Direktor eines deutschen Drohnenherstellers lebt im Untergrund
Stefan Tumann, Chef der Firma Donaustahl, sprach erstmals mit dem Stern über die angebliche russische Operation gegen ihn. Seit Weihnachten 2025 wechselt er ständig den Aufenthaltsort.
Stefan Tumann, Chef der Firma Donaustahl, sprach erstmals mit dem Stern über die angebliche russische Operation gegen ihn. Seit Weihnachten 2025 wechselt er ständig den Aufenthaltsort.
Stefan Tumann, der 39-jährige Geschäftsführer des deutschen Drohnenherstellers Donaustahl, erklärte, dass er gezwungen sei, sich vor den russischen Geheimdiensten zu verstecken. In einem Interview mit dem deutschen Medium Stern, das von der Europäischen Wahrheit übernommen wurde, sprach er erstmals öffentlich über die angebliche Vorbereitung eines Attentats auf ihn.
"Ich führe einen Kampf auf Leben und Tod mit dem russischen Militärgeheimdienst", sagte Tumann. Er fügte hinzu, dass er sein Testament, eine Organspende-Erklärung und eine Patientenverfügung verfasst habe. "Das sind Dinge, über die man in meinem Alter normalerweise noch nicht nachdenkt", sagte er.
Nach seinen Angaben erhielt er kurz vor Weihnachten 2025 von den deutschen Sicherheitsbehörden Informationen über eine gegen ihn gerichtete Operation des russischen Geheimdienstes. Seitdem lebe er praktisch im Untergrund und wechsle seit mehreren Monaten ständig seinen Aufenthaltsort.
Tumann schläft neben seinem Computer und stürzt sich sofort nach dem Aufwachen in die Arbeit, um möglichst wenig über seine Situation nachzudenken. Der Krieg in der Ukraine, sagt er, sei nun auch sein "ganz persönlicher Krieg" geworden.
Sein Unternehmen Donaustahl liefert Kampfdrohnen an die ukrainischen Streitkräfte für den Krieg gegen Russland. Der Vertrag wurde auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) 2024 in Berlin geschlossen. "Mir war klar, dass ich ins Visier der Russen geraten würde", erklärte Tumann.
Deutsche Medien berichteten zuvor, dass russische Geheimdienste ein Attentat auf Tumann geplant hätten, die Tragödie jedoch dank der schnellen Reaktion deutscher Dienste, die eine Warnung von Kollegen aus befreundeten Ländern erhalten hatten, abgewendet werden konnte.
Der Fall Tumann ist kein Einzelfall. Im Sommer 2024 berichteten Medien erstmals, dass ein Versuch russischer Geheimdienste, den Generaldirektor des deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall, Armin Papperger, zu töten, vereitelt worden sei. Im Januar 2025 bestätigte die NATO offiziell, dass Russland beabsichtigt hatte, Papperger zu töten.
Nach Angaben des Bündnisses wurden die Pläne des Kremls durch das Eingreifen des amerikanischen und des deutschen Geheimdienstes vereitelt. Diese Pläne waren nur ein Teil der breiteren russischen Bemühungen, Führungskräfte der Verteidigungsindustrie in ganz Europa zu ermorden.
Laut RTL und Stern haben die deutschen Behörden im März zwei sogenannte "Einweg-Agenten" festgenommen, die Tumann beschattet hatten und angeblich das Terrain für eine weitere Operation vorbereiten sollten. Der Bundestagsabgeordnete Bastian Ernst erklärte, der Attentatsplan sei nicht in einem frühen Stadium gewesen, und nach seinen Informationen hätten sie beabsichtigt, Tumann mit dem Nervenkampfstoff "Nowitschok" zu töten. Die deutschen Sicherheitsbehörden betrachten diesen Fall als Teil der Intensivierung des russischen Hybridkrieges mit dem Ziel, die Führungskräfte deutscher Rüstungsunternehmen einzuschüchtern, damit sie auf Waffen- und Technologielieferungen an die Ukraine verzichten. Doch das Gegenteil ist eingetreten: Tumann sagt, er betrachte den Krieg gegen die Ukraine nun auch als seinen eigenen Kampf.
BILD berichtet, dass Tumann seit Ende letzten Jahres unter verstärktem Schutz lebt und ständig seinen Aufenthaltsort wechselt, wegen der Gefahr einer Vergiftung mit "Nowitschok". Alles begann mit der Beschattung des Unternehmers durch "Einweg"-Agenten, die später von der Polizei festgenommen wurden. Anschließend wurden die Motive der Beschattung festgestellt, und angesichts der Absicht, "Nowitschok" einzusetzen, wurde auch der Auftraggeber identifiziert. Tumann hat bereits sein Testament verfasst, eine Organspende-Erklärung und Anweisungen für den Fall schwerer Verletzung oder Tod ausgefüllt, aber er gibt nicht auf und sagt selbst, dass er "einen Zweikampf mit dem russischen Militärgeheimdienst um sein eigenes Leben führt".