noch verschlimmern.

Maksimir ruft zur Champions League

In der Zwischenzeit bereitet sich Dynamo auf die nächste europäische Herausforderung vor. Am Dienstag, dem 18. August, um 21 Uhr empfängt es im Stadion Maksimir den norwegischen Verein Viking FK im Play-off der UEFA Champions League. 'Gemeinsam für die Champions League!', verkündeten sie vom Klub zusammen mit der Ankündigung des Ticketverkaufs.

Mitglieder des Klubs haben vom Mittwoch, 12. August, 11 Uhr, bis Donnerstag, 13. August, 23:59 Uhr, ersten Zugang zum Kauf. Der freie Verkauf beginnt am Freitag, 14. August, um 11 Uhr. Die Ticketpreise reichen von 12 Euro für Mitglieder auf dem Nord-Unterrang über 18 Euro für Mitglieder auf dem West-Oberrang bis zu 23 Euro für Mitglieder auf dem West-Unterrang. Andere Fans zahlen 23 Euro für den West-Oberrang und 28 Euro für den West-Unterrang. Jahreskarten gelten für dieses Spiel, aber die Vergünstigung für kostenlose Mitgliedertickets gilt nicht.

Häufige Fragen
Wie viele ausländische U-21-Spieler hat Dynamo in den letzten Jahren verpflichtet? +
Dynamo hat vier junge Spieler verpflichtet: Sergi Dominguez und Dani Rodriguez von Barcelona, Matteo Perez-Vinlöf von Bayern und Noah Nsoki von Paris Saint-Germain.
Wie viele kroatische U-19-Talente spielen in der heimischen Liga? +
Unter den zehn wertvollsten kroatischen Fußballern unter 19 Jahren spielt nur einer in einem einheimischen Klub, der Innenverteidiger Raul Kumar von Istra.
Wann spielt Dynamo gegen Viking im Play-off zur Champions League? +
Das Spiel findet am Dienstag, dem 18. August 2026, um 21 Uhr im Stadion Maksimir statt.
Warum gehen junge kroatische Talente früh ins Ausland? +
Das Nachwuchsfördersystem in Kroatien ist im Vergleich zu anderen Ländern veraltet, insbesondere bei Trainings-, Entwicklungs-, Ernährungs- und mentalen Prozessen.

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