Ein echtes nächtliches Drama ereignete sich am Freitag auf den Straßen von Split, als ein 26-jähriger niederländischer Staatsbürger am Steuer eines Mercedes C 63 S AMG vor der Polizei floh und dabei sieben rote Ampeln überfuhr. Obwohl die Polizei von Split eine Haftstrafe und die dauerhafte Beschlagnahme des Fahrzeugs forderte, verurteilte ihn das Gericht zu einer Geldstrafe von 2.700 Euro und einem sechsmonatigen Verbot der Nutzung des ausländischen Führerscheins in Kroatien.
Beifahrer auf dem Dach löst Verfolgungsjagd aus
Der Vorfall begann gegen 3:10 Uhr, als Polizeibeamte ein Auto mit niederländischen Kennzeichen und einem ungewöhnlichen Anblick bemerkten: Der Beifahrer hatte den Oberkörper durch das Schiebedach gestreckt und lag über der Windschutzscheibe. Die Polizei erteilte sofort eine Anhalteanordnung, doch der Fahrer ignorierte sie und beschleunigte abrupt.
Es folgte eine Verfolgungsjagd, bei der die Polizisten mit eingeschalteten Blaulichtern und Sirenen erneut versuchten, den Mercedes zu stoppen. Der Fahrer floh weiter und legte in nur wenigen Minuten die Strecke von der Ulica Hrvatske mornarice bis zur Velebitska ulica zurück. Auf diesem Weg überfuhr er siebenmal eine rote Ampel und riskierte dabei bewusst schwere Konsequenzen.
Wegen der Gefahr, die die wilde Fahrt für den Fahrer selbst, den Beifahrer und alle anderen Verkehrsteilnehmer darstellte, brachen die Polizeibeamten die Verfolgung ab, um keinen Verkehrsunfall zu verursachen.
Polizistin außer Dienst entdeckt das gesuchte Auto
Obwohl die Verfolgung abgebrochen wurde, wurden die Informationen über das Kennzeichen und den Fahrzeugtyp an die gesamte Einsatzleitung weitergeleitet. Das Auto wurde noch am selben Tag im Gebiet von Split von einer Polizistin entdeckt, die nicht im Dienst war. Nach ihrer Meldung wurde der 26-jährige Niederländer festgenommen und das Fahrzeug vorläufig beschlagnahmt.
Der Fahrer wurde sofort im beschleunigten Verfahren vor Gericht gebracht. Die Polizei schlug dem Gericht die maximale Haftdauer, eine 20-tägige Haftstrafe, eine Geldstrafe, ein sechsmonatiges Fahrverbot und die dauerhafte Beschlagnahme des Autos vor. Sie waren der Ansicht, dass der Niederländer außergewöhnliche Hartnäckigkeit gezeigt und sich und andere durch seine rasante Fahrt durch die Stadtstraßen gefährdet habe.
Gericht verhängt mildere Strafe, Polizei unzufrieden
Das Gericht stellte nach dem Verfahren zwei Verkehrsverstöße fest: das Nicht-Anhalten auf Anordnung der Polizei und das Überfahren von sieben roten Ampeln. Es verhängte eine Gesamtgeldstrafe von 2.700 Euro und eine Schutzmaßnahme, die die Nutzung des ausländischen Führerscheins in Kroatien für sechs Monate verbietet. Es wurde auch entschieden, dass ihm das Fahrzeug zurückgegeben wird, woraufhin er freigelassen wurde.
Diese Entscheidung stieß bei der Polizei von Split auf scharfe Kritik. Als zuständige Staatsanwaltschaft kündigten sie an, Berufung gegen das Urteil erster Instanz einzulegen.
"Die verhängte Strafe ist nicht angemessen für die begangenen Verstöße, den Grad der Verantwortung, und insbesondere nicht angemessen, wenn man die Hartnäckigkeit und die Absicht des Beschuldigten betrachtet, der Verantwortung für ein solches Verhalten im Straßenverkehr zu entgehen, und dass mit der verhängten Strafe weder eine spezial- noch eine generalpräventive Wirkung erzielt wurde", so die Polizei von Split.
Das Auto bleibt vorerst in der Zuständigkeit der Polizei und wird nicht zurückgegeben, bis das Berufungsverfahren abgeschlossen ist.
Verdacht auf Alkohol und Betäubungsmittel
Die Polizei vermutet, dass der Fahrer floh, weil er unter dem Einfluss von Alkohol oder Betäubungsmitteln stand, was jedoch nicht nachgewiesen werden konnte. Da er erst einige Stunden nach dem Vorfall festgenommen wurde, wurden weder ein Alkoholtest noch ein Drogentest durchgeführt. Selbst wenn Substanzen in seinem Körper gefunden worden wären, hätte er sich damit verteidigen können, dass er sie nach der Tat konsumiert habe.
Die Polizei erwog auch die Einreichung einer Strafanzeige wegen rücksichtsloser Fahrweise, wofür das Gesetz eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren vorsieht. Für eine solche Anzeige ist jedoch erforderlich, dass der Fahrer tatsächlich jemanden gefährdet hat, und glücklicherweise wurde bei seinem nächtlichen Ausflug niemand verletzt.
Der Wert des Autos, das er fuhr, eines Mercedes C 63 S AMG, liegt auf dem kroatischen Markt zwischen 45.000 und 95.000 Euro für Gebrauchtwagen, während der Preis für ein Neufahrzeug 130.000 Euro übersteigt.